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Die Schweizer Matador Secondary Private Equity AG (ISIN: CH0042797206, MarketCap 61 Mio. EUR) erwirbt Anteile an Private Equity (PE) Fonds auf dem Sekundärmarkt. Nun hat das Unternehmen erstmals einen Mittelfrist-Ausblick veröffentlicht. Von Oliver Vollbrecht
Mitverdient am größten IPO aller Zeiten
Zuletzt hatte Matador zweifach von sich Reden gemacht. Zum einen profitierten die Schweizer über von ihnen gehaltene PE-Fonds am Mega-Börsengang von SpaceX: Matador hatte Wertzuwächse von rund 2 Mio. CHF und, nach Ablauf der Lock-up-Periode, Cash-Ausschüttungen von rund 2,5 Mio. CHF in Aussicht gestellt. Zum anderen ist die Aktie seit dem 15. Juni auf SIX Swiss Exchange handelbar, der wichtigsten Wertpapierbörse der Schweiz, womit eine höhere Visibilität bei Investoren einhergehen soll (seit Mai 2025 bereits auf XETRA). GoingPublic hatte berichtet.
Die Notierung (oder wie man in der Schweiz sagt: Kotierung) auf SIX Swiss Exchange ist ein weiteres Signal einer wachsenden Kapitalmarktorientierung. Auch mit der Umstellung der Rechnungslegung auf IFRS ab dem laufenden Geschäftsjahr 2026 sowie der Teilnahme an Kapitalmarktkonferenzen belegt das Management seine Ambition, sich internationalen Investoren stärker zu öffnen.
Matador legt Mittelfristziele vor
Dazu passt, dass die Gesellschaft nun erstmals Mittelfristziele veröffentlicht hat. Der Vorstand strebt an, zwei entscheidende Kennzahlen bis zum Jahr 2030 zu verdoppeln. Gegenüber den Werten zum 31.12.2025 sollen das Eigenkapital von 51,9 Mio. CHF auf 85 bis 110 Mio. CHF und der NAV des PE-Portfolio-Werts von 66,5 Mio. CHF auf 125 bis 150 Mio. CHF steigen. Diese Zuwächse sind nach Angaben des Managements ohne Aufnahme von zusätzlichem Fremd- oder Eigenkapital erreichbar.
Abgeleitet sind die Zielwerte aus den historischen Renditen der PE-Portfolios von Matador (10 % bis 16 %) und aus der aktuellen Portfoliostruktur. Werden PE-Fonds auf dem Sekundärmarkt erworben, sind sie in aller Regel bereits nennenswert investiert, so dass sich die Perspektiven der enthaltenen Unternehmen vergleichsweise gut beurteilen lassen. Darüber hinaus verweist das Management auf stille Reserven in der Bilanz.
Zukäufe ab 2027
Im ersten Halbjahr 2026 waren noch Kapitalabrufe zu bedienen, aktuell ist das Portfolio nach Angaben des Managements Cashflow-positiv. Das Marktumfeld für weitere Zukäufe bewertet der Vorstand als robust, weitere Erwerbe von Fondsanteilen auf dem Sekundärmarkt sind ab 2027 zu erwarten.
Fazit

Im Zuge des intensiveren Newsflows – SpaceX-IPO und SIX-Notiz – stieg die Aktie zeitweise auf 4,96 EUR und blieb damit nur knapp unter dem 52-Wochen-Hoch von 5,20 EUR. Seither gab der Kurs nach, aktuell notiert das Papier bei 4,10 EUR, was einer Marktkapitalisierung von 61 Mio. EUR entspricht. Am 30. September wird der Halbjahresbericht veröffentlicht, dann sind auch Updates der Analysten zu erwarten. Im zweiten Halbjahr stehen weitere Börsengänge von Portfoliounternehmen an – sie könnten der Aktie Rückenwind verleihen. Der geplante kontinuierlicher Anstieg des NAV bis 2030 stärkt auch die mittelfristige Perspektive.
Autor/Autorin

Oliver Vollbrecht
Oliver Vollbrecht beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Geschäftsmodellen – als freier Journalist, Investor Relations-Manager und -Berater, als Investor und HV-Sprecher für die DSW. Der Schwerpunkt seiner journalistischen Arbeit liegt bei börsennotierten Unternehmen der DACH-Region.




