Bildnachweis: ProstoSvet – stock.adobe.com.
Die Aktie der Shelly Group SE (ISIN: BG1100003166) hat in den vergangenen Monaten deutlich an Wert zugelegt. Nach dem Kursanstieg der vergangenen Monate und einer gestiegenen Streubesitz-Marktkapitalisierung, wird das Unternehmen nun in den SDAX aufgenommen. Die Aufnahme des bulgarischen Smart Building-Anbieters basiert auf einer Entscheidung des Indexanbieters STOXX im Rahmen der regulären Indexprüfung. Die Marktkapitalisierung liegt inzwischen bei rund 1,04 Mrd. EUR. Von Jenny Gspahn
Im Rahmen einer regulären Indexanpassung durch den Indexanbieter STOXX, wird die Shelly Group SE mit Wirkung zum 10. April 2026 in den SDAX aufgenommen. Maßgeblich für die Aufnahme seien Streubesitz-Marktkapitalisierung und Börsenumsatz. Shelly erfüllt nach dem deutlichen Kursanstieg der vergangenen Monate und einer Ausweitung des Streubesitzes nun die entsprechenden Kriterien für den Index. Für das in Sofia ansässige Unternehmen ist die Aufnahme das Ergebnis mehrerer Kapitalmarktschritte der vergangenen Jahre, darunter der Zugang zum Prime Standard, der Xetra-Handel sowie eine gezielte Erhöhung des Streubesitzes. Diese Maßnahmen dürften insbesondere zu einer breiteren institutionellen Investorenbasis und höherer Visibilität beitragen.
Hohes Wachstum, moderate Bewertung
Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 149,7 Mio. EUR, ein Anstieg von mehr als 40 % zum Vorjahr. Für 2026 erwartet das Management Erlöse von 195 – 205 Mio. EUR. Das bereinigte EBIT lag zuletzt bei rund 37,7 Mio. EUR, der Nettogewinn bei etwa 25,5 Mio. EUR. Auffällig ist jedoch, dass der operative Cashflow mit rund 13,6 Mio. EUR deutlich unter dem Ergebnisniveau lag.
Das Geschäftsmodell basiert auf der Entwicklung und Vermarktung vernetzter Smart-Home- und Gebäudeautomationslösungen. Die Produktion erfolgt überwiegend über externe Fertigungspartner, was die Kapitalbindung begrenzt. Neben dem Hardwareverkauf verweist das Unternehmen auf zunehmende Erlöse im Cloud- und Softwarebereich, ohne bislang detailliert offenzulegen, welchen Anteil diese am Gesamtumsatz oder an der Profitabilität haben.
Indexaufnahme: Potenzielle Nachfrageeffekte
Mit der Aufnahme in den Index dürften insbesondere passiv verwaltete Produkte, die den SDAX nachbilden, die Aktie künftig berücksichtigen. Rund um den Aufnahmetermin kann es zu zusätzlicher Nachfrage kommen, wobei ein Teil dieses Effekts häufig bereits im Vorfeld eingepreist wird. Ein nachhaltiger Liquiditätsanstieg ist möglich, aber nicht garantiert.

Die Kursentwicklung im Vorfeld war bereits dynamisch: Auf Sicht von zwölf Monaten legte die Aktie rund 70 % zu. In der vergangenen Handelswoche summierte sich das Plus auf knapp 14 %. Am Vormittag des heutigen Handelstages notierte die Aktie bei 56,90 EUR und damit deutlich über dem 52-Wochen-Tief von 32,90 EUR, wenngleich noch unter dem Hoch bei 71,60 EUR. Der Kursanstieg dürfte sowohl die starke operative Entwicklung als auch die gestiegene Wahrscheinlichkeit einer Indexaufnahme reflektieren. Auf Basis der zuletzt ausgewiesenen Gewinne ergibt sich derzeit ein KGV im Bereich von rund 24, wobei die Aussagekraft dieser Kennzahl stark davon abhängt, ob man historische oder erwartete Gewinne zugrunde legt.
Fazit
Die Aufnahme in den SDAX signalisiert, dass Shelly bei Streubesitz, Marktkapitalisierung und Handelbarkeit inzwischen eine Größenordnung erreicht hat, die für die Zugehörigkeit zur DAX-Indexfamilie ausreicht. Sie dürfte die Visibilität bei institutionellen Investoren erhöhen und kurzfristig zu indexbedingten Umschichtungen führen. Für die weitere Kursentwicklung bleiben jedoch vor allem das operative Wachstum, die Margenqualität sowie die Entwicklung des Cashflows entscheidend.
Autor/Autorin
Jenny Gspahn ist Content Managerin für die Kapitalmarkt-Plattform GoingPublic (GoingPublic, HV Magazin, www.goingpublic.de). In ihrer täglichen Arbeit beschäftigt sie sich mit Themen rund um den Aktienmarkt, aktuelle Börsengänge sowie alle Aspekte rund um die Börsennotiz von Unternehmen.





