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Anfangs CSR – Corporate Social Responsibility –, dann Nachhaltigkeit und jetzt ESG. Nicht nur die Popularität der Bezeichnungen für die gesellschaftlichen Verantwortung der Unternehmen hat sich gewandelt, sondern auch die Intensität und die Bedeutung des Themas.

Seit ein paar Jahren sind es vor allem die drei Buchstaben E, S und G, kurz ESG – Environment, Social, Governance –, die das Bewusstsein für einen nachhaltigen Lebensstil sowie die unternehmerische Verantwortung für die Gesellschaft betiteln. Mit der Popularität des Themas – seit einiger Zeit auch verstärkt bei Investoren und Banken zu beobachten – wurde auch der Dschungel an Begrifflichkeiten immer dichter. Neben die schon ­vertrauten Abkürzungen wie GRI oder SDG ­gesellten sich CDP, SASB, TCFD, ISAR, IIRC und viele mehr.

Lesen Sie hier unsere IPO Analysen.

Der Cercle Investor Relations Austria hat im Sommer eine Umfrage unter den prime-market-Unternehmen der Wiener Börse gestartet, um einen Überblick zur aktuellen Integration von ESG/Nachhaltigkeit in den Unternehmen zu gewinnen. ­Insgesamt haben 26 Unternehmen an der Umfrage teilgenommen. Und wir stellen fest: Österreichs Unternehmen sind gerüstet!

Die Unternehmen rüsten auf

Österreichs Unternehmen haben sich ­bereits intensiv auf das Thema ESG vor­bereitet oder befinden sich zumindest mitten im Change-Prozess. Bereits 53% der Unternehmen verfügen über eine spezi­fische ESG-Strategie und bei 80% der Emittenten ist explizit der Vorstand für das Thema Nachhaltigkeit verantwortlich – ein sichtbares Zeichen für die Bedeutung der nachhaltig verantwortungsvollen ­Unternehmensführung. Interessantes Detail: Bei über 42% der befragten Unternehmen des prime markets ist die Managementvergütung des Vorstands an ESG-Kriterien geknüpft.

Immerhin die Hälfte der befragten börsennotierten Gesellschaften verfügt über einen eigenen Nachhaltigkeitsbeauftragten – 38% haben sogar eine eigene Nachhaltigkeitsabteilung. Extern werden die Unternehmen von ihren Stakeholdern bei der Bestimmung wesentlicher Themen unterstützt – 72% der Unternehmen führen ­regelmäßige Stakeholderbefragungen durch. Zum größten Teil erfolgt die Interaktion mit den Stakeholdern über Fragebögen und persönliche Gespräche bei zu diesem Zweck organisierten Veranstaltungen.

Reporting als wesentlicher Faktor

Die populärsten internationalen Frameworks für die ESG-Berichterstattung, die am österreichischen Markt Anwendung finden, sind die GRI-Standards, der UN Global Compact, die SDGs sowie last but not least die EU-Taxonomie – 80% der ­Unternehmen verwenden bereits die GRI Standards für die Berichterstattung und 64% der Unternehmen bekennen sich zu SDGs. Schon jetzt werden zwei Drittel der Nachhaltigkeitsberichte extern geprüft, Tendenz steigend.

Österreichs Unternehmen ­inten­sivieren ihre Ratingambitionen

Die aus der Sicht der Investor-Relations-Abteilungen einflussreichsten Ratings kommen von MSCI, Sustainalytics und ISS ESG. Das sind auch die aktuell am meisten genutzten Ratings, Indizes und Daten­anbieter. In Österreich reiht sich hier auch der österreichische Index VÖNIX ein, der Nachhaltigkeitsindex des österreichischen Aktienmarkts; relevant für beispielsweise den Wiener Börse Preis. Investoren beobachten die Ergebnisse von Ratingagenturen, aber nicht nur – auch in über 80% der ­Investorenpräsentationen ist ESG bereits ein Thema. Damit ist es nicht verwunderlich, dass 72% der Unternehmen ESG als relevant für Investorenentscheidungen einschätzen.

Viel Aufmerksamkeit auch ­weiterhin

Es bleibt auch in Zukunft spannend. Aktuell wohl eines der brisantesten Themen in der IR-Szene: die EU-Taxonomie. Knapp 70% der Unternehmen bereiten sich schon intensiv darauf vor und ein Unternehmen in Österreich setzt diese auch bereits um.

Der Cercle Investor Relations Austria unterstützt die Unternehmen bei der ­Umsetzung der EU-Taxonomie, aber auch bei vielen anderen Themen und fördert den Austausch unter den Unternehmen – so profitieren unsere Mit­glieder vonein­ander. Nicht nur bei ESG-Themen.