Alle Preisträger des Science4Life Venture Cups (Vorne in der Mitte das Team um Metaheps

Insgesamt 56.000 EUR Preisgelder wurde im Rahmen des 15. Science4Life Venture Cups an die zehn besten Gründerteams mit den innovativsten Geschäftsideen vom hessischen Wirtschaftsminister Florian Rentsch und Sanofi-Forschungschef Jochen Maas vergeben.

Mit insgesamt 360 Teilnehmern und 118 Geschäftsideen verzeichnete der diesjährige Wettbewerb, der jungen Unternehmen aus der Life Science Branche auch eine kostenlose Beratung und Betreuung bietet, einen Rekordwert. Florian Rentsch, der hessische Staatsminister, unterstrich anlässlich der Preisverleihung die Wichtigkeit von Neugründungen, nicht nur für Patienten sondern auch für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Ein Umbruch in der Pharmaforschung
Den 1. Platz mit einem Preisgeld von 25.000 Euro in diesem Jahr räumte das Müncher Gründerteam MetaHeps mit einem innovativen Lebertoxizitätstest ab. Die MetaHepsTechnologie stellt ein neuartiges Testverfahren dar, das eine Prognose der Giftigkeit von Medikamenten ermöglichen soll. Laut Projektleiter Andreas Benesic verhält sich der neue Bluttest ähnlich einem Allergietest, denn in Abhängigkeit von ihren physiologischen Voraussetzungen reagieren Individuen ganz unterschiedlich auf identische medikamentöse Behandlungen. Mit der MetaHeps-Technologie soll sich nun die Verträglichkeit für ein bestimmtes Medikament individuell prognostizieren lassen, gleichzeitig sollen sich Wechselwirkung zwischen verschiedenen simultan applizierten Medikamenten künftig besser vorhersagen lassen. Zudem wird eine Therapie-Optimierung möglich und auch die wirtschaftlichen Aspekte sind nicht zur unterschätzen.

Platz 2 geht an Krebskiller-Viren
Der zweite Platz mit einem Preisgeld von 10.000 EUR ging in diesem Jahr an das Österreichische Unternehmen ViraTherapeutics GmbH, das seinen Sitz in Innsbruck hat. Die von ViraTherapeutics vorgestellten und prämierten Viren sind für den Menschen zwar harmlos, Tumorzellen vermögen sie aber effizient zu infizieren und in der Folge zu zerstören, so Projektleiterin Dorothee von Lear im Rahmen der Preisverleihung. Der Vorteil gegenüber ähnlichen Tumorkillerviren is, dass bei langwierigen Therapien kein Effizienzverlust stattfindet. Interessant am Innsbrucker Konzept: Bei Hirntumor-, Hautkrebs- und Eierstockkrebszellen soll das neuartige Krebskillervirus bereits erfolgreich gewesen sein. In einem Tumormodell konnte der Einsatz des Virus nach Unternehmensaussage sogar eine vollständige Heilung herbeiführen. Ein guter Grund also, für die Auszeichnung der Österreicher, die ihr Projekt nun weiter optimieren wollen.

Platz 3 für einen neuartigen Tumorimpfstoff
Auch der dritte Platz geht an ein Unternehmen, das sich dem Kampf gegen den Krebs verschrieben hat. Die ImmunOligo GmbH aus Bonn durfte sich über ein Preisgeld von 5.000 EUR freuen. Die Idee der Gründer, ein Wirkstoff der Krebszellen in situ, also direkt im Körper, in einen Tumorimpfstoff transferiert, die nachfolgend einsetzende Immunabwehr richtet sich dann spezifisch gegen das Krebsgewebe und läßt gesunde Zellen unangetastet. Wiederkehrende Krebszellen sollen durch das Gedächtnis des Immunsystems bekämpft werden. Man darf gespannt sein, ob sich diese innovative Idee verwirklichen lässt.

September ist Startschuss für den 16. Science4Life Venture Cup
„Eine ausgeprägte Gründerkultur gehört zu den Voraussetzungen für eine dynamisch wachsende Volkswirtschaft“, so Bundesbank-Präsident Hans-Joachim Kohse anlässlich der Preisverleihung. Um aus guten Ideen funktionierende Geschäftsmodelle zu kreieren, brauchen Gründer aber Unterstützung und ausreichend Kapital, beides fehlt den meisten am Anfang ihrer Karriere. Aus diesem Grunde will Jochen Maas, Schirmherr und Forschungschef von Sanofi, Science4Life gemeinsam mit dem Land Hessen auch künftig weiterführen. Schon am 16. September 2013 ist Startschuss für den 16. Science4Life Venture Cup.

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