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Das 2024 gegründete Münchner Unternehmen Onyx Biotech ersetzt experimentelle Prozessschritte in der Biopharma-Entwicklung durch simulationsbasierte Modelle. Die Technologie kann laut Unternehmen bis zu 96 % der Laborexperimente eliminieren und Entwicklungszyklen von Monaten auf wenige Tage verkürzen. Eine nun abgeschlossene Pre-Seed-Runde soll die Skalierung vorantreiben. Von Urs Moesenfechtel
Onyx Biotech hat seine Pre-Seed-Finanzierungsrunde abgeschlossen. Zu den Investoren zählen der Life Science Valley Wachstumsfonds, Freiraum Ventures sowie führende Business Angels. Der DACH-weit aktive Life Science Valley Wachstumsfonds ist ein Frühphasen-Venture-Capital-Fonds, der in Startups aus Biotechnologie, Medizintechnik und digitaler Gesundheit investiert und sie zusätzlich mit Strategie- und Netzwerkexpertise unterstützt. Freiraum Ventures ist ein in München ansässiger Venture-Capital-Fonds mit Fokus auf Early-Stage-Startups aus dem Hochschulumfeld.
Simulation statt Labor: Ansatz adressiert zentrales Bottleneck
Onyx Biotech wurde ivon den zwei Brüdern Florian und Gregor Essert mit der Vision gegründet, lebenswichtige Medikamente schneller, effizienter und nachhaltiger zu entwickeln als je zuvor: Das Startup entwickelt Algorithmen und digitale Workflows, um experimentelle Schritte in der Entwicklung von Biologika – etwa bei der Reinigung von Antikörpern – durch Simulationen zu ersetzen. Ziel ist es, einen der größten Engpässe in der modernen Wirkstoffentwicklung zu adressieren. Kern der Technologie sind Digital Twins, die reale Prozesse präzise abbilden und optimieren. Dadurch lassen sich laut Unternehmen „bis zu 96 %“ der sonst notwendigen Laborexperimente einsparen und Entwicklungszeiten signifikant verkürzen.
Mit dem frischen Kapital in nicht näher genannter Höhe will das Unternehmen diese Technologie nun weiterentwickeln und die Markteinführung beschleunigen.
Frühe Validierung mit Industriepartnern
Gegründet wurde Onyx Biotech im September 2024 von den Brüdern Florian und Gregor Essert. Von Beginn an setzte das Team auf enge Kooperationen mit Industriepartnern, um die Technologie unter realen Bedingungen zu testen. „Mit dieser Finanzierungsrunde […] können wir nun die Weichen stellen, um unsere Lösung in die Welt zu bringen. Denn nur wenn viele Firmen sie nutzen, entsteht auch der größte Wert für unsere Gesellschaft,“ so Gregor Essert, Co-Founder und CEO von Onyx Biotech. Und weiter: „Entscheidend war es, direkt früh mit starken Industriepartnern zusammenzuarbeiten, um die Technologie im realen Einsatz zu validieren.“
Bereits kurz nach der Gründung konnten laut Unternehmen mehrere – nicht näher genannte – Partner gewonnen werden, darunter ein nach Unternehmensangaben Top-5-Biopharmaunternehmen in Deutschland sowie ein führender Auftragsentwickler.
Wettbewerbsdruck durch USA und China
Neben technologischen Herausforderungen sehen die Gründer auch zunehmenden geopolitischen Druck auf die Branche. Während die USA regulatorische Maßnahmen zur Senkung von Medikamentenpreisen vorantreiben, setzt China im aktuellen Fünfjahresplan stark auf den Ausbau eigener Biomanufacturing-Kapazitäten. Für Europa ergibt sich daraus die Notwendigkeit, Entwicklungsprozesse effizienter zu gestalten.
„In Zeiten, in denen Nachhaltigkeit immer wichtiger wird und die Wettbewerbsfähigkeit von Deutschland und Europa in Gefahr zu sein scheint, können wir mit unserer Lösung Deutschland wieder zur Apotheke der Welt machen“, so Gregor Essert. Und weiter: „Die Entwicklung muss günstiger und schneller werden. Mit unseren Digital Twins können wir es genau schaffen, Kosten zu senken und Zeit einzusparen. Damit möchten wir unseren Teil dazu beitragen, Deutschland und Europa wieder zur Apotheke der Welt zu machen.“
Standort München als Wachstumstreiber
Das Unternehmen hebt die Bedeutung des Münchner Innovationsökosystems für seine Entwicklung hervor. „Das Startup-Ökosystem München hat uns immens unterstützt. Ohne die TUM, UnternehmerTUM, BayStartUP – um nur ein paar Namen zu nennen – wären wir nicht da, wo wir jetzt sind“, so Florian und Essert.
Autor/Autorin
Urs Moesenfechtel, M.A., ist Redaktionsleiter der Plattform Life Sciences und gehört zum Redaktionsteam der Kapitalmarkt-Plattform GoingPublic (GoingPublic, HV Magazin, www.goingpublic.de). Urs beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Themenfeldern Biotechnologie und Bioökonomie und war u.a. bereits als Wissenschaftsredakteur für mehrere Forschungseinrichtungen tätig.





