Laut aktuellen Berichten von Reuters und der britischen Sunday Times plant der amerikanische Pharmagigant Pfizer die Übernahme der britischen AstraZeneca. Mit der im Raum stehenden Übernahmesumme von 101 Milliarden USD bahnt sich der nächste Milliarden-Deal in der Branche an. Für Pfizer wäre dies ein weiterer Multimilliarden-Dollar-Deal. Die letzte große Übernahme stammt aus dem Jahr 2009, damals hatte sich der Pharmakonzern den US-Rivalen Wyeth für 68 Mrd. USD einverleibt. Zusammen hätten Pfizer und AstraZeneca eine Marktkapitalisierung von rund 280 Mrd. USD. Die Gerüchte über erste informelle Gespräche stammen von Investmentbanken und anderen industrienahen Quellen. Weiter heißt es, AstraZeneca wäre nicht interessiert und hätte eine Übernahme abgelehnt. Eine Stellungnahme zum Übernahmegerücht war laut Reuters weder von Pfizer noch von AstraZeneca zu erhalten.

AstraZeneca, Großbritanniens zweitgrößtes Pharmaunternehmen, stand bereits Anfang des Jahres auf mehreren Übernahmelisten für das Jahr 2014. Gründe hierfür könnten die auslaufenden Patente für einige der AstraZeneca Bestseller-Medikamente sein, für die das Unternehmen bisher keinen echten Ersatz finden konnte. Trotz aller Probleme besitzt AstraZeneca aber ein attraktives Ziel, einen experimentellen Wirkstoff gegen Krebs, der Pfizers Umsatzeinbußen mit dem Cholesterinsenker Lipitor ausgleichen könnte.

Erst kürzlich haben Pfizer und AstraZeneca ein gemeinsames Projekt zur klinischen Prüfung von Krebswirkstoffen initiiert. Vergangene Woche gab AstraZeneca seine Geschäftszahlen bekannt und musste im vierten Quartal 2013 bereits Gewinneinbußen von sechs Prozent vermelden. Außerdem erwartet das Unternehmen auf Grund generischer Konkurrenz für Nexium weitere Einbußen in 2014. Auch ein weiterer Blockbuster für den AstraZeneca bisher keinen Ersatz hat, der Cholesterinsenker Crestor, verliert in einigen Jahren seinen Patentschutz. Eine Übernahme macht also durchaus Sinn, sowohl für Pfizer als auch für AstraZeneca.

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