Großer Erfolg für ein Urgestein der deutschen Biotech-Szene: Die MorphoSys AG hat den erfolgreichen Start an der New Yorker Nasdaq geschafft. 239 Mio. USD konnte das Münchener Unternehmen dabei einnehmen. Bislang war MorphoSys nur in Deutschland gelistet.

Mit dem Erfolg gelang MorphoSys der größte Börsengang eines deutschen Biotech-Unternehmens in den USA. Gleichzeitig war es eine der größten Aktienplatzierungen, die die deutsche Biotech-Branche je gesehen hat.

Marktzulassung von MOR208 in 2020 geplant

Nach eigenen Angaben möchte das Unternehmen das frisch eingenomene Kapital für den Ausbau der eigenen klinischen Forschung einsetzen. Zudem ist die Markteinführung des ersten eigenen Wirkstoffkandidaten für das Jahr 2020 geplant. Die Erfolgsstory könnte also weitergehen. Insgesamt steigen die Kaptalreserven des Unternehmens nun auf rund 450 Mio. EUR.

Der Börsengang in den USA war notwendig geworden, weil nur dort das notwendige Kapital für die weitere klinische Forschungsarbeit generiert werden konnte. Denn bislang schreibt MorphoSys weiterhin rote Zahlen, muss aber dennoch immense Summen für die eigene Arbeit aufwenden. In Deutschland wäre einer derartigen Kapitalsuche wohl kein Erfolg beschert. Allein für das laufende Jahr plant MorphoSys nach eigenen Angaben Ausgaben für F&E in Höhe von rund 100 Mio. EUR, bei einem gleichzeitigen Betriebsverlust von bis zu 120 Mio. EUR.

In die richtige Richtung gehen

MorphoSys will auch weiterhin mit eigenentwickelten Medikamenten zu einem vollintegrierten kommerziellen biopharmazeutischen Unternehmen zu werden. Doch die Konkurrenz aus den USA ist stark. Im Zuge des Nasdaq-IPO äußerte sich MorphoSys-CFO Jens Holstein: „Wenn die amerikanischen Wettbewerber finanzielle Vorteile haben, dann müssen wir uns auch in die Richtung bewegen.“

Derzeit setzt MorphoSys vor allem auf seinen Antikörper-Wirkstoff MOR208. Dieser befindet sich momentan in der abschließenden klinischen Phase 3-Studie und soll im Erfolgsfall gegen Blutkrebs eingesetzt werden. Der Medikamentenkandidat wurde von der US-Aufsichtsbehörde bereits als „breakthrough therapy“ einegstuft. Damit verbunden sind beschleunigte Beratungs- und Begutachtungsverfahren.

Darüber verfügt MorphoSys über weitere Kandidaten in früheren klinischen Studien. Im Rahmen eines Partnerprogramms, der zweiten Säule des MorphoSys-Geschäftsmodells abgesehen von der eigenen klinischen Forschung, wurde im vergangenen Jahr das auf der MorphoSys-Technologie beruhende und vom US-Konzern Johnson & Johnson entwickelte Schuppenflechte-Medikament Tremfya zugelassen.

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