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Die Medigene AG (FWB: MDG1, Prime Standard) stellt auf der 21. Jahrestagung der Association for Cancer Immunotherapy (CIMT) in Mainz den firmeneigenen T-Zell-Rezeptor (TCR-) Entdeckungsprozess zur Generierung von 3S-TCRs (sensitiv, spezifisch und sicher) mit optimaler Affinität vor. Die vorgestellten Daten zeigen nach Angaben des Unternehmens auch, dass eine Verstärkung und Verbesserung der 3S-TCR-T-Zellen mit dem kostimulatorischen Switch-Protein (CSP) PD1-41BB eine Überwindung der immunosuppressiven Mikroumgebung des Tumors ermöglicht.

Medigene: Poster abrufbar

Das Poster mit dem Titel „Selection of superior KRAS G12V mutation-specific T cell receptors with unique characteristics for 3rd generation armored and enhanced T cell therapy“ wird im Anschluss an die Präsentation auf der Website von Medigene verfügbar sein unter https://medigene.de/wissenschaft/abstracts/.

„Der Entdeckungsprozess einzigartiger TCR-Sequenzen ist der erste entscheidende Schritt zur Generierung von TCR-T-Zellen mit optimaler Sicherheit, Wirksamkeit und Beständigkeit“, sagte Dr. Selwyn Ho, CEO von Medigene. „Der Einsatz eines Hochdurchsatzverfahrens als Bestandteil unserer End-To-End (E2E) Plattform ermöglichte uns die Entdeckung einzigartiger TCR-Sequenzen mit besonderen Merkmalen in Bezug auf Spezifität, Sensitivität und Sicherheit (3S). Diese potenziell erstklassigen 3S-TCRs eignen sich für den Einsatz in verschiedenen Modalitäten, z.B. T-Zell-Engagers und TCR Natural Killer Cell Therapien und natürlich unserem Fokus T-Zell-Rezeptor-modifizierte T-Zell (TCR-T) -Therapie.“

Die TCRs, so Ho weiter, könnten durch die Integration verschiedener Technologien innerhalb der E2E-Plattform weiter verbessert werden, wie z.B. durch das PD1-41BB CSP, das die Funktionalität, Persistenz und Proliferation von TCR-T-Zellen deutlich verbessert und hochwirksame und nachhaltige TCR-T-Therapien für Patienten ermöglichen könne.

Die vorgestellten Daten sollen die Spezifität und Sensitivität von TCR-T-Zellen unterstreichen, die das PD1-41BB-CSP gleichzeitig mit einem von drei verschiedenen 3S-TCRs exprimieren, die auf das mKRAS-G12V-Neoantigen abzielen. Dies wurde durch eine deutlich erhöhte Sekretion von Interferon gamma (IFNγ) bei der Stimulation von TCR-T-Zellen mit mKRAS G12V-positiven Tumorzellen belegt, während bei der Stimulation mit Tumor- oder gesunden Zellen, die das natürlich vorkommende Wildtyp-KRAS-Protein exprimieren, keine IFN-γ-Sekretion beobachtet wurde.

Alle drei 3S-TCRs zeigten demnach auch eine hohe Sensibilität gegenüber dem mKRAS-G12V-Neoantigen, was durch eine entsprechende Aktivierung mit extrem geringen Mengen des mKRAS-G12V-Peptids belegt wurde. Die gleichzeitige Verwendung des PD1-41BB CSP steigere die Funktionalität der TCR-T-Zellen erheblich und ermögliche eine anhaltende Zytotoxizität gegen 3D-Tumor-Sphäroide über mehrere Runden der Tumorexposition.

In Bezug auf die Sicherheit wiesen alle drei 3S-TCRs in Kombination mit dem PD1-41BB-CSP ein günstiges Sicherheitsprofil auf. Sie zeigten demnach keine IFNγ-Sekretion oder Zytotoxizität, wenn sie gesunden Zellen aus wichtigen Geweben oder Organen ausgesetzt wurden, was ihre selektive Zytotoxizität gegenüber Krebszellen bestätigte, während gesundes Gewebe unberührt blieb.

Der Kurs der Medigene-Aktie zog leicht an und lag zuletzt bei 1,52 EUR. Daraus ergibt sich eine Marktkapitalisierung von rund 44,80 Mio. EUR.

Autor/Autorin

Holger Garbs ist seit 2008 als Redakteur für die GoingPublic Media AG tätig. Er schreibt für die Plattform Life Sciences und die Unternehmeredition.