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Bildnachweis: iStock: MF3d.

EIT Health hat die zwei Gewinnerteams seines Wild-Card-Innovationsprogramms 2020 verkündet: Mit dabei ist auch ein Siegerteam aus Deutschland. Die Münchner Gruppe Orbit Health überzeugte mit seiner Idee, die Behandlung von Parkinson mittels künstlicher Intelligenz effizienter und individueller zu gestalten. Für die Umsetzung der Idee erhält Orbit Health nun eine Fördersumme über 1,5 Mio. EUR.

Orbit Health: KI soll Reaktion des Patienten auf Behandlung analysieren

Parkinson ist mit rund 1,2 Mio. Betroffenen allein in Europa die zweithäufigste neurodegenerative Krankheit nach Alzheimer. Die Krankheit betrifft das Sprach- und Bewegungszentrum und wird darüber hinaus mit einem verstärkten Auftreten von psychischen Problemen wie Depressionen assoziiert.

Die Anwendung künstlicher Intelligenz soll vor allem eine bessere Analyse der Reaktion des Patienten auf seine Behandlung ermöglichen. „Parkinson ist eine komplexe Krankheit, auf deren Behandlung jeder Patient anders reagiert,“ erklärt Patty Lee, CEO und Mitgründerin von Orbit Health. Mit seiner Forschung möchte das Unternehmen „die Individualisierung von Therapien einfacher machen und dadurch sowohl das Leben der Patienten und ihrer Familien verschönern als auch Kosten für das Gesundheitssystem einsparen“, so Lee.

Der kongeniale Gründungspartner bei Orbit Health ist Franz MJ Pfister, der in der Digital Health Community im Bereich der Anwendung von „Künstlicher Intelligenz“ bekannt ist wie der berühmte „bunte Hund“ und auch bei Krankheitsgebieten keine engen Grenzen kennt. Als Arzt, der seinen Klinikjob kündigte um zusätzlich noch „Data Science“ zu studieren, ist es ihm ein Anliegen, ärztliche Abläufe effizienter und für den Patienten damit auch sicherer zu machen. Mit seinem Hauptunternehmen DeepC ist er beispielsweise dabei die Bildgebung in der Lungendiagnostik mit AI zu verbessern, ja, man kann auch sagen zu revolutionieren. Er will dabei nicht seinen (früheren) Berufsstand abschaffen oder vorführen, sondern mithelfen die schiere Unmöglichkeit des Datenmanagements der BigData durch uns Menschen mit der künstlichen Intelligenz und schlauen Algorithmen beherrschbar zu machen.

EIT Health: Zweite Wild-Card für präzisere Früherkennung bei Gebärmutterkrebs

Das zweite Siegerteam des EIT Health Wild-Card-Programms kommt aus Barcelona. Die fünfköpfige Gruppierung MiMARK richtet ihren Fokus auf eine Verbesserung der Genauigkeit und Effizienz bei der Gebärmutterkrebsdiagnostik. Wie bei anderen Krebsarten führt auch beim Gebärmutterkrebs eine frühe und genaue Erkennung zu einer höheren Überlebensrate bei Patientinnen. Dennoch wird derzeit rund ein Drittel aller Endometriumkarzinomen erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt. Die Verantwortlichen von MiMARK hoffen daher, durch technologischen Fortschritt die Schnelligkeit und Präzision in der Erkennung und Behandlung von Gebärmutterkrebs zu verbessern.

„Wir möchten durch unsere technologische Innovation den Behandlungsstandard bei Gebärmutterkrebs verbessern, ohne dass Patientinnen invasive und unbequeme Eingriffe über sich ergehen lassen müssen“, erklärte Eva Colás Ortega, Leiterin der biomedizinischen Forschungsgruppe für Gynäkologie am Vall d’Hebron Institut de Recerca und Mitgründerin von MiMARK.

In diesem Jahr kürt EIT Health zum vierten Mal Gewinner im Rahmen des Wild-Card-Programms. Nachdem die Teilnehmer verschiedene Coaching- und Trainingseinheiten durchlaufen haben, besteht für sie die Möglichkeit, ihre Ideen einem ausgewählten EIT Health Gremium zu präsentieren. Neben der finanziellen Unterstützung erhalten die Teams zudem Betreuung von Experten, Coaching sowie Zugang zum gesamten europäischen EIT Health Netzwerk.

Lösungen der aktuellen Herausforderung im Gesundheitswesen

Das European Institute of Innovation & Technology (EIT) ist eine unabhängige Einrichtung der Europäischen Union, die 2008 gegründet wurde, um Innovation und Unternehmertum in ganz Europa zu fördern. Seit 2014 ist die Netzwerk-Initiative auch im Bereich Gesundheit in Europa aktiv. EIT Health arbeitet zurzeit mit rund 150 Partnern aus 14 Ländern in einer „Public-Private-Partnership“ an den Lösungen der großen Herausforderung im Gesundheitswesen unserer Zeit.

EIT Health Germany ist eines von insgesamt sechs EIT Health-Zentren in Europa und betreut in Deutschland, Österreich und der Schweiz zurzeit 35 Partner aus Industrie, Forschung und Lehre, u.a. Roche, Abbvie, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT), die Universität Heidelberg, aber auch Start-ups und KMUs bei der Entwicklung von bahnbrechenden Innovationen im Gesundheitswesen.

Über den Autor

Holger Garbs ist seit 2008 als Redakteur für die GoingPublic Media AG tätig. Er schreibt für die Plattform LifeSciences und das VentureCapital Magazin.