Wie die Dänen jüngst bekannt gaben, wurde bereits eine feste Vereinbarung mit Chelsea Therapeutics International, Ltd., geschlossen, die eine Übernahme vorsieht. Die im dänischen Valby ansässige Lundbeck wird demnächst ein offizielles Angebot zur Übernahme sämtlicher ausstehender Chelsea-Aktien vorlegen und den Aktionären eine Vorauszahlung sowie verbriefte und evtl. auch handelbare Werterechte (Contingent Value Rights –CVR) anbieten. Der zu bezahlende Gegenwert für Chelsea könnte so auf bis zu 7,94 USD je Anteilsschein klettern und würde für die Chelsea-Aktionäre einen attraktiven Aufschlag von 59% gegenüber dem letzten Schlusskurs der Aktie am 7. Mai bedeuten.

Chart der Chelsea Therapeutics
Chart der Chelsea Therapeutics. Quelle: Yahoo Finance

Northera-Launch noch in 2014
Mit der Akquisition erhält Lundbeck auch die Rechte an Northera, einem im Februar von der FDA (Food and Drug Administration) zugelassenen Medikament gegen die seltene Erkrankung NOH (Neurogene Orthostatische Hypotonie), die auf einer Fehlfunktion des autonomen Nervensystems beruht. Die NOH ist eine die Lebensqualität stark einschränkende chronische Erkrankung, bei der es beim Aufstehen zu einem starken Blutdruckabfall kommen kann. Meist ist die Erkrankung mit neurologischen Erkrankungen wie Parkinson oder einer Multisystem-Atrophie korreliert. Die medikamentöse Behandlung dieser Art des Blutdruckabfalls war bisher problematisch, da eine Blutdrucksteigerung im Stehen ohne einen deutlichen Anstieg im Liegen erreicht werden muss.

Schon in der zweiten Jahreshälfte 2014 ist der Produkt-Launch vorgesehen. Dass Northera ein Erfolg wird, davon ist Lundbeck überzeugt, denn es würde strategisch wie kommerziell zu Lundbeck und seinen bereits existierenden Verbindungen mit US-Neurologen passen. Ulf Wiinberg, Präsident und CEO bei Lundbeck, ist indes überzeugt, der Kauf von Chelsea und damit des Medikaments Northera passt bestens zu Lundbecks Stärken im Bereich der seltenen neurologischen Krankheiten. Der Verwaltungsrat der Chelsea Therapeutics hat die bevorstehende Transaktion bereits einstimmig bewilligt.

Lundbeck-Expertise in Neurologie soll für schnellen Erfolg sorgen
Laut Chelsea-CEO Joseph Oliveto bietet der Deal den Anteilseignern eine attraktive Vorauszahlung und ermöglicht ihnen außerdem, am kommerziellen Erfolg von Northera bestmöglich zu partizipieren. Lundbecks Expertise bei der Vermarktung von Produkten gegen seltene Erkrankungen des Zentralnervensystems wird laut Oliveto zu einem schnellen und erfolgreichen Vermarktungsstart von Northera in den USA beitragen. Der Deal wird wahrscheinlich mit Lundbecks Bargeldreserven bezahlt und soll noch im 3. Quartal 2014 über die Bühne gehen, vorausgesetzt die kartellrechtliche Freigabe gemäß dem Hart-Scott-Rodino Act verläuft positiv.

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