Curalie übernimmt Digitale Gesundheitsgruppe

Durch den Zusammenschluss soll Deutschlands führender Anbieter digitaler Gesundheitsanwendungen entstehen, von der ambulanten, über die stationäre Versorgung bis zur Nachsorge

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Das Berliner Digital Health-Unternehmen Curalie, Tochter des Gesundheitskonzerns Fresenius, hat die Digitale Gesundheitsgruppe (DGG) übernommen. Durch den Zusammenschluss soll nach Aussage der Verantwortlichen der erste Anbieter entstehen, der Patienten in allen Sektoren des Gesundheitswesens von der ambulanten, über die stationäre Versorgung bis zur Nachsorge digital begleitet. Über finanzielle Details der Übernahme wurde Stillschweigen vereinbart.

Curalie und DGG: Digitale Gesundheitsangebote für Patienten mit chronischen Erkrankungen

Beide Unternehmen entwickeln digitale Gesundheitsangebote für Patienten mit chronischen Erkrankungen, arbeiten eng mit Gesundheitsexperten zusammen und begleiten ihre Entwicklung mit wissenschaftlichen Wirksamkeitsstudien.

Dabei setzen sie im medizinischen Umfeld in unterschiedlichen Bereichen an. Curalie wird in der ambulanten Nachsorge orthopädischer Patienten eingesetzt und als Rehangebot für Patienten mit chronischen Rückenbeschwerden oder kardiologischen Problemen weiterentwickelt.

Die DGG besteht aus drei Gesellschaften. Medulife entwickelt und betreibt auf technischer Basis digitale, evidenz-basierte Patienten-Management-Programme. Das Deutsche Institut für Telemedizin und Gesundheitsförderung (DITG) entwickelt Disease- und Patienten-Management-Programme für unterschiedliche chronische Erkrankungen auf fachlicher Ebene. Als wissenschaftlicher Partner berät die DITG zudem kooperierende Unternehmen bei der Entwicklung von digitalen Patienten-Management-Programmen. Die dritte Gesellschaft, die best care solutions (bcs), kooperiert mit Krankenkassen und Berufsverbänden und setzt Versorgungskonzepte im Gesundheitswesen als besondere Versorgungsverträge um.

Beide Systeme können schnell zusammengefügt werden

„Beide Unternehmen entwickeln digitale Gesundheitsprogramme für verschiedene Indikationen und ergänzen sich damit optimal. Unsere Nutzer, egal ob Patienten, Mediziner oder Therapeuten, erhalten zukünftig ein umfassendes Angebot aus einer Hand“, sagte Dr. Dr. Jan Leister, Geschäftsführer von Curalie.

Bernd Altpeter, CEO der DGG, ergänzte: „Da wir die gleiche Software-Technologie nutzen, können wir beide Systeme schnellstmöglich zusammenführen und uns gemeinsam darauf konzentrieren, ein flächendeckendes Angebot für chronisch kranke Menschen zu schaffen, die bisher oft nur punktuell versorgt wurden.“

Abschluss weiterer besonderer Versorgungsverträge mit Kostenträgern

In den nächsten Wochen sollen beide Unternehmen organisatorisch miteinander verbunden und bestehende Ressourcen gebündelt werden. Beide Teams bleiben dabei unverändert an Bord. Curalie wird dann künftig rund 100 Mitarbeiter zählen. An den besonderen Versorgungsverträgen der DGG nehmen bereits heute über 50 Kostenträger teil. Man wolle das Angebotsportfolio gemeinsam so schnell wie möglich erweitern, um weitere besondere Versorgungsverträge abzuschließen, kommentierte Nicole Richter, Geschäftsführerin der best care solutions, einer Tochtergesellschaft der DGG. Über die Verbindung zur Helios Gruppe und zur VAMED AG gewinne die DGG künftig Zugang zu nationalen und internationalen Experten aus allen Bereichen der Medizin.

Über den Autor

Holger Garbs ist seit 2008 als freier Redakteur für die GoingPublic Media AG tätig. Er schreibt für die Plattform LifeSciences und das VentureCapital Magazin.