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Bildnachweis: Corona Borealis – stock.adobe.com.

Am vergangenen Sonntag wurde es nun offiziell: Nach Lockdown light und zuletzt immer strengeren Maßnahmen gilt in Deutschland ab Mittwoch dem 16.12.20 wieder ein strenger Lockdown. Der Einzelhandel muss bis auf alle für den täglichen Bedarf nötigen Dinge schließen, die Schulen stellen auf Distanzunterricht um, Kindergärten und auch Friseure müssen geschlossen werden –  das gesamte Leben soll heruntergefahren werden – zunächst bis 10. Januar. Bund und Länder brauchten für die Beratungen nur eine knappe Stunde. Die steigenden Infektionszahlen, zusammen mit immer mehr Corona-Todesfällen ließen ihnen nur noch wenige Entscheidungsmöglichkeiten.

Ein harter Lockdown soll dem Infektionsgeschehen Einhalt gebieten – wie sieht es im restlichen Europa aus?

Auch die großzügigen Lockerungen zu Weihnachten mit Treffen von bis zu zehn Haushalten/Personen wurden zurückgenommen, es gibt ein Versammlungsverbot sowie Verkaufsverbot von Pyrotechnik und in ganz Bayern, aber auch in Baden Württemberg, Brandenburg und Thüringen gelten (bald) nächtliche Ausgangssperren. Viele Maßnahmen starten jedoch erst am kommenden Mittwoch, somit wird nun ein Ansturm auf die Innenstädte befürchtet. Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks hat bereits berichtet, dass die Öffnungszeiten vieler Salons für Montag und Dienstag verlängert wurden, um dem Andrang gerecht werden zu können. Darüber hinaus dürfen Paketdienste auch am 4. Advent Päckchen liefern, um die zu erwartenden Bestellungen nach Schließung des Einzelhandels zu meistern.
Deutschland steht mit dem Entschluss eines harten Lockdowns jedoch nicht alleine da. Belgien, Frankreich und Irland hatten die Entscheidung schon früher getroffen und damit sehr gute Ergebnisse erzielt. So konnten die Maßnahmen teilweise auch bereits wieder gelockert werden. Kürzlich hat auch Litauen einen strengen Lockdown beschlossen und die Niederlande und Italien erwägen diesen ebenso für die Weihnachtszeit. Polen und die Schweiz führen ihren Teillockdown fort –  In Schweden hingegen scheint die Lage immer mehr außer Kontrolle zu geraten. 99% der Intensivbetten in Stockholm seien bereits belegt – Norwegen und Finnland haben bereits Hilfe angeboten.

Erste Impfstoffe stehen kurz vor der Zulassung

Allerdings gibt es auch positive Nachrichten zu vermelden, die uns bald helfen sollten die Corona-Pandemie in den Griff zu bekommen. Der BioNTech Impfstoff wurde unter anderem bereits in Großbritannien, den USA, Kanada, Mexiko, Bahrain und Singapur zugelassen. Und auch Moderna hat die Zulassung ihres mRNA-basierten Impfstoffs in der EU bereits beantragt. Nachdem sich die EU-Mitgliedstaaten darauf verständigt haben, bei der zentralen Zulassung für rekombinante Produkte auch im Fall einer Corona-Vakzine festzuhalten und auf nationale Alleingänge zu verzichten, wird sich die Zulassung von BNT 162b2 bis spätestens 29. Dezember abzeichnen. Bis dahin soll laut Mitteilung der EU-Arzneimittelagentur EMA deren Fachausschuss für Humanarzneimittel CHMP eine Empfehlung abgeben. Die eigentliche Zulassung erfolgt danach durch die EU-Kommission. Auch das Tübinger Biotech-Unternehmen CureVac hat den Start seiner zulassungsrelevanten klinischen Phase-III-Studie angekündigt. Hier werden Ergebnisse im März erwartet.

Medikamente hinken noch hinterher

Im Vergleich zu den Impfstoffprojekten hat man von der Medikamentenfront schön länger keine neuen Informationen mehr erhalten. Das mediale Interesse und auch die Fördergelder laufen hauptsächlich in die Impfstoffforschung – doch auch die Medikamentenforschung im Hintergrund braucht Unterstützung. Bislang gibt es in Deutschland nur ein zugelassenes Corona-Medikament: Remdesivir. Doch es sind einige weitere Ansätze in der Pipeline. So arbeitet z.B. auch das Planegger Unternehmen Formycon, die mit  einem SARS-CoV-2-Blocker mit dem Namen FYB207 die Infektion von Zellen vollständig verhindern möchten an einem Medikament gegen das Virus. Hierbei macht sich das Unternehmen den ACE2-Oberflächenrezeptor zu Nutze, über den SARS-CoV-2 in die menschlichen Zellen gelangt.

 

Es bleibt abzuwarten ob der strenge Lockdown Wirkung zeigt – hoffen wir es. Dennoch ist es unwahrscheinlich, dass der ganze Spuk bereits am 11. Januar ein Ende hat. Denn Corona sei „außer Kontrolle geraten“, so Ministerpräsident Markus Söder.