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CENTOGENE, Rostocker Diagnostik-Unternehmen mit Schwerpunkt auf seltenen Erkrankungen, engagiert sich im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Das Unternehmen hat ein Pilotprojekt ins Leben gerufen, um lokale und nationale Behörden bei der Diagnose beziehungsweise dem Ausschluss von Covid-19-Fällen zu unterstützen.

In diesem Zusammenhang testet CENTOGENE zunächst regional und im weiteren Verlauf auch deutschlandweit infrastrukturrelevante Mitarbeiter von Organisationen wie Rettungsdiensten, Feuerwehren und Polizei sowie Mitarbeiter aus risikohohen Bereichen des Gesundheitswesens. Ziel sei es, die Arbeitsfähigkeit durch einen negativen Test sicherzustellen beziehungsweise die Virusverbreitung von positiv Getesteten zu verhindern.

Tests auch bei asymptomatischen Bürgern notwendig

Die Analyse der Infektionszahlen anderer Länder wie etwa Südkorea, Taiwan und Singapur zeigt, dass vor allem das breite Testen auf Covid-19-Infektionen auch bei asymptomatischen Bürgern dazu beigetragen hat, dass diese Länder verhältnismäßig gering betroffen sind, so CENTOGENE in einer offiziellen Mitteilung.  Breites Testen ermöglicht demnach faktenbasierte Entscheidungen und regional adaptierte Lösungen

„Als in Deutschland angesiedeltes Unternehmen verstehen wir es als unsere gesellschaftspolitische Aufgabe, unsere weltweite Expertise in der Diagnostik genetischer Erkrankungen nun auch in den Dienst der Diagnostik von Covid-19 zu stellen“, sagte Prof. Dr. Arndt Rolfs, CEO von CENTOGENE. Das umfangreiche Testen systemrelevanter Berufsgruppen sowie von Mitarbeitern des Gesundheitswesens sei enorm wichtig, um Infektionsketten wirkungsvoll zu unterbrechen, damit unser Land funktionsfähig bleibt.

Tatsächlicher Bedarf wesentlich höher

Derzeit werden nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung täglich etwa 12.000 bis 20.000 Tests durchgeführt, der tatsächliche Bedarf ist vermutlich jedoch rund 30-mal so hoch. Die derzeitigen Testungen reichen nach Ansicht Rolfs nicht aus, um valide Daten für weitergehende Entscheidungen zu erheben. Er empfiehlt die flächendeckende Testung von Hochrisikopatienten, Menschen im Alter von über 70 Jahren oder mit relevanten Vorerkrankungen sowie von deren Kontaktpersonen wie Pflegepersonal, und deren gezielte Überwachung, um die Bevölkerung effektiv gegen die Folgen der Infektion zu schützen.

CENTOGENE: Bis zu 10.000 Tests pro Tag möglich

In Abstimmung mit der Stadtverwaltung und dem Führungsstab der Hansestadt Rostock sowie der Universitätsmedizin Rostock bietet CENTOGENE daher zunächst täglich über 1.000 Covid-19-Analysen für Mitarbeiter aus infrastrukturrelevanten Bereichen der öffentlichen Organisationen an. Das Unternehmen strebt an, ab Anfang April 2020 die Testkapazität auf bis zu 5.000 bis 10.000 Tests pro Tag zu erhöhen. So führt Rolfs weiter aus: „Man sollte nicht nur daraufsetzen, von Herstellern zugelassene und meist teure Testkits geliefert zu bekommen, denn die sind derzeit weltweit äußerst knapp.“ Man solle statteddesn akkreditierten und zertifizierten Laboren – in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden – die Möglichkeit geben, selbst aus den Kernkomponenten heraus entwickelte Covid-19-Tests zu validieren und anzubieten. Die notwendigen Schritte müssten direkt im Labor zertifiziert und durch die jeweils zuständigen Behörden überwacht werden.“

Patienten können ersten Test selbst durchführen

CENTOGENEs Testverfahren erfolgt mit Hilfe eines Rachenabstrichs, den die Patienten unter Anleitung selbst vornehmen können. Die Proben werden an Abnahmestellen gesammelt und anschließend an das Labor in Rostock verschickt. Das dortige Testsystem beruht auf einem validierten Verfahren entsprechend des WHO-Charité-Systems und weist die RNA-Erbsubstanz des Virus nach. Ein Befund liegt meist innerhalb von acht bis zwölf Stunden vor, positive Ergebnisse werden durch eine zweite, unabhängige Methode validiert. Anschließend soll gemäß den Vorgaben das zuständige Gesundheitsamt über ein positives Testergebnis informiert werden.

Über den Autor

Holger Garbs ist seit 2008 als freier Redakteur für die GoingPublic Media AG tätig. Er schreibt für die Plattform LifeSciences und das VentureCapital Magazin.