Als „inadequat“ bezeichnete das Management von AstraZeneca das letzte Angebot des US-Pharmaherstellers Pfizer und hat die Übernahme nun erneut dankend abgelehnt. Damit scheint der potenzielle Multimilliarden-Dollar-Deal, der die vergangenen Wochen die Investoren und Börsen in Atem gehalten hatte, wie eine Seifenblase geplatzt. Pfizer beantwortete die Absage mit der Antwort: „Dies ist ein finales Angebot, das nicht mehr erhöht werden könne“. Das finale Kaufangebot der US-Amerikaner lag bei 55 GBP pro Aktie, damit hätte AstraZeneca einen Marktwert von etwa 116 Mrd. USD oder 84 Mrd. EUR. Zwar lag das finale Angebot noch einmal 15 Prozent höher als das Anfang Mai abgegebene, AstraZeneca konnte dies aber nicht zu einem „Ja“ bewegen. Eine feindliche Übernahme scheint Pfizer nach der Abfuhr aber nicht anzustreben. Wie der Hersteller des Blockbusters Viagra in einem Statement bekannt gab, wäre ein direktes Angebot an die AstraZeneca-Aktionäre auf keinen Fall eine Option.

Angebot risikant für alle Beteiligten
Laut Leif Johansson von AstraZeneca hätte der Zusammenschluss mit Pfizer für die Firma, die Angestellten und den gesamten Life Science Sektor ernste Konsequenzen gehabt. Außerdem wären mit der Übernahme auch Risiken für die Anteilseigner einhergegangen, die man nicht hätte eingehen wollen. „Selbst für unsere Aktionäre wäre die Übernahme nicht die beste Option gewesen, so der AstraZeneca Vorstand in einem Statement. Denn Pfizer schien mit dem Vorstoß lediglich seine eigenen finanziellen Vorteile gesucht und verfolgt zu haben“. Neben Kostensenkungen wäre es dem US-Konzern primär um die Minimierung seiner steuerlichen Belastungen gegangen. Tatsächlich kein besonders guter Grund für eine Übernahme. Weiter meinte Johansson, Pfizer hätte während der gesamten Verhandlungen kein wirklich schlüssiges Geschäftsmodell präsentieren können. Alles zusammen hätte dann zur Ablehnung des Angebots beigetragen.

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