Zellkultur ist bei MorphoSys ein wichtiger Bestandteil der Forschung. Quelle: MorphoSys

Eine strategische Allianz mit einem Gesamtvolumen von bis zu 628 Mio. EUR schlossen jüngst Antikörperspezialist MorphoSys und das US-Biotech-Unternehmen Celgene. Die Nachricht katapultierte das MorphoSys-Papier auf den höchsten Stand seit 2001. Der Intraday-Höchstkurs lag nach einem zweistelligen Prozentgewinn bei 43,80 EUR.

Die Allianz bezieht sich auf die Entwicklung des gegen CD38 gerichteten Krebsprogramms MOR202, das u. a. beim Multiplen Myelom zum Einsatz kommen soll.  Der Antikörper MOR202 richtet sich gegen CD38, ein Zielmolekül das beim Multiplen Myelom und bestimmten Formen der Leukämie eine essentielle Rolle spielt. Aktuell wird MOR202, der nach dem Andocken an CD38 auf der Oberfläche von Krebszellen bestimmte Immunzellen anlockt, in einer klinischen Studie der Phase 1/2a geprüft. In der Präklinik war MOR202 sowohl als Monotherapie als auch in Kombination mit anderen Wirkstoffen vielversprechend. Gemeinsam mit Celgene soll das Krebsprogramm nun weiterentwickelt und nach der Zulassung europaweit vermarktet werden. Die Entwicklungskosten teilen MorphoSys und Celgene im Verhältnis 1:3. Noch steht die Zustimmung der US-Kartellbehörde für die Transaktion aus, nach deren Okay soll die Allianz in Kraft treten.

Der Deal sieht eine Einmalzahlung für MorphoSys in Höhe von 70,8 Mio. EUR vor, zusätzlich wird Celgene Aktien des Antikörperspezialisten im Wert von 46,2 Mio. Euro erwerben. Darüber hinaus könnten für die Martinsrieder noch Meilensteinzahlungen in Abhängigkeit von der weiteren Entwicklung von MOR202 und, nach einer erfolgreichen Zulassung des Produktes, Tantiemen anfallen. Nach einer Zulassung soll MorphoSys in den gemeinsam vermarkteten europäischen Regionen 50% der Erlöse erhalten. Bei Erreichung sämlicher Meilensteine könnte sich das Gesamtvolumen der Allianz auf bis zu 628 Mio. Euro belaufen.

Laut Simon Morony, CEO bei MorphoSys, leite die Allianz mit Celgene die nächste Stufe der Unternehmensentwicklung ein. Mit der gemeinsamen Kommerzialisierung, so Morony, würde sich MorphoSys auf der Wertschöpfungskette nach oben bewegen – von der heutigen Forschungs- und Entwicklungskultur, hin zur Etablierung einer kommerziellen Organisation. Da das Target CD38 ein vielversprechender Ansatz zur Therapie des Multiplen Myeloms zu sein scheint, will MorphoSys den größeren Anteil des künftigen Wertes des Programms auch im eigenen Hause behalten.