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Manfred Bender, CEO, Pfeiffer Vacuum

Trotz des Umsatzrückgangs im ersten Quartal 2013 blickt der Pumpenhersteller Pfeiffer Vacuum optimistisch auf das laufende Jahr und schlägt der HV sogar die Ausschüttung einer Rekorddividende vor. Im Gespräch mit dem GoingPublic Magazin erläutert CEO Manfred Bender, woher sein Optimismus kommt, warum er seinen Aktionären etwas Gutes tun will und worauf es bei der Veröffentlichung von Unternehmensnachrichten ankommt.

GoingPublic: Herr Bender, obwohl der Umsatz im ersten Quartal um knapp 30 Mio. EUR im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurückging, blicken Sie optimistisch auf das laufende Geschäftsjahr. Was stimmt Sie so zuversichtlich?
Bender:
Neben meinem natürlichen Optimismus gibt es auch weitere Anzeichen, die für eine positive Geschäftsentwicklung sprechen: Das erste Quartal 2012 war außergewöhnlich stark, was den Vergleich mit 2013 etwas schwierig macht. Trotzdem war ein Rückgang im ersten Quartal 2013 zu erwarten, da der Auftragseingang bereits Ende 2012 schwach war. Vor dem Hintergrund, dass wir das Jahr 2013 mit einem Auftragseingang von 97 Mio. EUR im vierten Quartal 2012 begonnen haben, können wir mit dem darüber liegenden Umsatz recht zufrieden sein. Und es gibt Anzeichen, dass die Investitionstätigkeiten in unserem wichtigsten Markt, dem Halbleitermarkt, wieder zunehmen.

GoingPublic: Und welche Anzeichen sind das?
Bender:
Wir sind in Gesprächen mit unseren Kunden, in denen über Themen wie Neubauten, neue Projekte, Kapazitätserweiterungen usw. gesprochen wird. Erfahrungsgemäß fällt davon auch etwas für uns ab. Das stimmt uns verhältnismäßig zuversichtlich.

GoingPublic: Trotz schwächerem Umsatz könnte der Gewinn im vergangenen Jahr gesteigert werden. Wie haben Sie es geschafft, die Kosten so stark zu senken?
Bender
: Im Jahr 2010 haben wir unseren Mitbewerber Adixen, der ungefähr unserer Größe hatte, übernommen. Aktuell befinden wir uns hier noch im Integrationsprozess und versuchen, Abläufe zu optimieren sowie Qualität und Service zu verbessern. Diese Schritte haben bereits die Kosten gesenkt. Des Weiteren haben wir eine einheitliche Strategie gefunden, und das ist die der „alten“ Pfeiffer Vacuum, d.h. wir haben qualitativ hochwertige und nachhaltige Produkte, die auch ihren Preis haben. Dieser Prozess ist nun auch in dem gemeinsamen Unternehmen etabliert und hat dazu geführt, dass wir in der Lage waren, 2012 die Marge im Vergleich zu 2011 deutlich zu steigern: Die operative Marge für das Jahr 2012 lag bei 14,7%, damit um 2,8 Punkte über dem Vorjahreswert.

GoingPublic: Zudem planen Sie eine Rekorddividende auszuschütten. Wie hoch ist die Ausschüttungsquote?
Bender:
Die Dividende soll gemäß dem Vorschlag von Aufsichtsrat und Vorstand 3,45 EUR betragen. Damit läge die Ausschüttungsquote – wie auch in den Jahren davor – bei 75%. Dies erfordert aber noch die Zustimmung der Hauptversammlung.

GoingPublic: Warum wollen Sie Ihren Aktionären dieses Jahr etwas Gutes tun?
Bender: Zum einen wissen wir, dass unsere Aktionäre das mögen. Zudem sind sie es auch seit einigen Jahren so gewohnt, da Pfeiffer Vacuum ja auch dafür steht, ein hochprofitables Unternehmen aufbauend auf stabilen Bilanzen zu sein – daran sollen unsere Aktionäre auch teilhaben.

GoingPublic: „Gute“ Nachrichten wie diese kommuniziert man gerne, aber worauf kommt es bei der Kommunikation von negativen Nachrichten an?
Bender
: Auf das Gleiche wie bei guten Nachrichten: Man muss versuchen, die News verhältnismäßig objektiv zu verbreiten. Egal ob gut oder schlecht – es ist wichtig, dass man die Neuigkeiten den Aktionären nüchtern vermitteln kann. Des Weiteren denke ich, dass man immer gut beraten ist, wenn man nicht zu emotional berichtet, sondern sachlich bleibt.

GoingPublic: Welche Punkte machen für Sie eine gute und ausgeglichene Kommunikation aus?
Bender:
Dazu zählt für mich, dass die Stimmungswellen an der Börse sowie der Aktienkurs möglichst wenig volatil sind. Zudem spielt die Glaubwürdigkeit des Unternehmens eine ganz wichtige Rolle. Diese sowie das Vertrauen der Aktionäre kann man durch eine gute Vorbereitung der Nachrichten, durch eine kontinuierliche Berichterstattung und den kontinuierlichen Kontakt zu den Anteilseignern erreichen. Damit erhält der Markt ein realistisches Bild, da unser Unternehmen einschätzbar bleibt.

GoingPublic: Gibt es bei Pfeiffer Vacuum Unterschiede zwischen der Kommunikation mit privaten und institutionellen Investoren? Wenn ja, welche?
Bender: Nein, eigentlich nicht. Natürlich gehen wir nur für institutionelle Anleger auf Roadshows, aber dafür laden wir Privatanleger zu Präsentationen ein. Zudem versenden wir Pressemitteilungen an alle gleichzeitig – sowohl elektronisch als auch per Post.

GoingPublic: Roadshow, Investorenkonferenz, Capital Markets Day – was bringt am meisten? Und sind Sie als CEO überall dabei?
Bender: Die Investorenkonferenz und die Roadshows gleichermaßen, denke ich. Am effizientesten sind natürlich Konferenzen, weil man hier die Möglichkeit hat, viele Leute innerhalb eines kurzen Zeitraums zu treffen. Als CEO bin ich bei den meisten dieser Veranstaltungen dabei.

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