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Die Urlaubssaison ist derzeit voll im Gange – und viele zieht es sogar wieder an die beliebten südeuropäischen Strände, Seen und Städte. Straßencafés und Geschäfte sind wie üblich gefüllt und sieht man mal von den maskierten Gesichtern und dem Übermaß an Desinfektionsspendern ab, könnte man fast meinen, dass Corona hierzulande überwunden wäre.Wenngleich Neuinfektions-Zahlen aus den USA oder Brasilien deutlich machen, dass der Pandemie-Spuck längst noch nicht vorüber ist.

Während also Touristen durch Urlaubsreisen wieder ein Hauch von Normalität spüren wollen, zeichnet sich im Berufsalltag ein überwiegend anderes Bild ab: Dienstreisen sind nach wie vor rar gesät und allenfalls auf den nationalen Raum begrenzt. Gerade bei vielen Großkonzernen herrschen nach wie vor strikte Reisebeschränkungen. Für viele eine willkommene Maßnahme: Die Deutsche Bank hatte bereits vor zwei Jahren lautstark angekündigt, massiv an Reisekosten sparen zu wollen – auch der Umwelt zuliebe, hieß es damals. Hört man sich in der Szene ein wenig um, begrüßen tatsächlich sehr viele Marktteilnehmer, die „neue Welt“ der virtuellen Videocalls & Co. Viele spüren eine regelrechte Effizienzsteigerung durch den Mangel an Dienstreisen und physischen Terminen.

Um die Welt jetten, um ein bis zwei Kunden- oder Investorentermine wahrzunehmen, mag vielleicht am Anfang des Berufslebens noch als glamourös erscheinen. Doch wer viele Jahre diesen Pegel hält, erlebt auch die Schattenseiten des Globetrotter-Daseins – nämlich den Verlust kostbarer Zeit. Denn mal Hand aufs Herz: Wer kann nach einer zweitätigen Reise in eine andere Zeitzone, also Jetlag inklusive, und das mehrere Male im Jahr, schon wirklich behaupten, dass dies nicht spurlos an einem vorbeigeht?

Fest steht aber natürlich auch, dass gerade am Kapitalmarkt Vertrauen das Schlüsselwort ist und somit auch der persönliche Austausch notwendig bleibt. Von daher sind berufliche Reisen nicht per se zu tadeln. Doch so manchen dienstlichen Außentermin sollte man vielleicht auch nach Corona ernsthaft überdenken.

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redaktionsleitern Kapitalmarktmedien bei der GoingPublic Media AG. Ihre Schwerpunktbereiche liegen bei Themen rund um IPOs, Investor Relations, Unternehmensfinanzierung und den Kapitalmärkten in Österreich und der Schweiz.