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Schon am 8. Mai sollen sie erstmals im Prime Standard der Frankfurter Börse gelistet sein. Das öffentliche Angebot hat ein Volumen von bis zu 234 Mio. EUR. Mit den Erlösen will das Münchner Startup sein Produktangebot vergrößern und in weitere Auslandsmärkte expandieren.

Börsengang
Das Angebot umfasst insgesamt bis zu 11,4 Mio. Stammaktien. Aus einer Kapitalerhöhung kommen 5,4 Mio. neue Aktien. Dazu wollen sich Gesellschafter von 4,5 Mio. Wertpapieren trennen: Die größten Anteile halten derzeit DN Capital mit 24,3%, Acton Capital Partners mit 19,5%, Goldman Sachs mit 12,8% und die Deutsche Bank mit 11,1%. Bei starker Nachfrage könnten weitere 1,5 Mio. Aktien aus dem Besitz der Altaktionäre im Rahmen einer Mehrzuteilung (Greenshoe) platziert werden. Sollte dies vollständig gelingen, werden sie durch neu ausgegebene Aktien des Unternehmens beglichen. Angebote können in einer Spanne zwischen 16,50 und 20,50 EUR abgegeben werden.

Die Zeichnungsfrist läuft noch bis zum 6. Mai. Am 8. Mai sollen die Aktien erstmals im Prime Standard der Frankfurter Börse notieren. Das IPO hat ein Volumen bis zu 234 Mio. EUR. Dem Unternehmen fließen davon zwischen 114 Mio. und 141 Mio. EUR zu. Der deutsche Onlinehändler würde dann an der Börse zwischen 443 Mio. und 551 Mio. EUR wert sein. Nach dem IPO sollen maximal 42% der Aktien im Streubesitz sein. Begleitet wird die Transaktion von BofA Merrill Lynch, Deutsche Bank und Goldman Sachs International als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners. Berenberg und Commerzbank wurden als weitere Joint Bookrunners mandatiert.

Unternehmen
windeln.de ist ein Onlinehändler, der Baby- und Kleinkinderprodukte verkauft. Das Angebot besteht aus über 100.000 Waren von rund 1.000 Marken. Außer Bekleidung gehört alles rund ums Baby zum Sortiment: von Windeln und Babynahrung über Kindermöbel, Spielzeug, Kleidung bis zu Kinderwagen und Auto-Kindersitzen. Das Startup ist vor allem in Deutschland aktiv – einerseits mit seiner Webseite, andererseits mit dem Shoppingclub windelbar.de, dessen Mitgliedern in Sonderaktionen Produkte mit Rabatt verkauft werden. Dazu kommen eigene Shops in Österreich und der Schweiz. Für Kunden in China hat das Unternehmen zudem ein erfolgreiches E-Commerce-Geschäft mit Babynahrung aufgebaut. Wegen der wiederholten Skandale um vergiftetes Milchpulver für Babys haben viele chinesischen Mütter kein Vertrauen mehr in die lokalen Produkte und bestellen deshalb Waren aus Europa.

windeln.de AG
2012 2013 2014 2015e
Umsatz* 21,5 49,4 101,3 140,5
Nettoergebnis* -7,3 -12,3 -9,8 -5,5
EpS -0,27 -0,46 -0,36 -0,20
KGV min. neg. neg. neg. neg.
KGV max. neg. neg. neg. neg.
*) in Mio., sämtliche Angaben in Euro; Quelle: GoingPublic Research

Geschäftszahlen
Im vergangenen Geschäftsjahr haben sich die Erlöse auf 101,3 Mio. EUR verdoppelt, nach 150% Plus im Vorjahr. Bisher hat das Unternehmen aber noch keine Gewinne erzielt. Nur das Segment „windeln.de“ ist 2014 erstmals profitabel gewesen und soll knapp 2 Mio. EUR Betriebsgewinn erwirtschaftet haben. Kurz vor dem Börsengang kaufe sich windeln.de auch in Mitteleuropa ein: Feedo heißt die neue Tochtergesellschaft. Sie wurde 2010 in Prag gegründet und kam 2014 auf Erlöse von 6 Mio. EUR. „Die Übernahme passt perfekt zu unserer langfristigen Strategie, ein führendes europäisches Unternehmen für die Bedürfnisse junger Familien zu werden“, erläutert Konstantin Urban, Vorstandsmitglied und Mitgründer von windeln.de. Feedo zähle nicht nur zu den führenden Onlineshops für Baby- und Kleinkinderprodukte in Tschechien, sondern sei auch in die neuen Märkte Slowakei und Polen expandiert. „Diese Länder sind für uns sehr spannend, da wir in den nächsten Jahren Wachstumspotential sehen“, betont Urban.

Mittelverwendung
Mit den IPO-Einnahmen möchte windeln.de seine bisherige Wachstumsstrategie nochmals beschleunigen. „Seit der Gründung im Jahr 2010 sind wir von einem deutschen Onlinehändler für Babyprodukte des täglichen Bedarfs zu einem Anbieter für die Bedürfnisse junger Familien in Europa und China gewachsen“, sagt Urban. „Mit den Erlösen aus dem Börsengang werden wir unsere etablierte Marktposition weiter stärken.“ Sobald Kinder größer werden, verliert sie windeln.de zumeist als Kunde. Das soll sich ändern, indem zum Beispiel auf neuen Portalen Kleidung für ältere Kinder angeboten wird. In der Schweiz betreibt die Firma bereits die Webseiten kindertraum.ch und toys.ch. Zudem will man die Werbeausgaben erhöhen, um mehr Käufer zu gewinnen.

Fazit
Der Onlinehandel ist weltweit ein Megamarkt, auf dem viele große Player mitmischen. Mit Babyartikeln ist windeln.de seit 2010 stark gewachsen. Zwar sind die Margen relativ gering, da jedoch die Wiederkaufsrate hoch ist, sind auch die Werbeausgaben niedrig. Die Konkurrenz ist allerdings groß: Vor kurzem erst kündigte der weltgrößte Onlinehändler amazon eigene diesbezügliche Pläne an. Zudem könnte es Online-Konkurrenz durch die Drogerieketten Rossmann und dm geben, die bisher noch nicht so stark im Internet präsent sind. Die Aktie eignet sich eher für spekulative Anleger: Denn das Unternehmen schreibt weiterhin rote Zahlen. Zudem besteht die Gefahr, dass durch die breitere Produktpalette die Profitabilität zunächst weiter leidet. Der Ausgabepreis sollte eher im unteren Drittel der Spanne liegen.

Thomas Müncher

windeln.de AG – Emissionsparameter  
WKN WNDL11
Zeichnungsfrist 23. April bis 6. Mai
Erstnotiz 8. Mai
Preisspanne 16,50 bis 20,50 EUR
MarketCap 444 Mio. bis 552 Mio. EUR
Marktsegment Frankfurt/Main (Prime Standard)
Emissionsprospekt ja
Emissionsvolumen 188 Mio. bis 234 Mio. EUR
Konsortium BofA Merrill Lynch, Deutsche Bank, Goldman Sachs
(Joint Global Coordinators, Joint Bookrunners)
  Berenberg, Commerzbank (Joint Bookrunners)
Free Float max. 42%

 

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