Das Deutsche Aktieninstitut lehnt den von Bundesfinanzminister Olaf Scholz vorgelegten Gesetzentwurf zur Finanztransaktionssteuer klar und deutlich ab. Die geplante Aktiensteuer mache den Aktienkauf teurer und damit unattraktiver. Dies erschwere den Vermögensaufbau und die Altersvorsorge der Menschen in Deutschland.

„Ein Großteil der geschätzten Einnahmen aus der Aktiensteuer in Höhe von 1,5 Mrd. EUR jährlich wird von den Privatanlegern gezahlt werden. Nicht der Finanzsektor, wie Herr Scholz behauptet, sondern der Kunde trägt die Steuer“, kritisiert Dr. Christine Bortenlänger, Geschäftsführender Vorstand des Deutschen Aktieninstituts, den Gesetzentwurf zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer auf Aktien. „Die geplante Aktiensteuer sendet ein falsches Signal an die Menschen, die mit Aktien sparen und für das Alter vorsorgen wollen.“

Die Aktiensteuer schadet auch den Unternehmen: Laut dem Deutschen Aktieninstitut würde sich so die Liquidität an den Aktienmärkten  verringern, weil die Steuer den Aktienkauf verteuert und damit unattraktiver macht. Dies führt zu höheren Transaktions- und damit höheren Finanzierungskosten für Unternehmen und einer geringeren Rendite beim Privatanleger.

Auch den Pensionskassen börsennotierter Unternehmen würden signifikant Mittel entzogen – denn diese investieren als langfristig orientierte Anleger in erheblichem Umfang in Aktien deutscher und europäischer Unternehmen. Angesichts der andauernden Niedrigzinsphase ist die Anlage in Aktien auch unverzichtbar, um die Erfüllung der Rentenzusage zu gewährleisten. Die Einführung einer Aktiensteuer wird zu einer Verringerung der Aktienerträge führen. Die Aktiensteuer hätte damit unmittelbar Auswirkungen auf die Rente der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland.

Die in Deutschland grundsätzlich eher schwach ausgeprägte Aktienkultur droht sich dadurch weiter zu verschlechtern.

Über den Autor

Svenja Liebig ist Redaktionsleitern Kapitalmarktmedien bei der GoingPublic Media AG. Ihre Schwerpunktbereiche liegen bei Themen rund um IPOs, Investor Relations, Unternehmensfinanzierung und den Kapitalmärkten in Österreich und der Schweiz.