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Mitte Januar hatte die Schweizer Matador Secondary Private Equity AG (ISIN: CH0042797206, MarketCap 62 Mio. EUR) Eckdaten für das vierte Quartal 2025 veröffentlicht. Nun liegt der vollständige Geschäftsbericht für 2025 samt Ausblick für 2026 vor. Von Oliver Vollbrecht


Private Equity für alle

Der Firmenname bringt das Geschäftsmodell auf den Punkt: Die Matador Secondary Private Equity AG erwirbt Anteile an Private Equity-Fonds am Sekundärmarkt. Als börsennotierte Gesellschaft bietet sie Anlegern „Private Equity (PE) für alle“: die Möglichkeit, mit kleinen Beträgen bei börsentäglicher Handelbarkeit in eine Anlageklasse zu investieren, die für viele Investoren aufgrund hoher Mindestzeichnungssummen und langer Haltedauer nicht zugänglich ist. In Going Public 3/25 hatten wir das Unternehmen vorgestellt, im Januar 2026 erste Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 kommentiert.

2025 operativ solide, Wechselkurs belastet das Ergebnis

Angesichts des turbulenten Umfelds ist Matador solide durch das Geschäftsjahr 2025 gekommen. Das Fondsergebnis erreichte 4,3 Mio. CHF nach 5,6 Mio. CHF im Vorjahr. Der Rückgang ist insbesondere in einem schwachen zweiten Quartal begründet, in dem die erratische US-Zollpolitik für Marktverwerfungen sorgte. Im dritten und vierten Quartal gelangen einigen Fonds dann erfolgreiche Exits. Die Ausschüttungen lagen mit 6,6 Mio. CHF auf dem Niveau des Vorjahres (6,7 Mio. CHF).

Für beim Fondsanteilskauf übernommene Zahlungsverpflichtungen flossen im Berichtsjahr 7,5 Mio. CHF, die überwiegend aus erhaltenen Ausschüttungen finanziert werden konnten. Matador sieht das bestehende Portfolio nun überwiegend durchinvestiert, so dass für 2026 und die Folgejahre ein deutlich positiver Portfolio-Cashflow erwartet wird.

Da 62 % des Portfolios am US-Markt investiert sind, hat die Wechselkursentwicklung des US-Dollars zum Schweizer Franken teils erhebliche Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustrechnung. Währungsbereinigt erreichte das Nettoergebnis zwar 1,9 Mio. CHF, doch (überwiegend nicht  zahlungswirksame) Währungseffekte von -7,2 Mio. CHF drückten das berichtete Ergebnis auf -5,3 Mio. CHF.

Direktbeteiligung veräußert

Ende 2025 veräußerte das Unternehmen die letzte verbliebene Direktbeteiligung aus einer Phase mit breiterem Investmentansatz: Matador hielt einen Anteil von 16,8 % an der Wohnraum AG, einem deutschen Immobilienunternehmen. Für diese Aktien verfügten die Schweizer über eine bis zum 14. April 2026 laufende Put-Option, die vorzeitig ausgeübt wurde. Ein Mittelzufluss ging damit noch nicht einher, da der Kaufpreis zunächst noch als Darlehen gewährt wurde, das mit Aktien und einem Immobilienportfolio besichert ist. Frühestens 2027 sollen rund 15 Mio. EUR fließen, die dann für weitere Investments in das Portfolio zur Verfügung stehen. Die Bereinigung ist zu begrüßen, der Mittelzufluss stärkt die Handlungsfähigkeit.

1 Jahreschart Matador Secondary Private Equity Stand 31.03.2026 14:19 Uhr || Quelle: onvista.de

Zuversichtlicher Ausblick für 2026

Das Geschäft von Matador unterliegt beim Ankauf von Fondsanteilen, bei der NAV-Bewertung wie auch bei den Ausschüttungen einer Fülle von Einflussfaktoren. Das Zinsniveau, die Konjunktur und das Kapitalmarktumfeld können unterstützen oder bremsen. Auch wenn Prognosen vor diesem Hintergrund schwierig sind, erwartet der Vorstand für 2026 doch einen deutlichen Anstieg sowohl der Ausschüttungen als auch der Bewertungen des Portfolios. Mit der ab dem laufenden Geschäftsjahr erfolgenden Umstellung auf IFRS schafft Matador internationale Vergleichbarkeit des Zahlenwerks und unterstreicht die zunehmende Kapitalmarktorientierung.

Fazit

Den Buchwert des PE-Portfolios je Aktie zum Bilanzstichtag beziffert die Gesellschaft mit 4,69 CHF, am Heimatmarkt kostet das Papier aktuell 4,22 CHF. In Deutschland notiert die im Freiverkehr gelistete und auf XETRA handelbare Aktie bei 4,16 EUR, woraus sich ein Börsenwert von rund 62 Mio. EUR errechnet. Angesichts der geringen Liquidität sollten Anleger Orders mit Limits versehen. Das Researchhaus SMC hat in seinem Update die Erwartungen an die durchschnittliche Rendite von 13 % auf 11 % p. a. gesenkt, das Kursziel von 5,10 EUR auf 4,80 EUR angepasst und das Votum „Kaufen“ beibehalten. Die Aktie bietet weiterhin die Chance, bei reduziertem Risiko in einen Markt zu investieren, der vielen Investoren verschlossen bleibt.

Autor/Autorin

Oliver Vollbrecht
Investor und Autor

Oliver Vollbrecht beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Geschäftsmodellen – als freier Journalist, Investor Relations-Manager und -Berater, als Investor und HV-Sprecher für die DSW. Der Schwerpunkt seiner journalistischen Arbeit liegt bei börsennotierten Unternehmen der DACH-Region.