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Der Gang an die NASDAQ erfolgt im Rahmen eines so genannten „Reverse Takeover“: Die Immunic schlüpft durch einen Aktienaustausch (stock-for-stock transaction) unter den Mantel des bereits an der Börse gelisteten Unternehmens Vital Therapies, Inc. Das Unternehmen wird demnach nach Abschluss der Transaktion als Immunic, Inc. firmieren und am NASDAQ Stock Market unter dem Tickersymbol „IMUX“ gehandelt. Für Immunic ist dies ein schlauer Weg an die Börse, denn er ist zeit- und kapitalschonend. Zudem soll das Listing die internationale Wahrnehmung des Unternehmens stärken und Immunic in eine gute Ausgangsposition versetzen, um die Entwicklung der wachsenden klinischen Produktpipeline voranzutreiben.

„In Europa ist die Börsenlandschaft zerklüftet“

Michael Brandkamp, Managing Director des HTGF betont: „Immunic ist sehr clever den Weg an die US-Börse gegangen. In Europa ist die Börsenlandschaft so zerklüftet, dass für die meisten High-Tech Start-Ups weder ausreichend Know-how noch Liquidität bereitsteht.“ Es fehlt an internationaler Wahrnehmung. „Findet etwa in Polen ein attraktiver IPO statt, nehmen wir davon keine Notiz“, so Brandkamp weiter.

Weiterhin starker Standort in Planegg-Martinsried

Dass das NASDAQ-Listing von Immunic nicht mit einer Abkehr von Deutschland gleichzusetzen ist, zeigt die klare Entscheidung für Planegg-Martinsried, Bayern, als alleinigen Standort für die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Unternehmens. „Wir werden unseren Firmensitz und die operativen Tätigkeiten zwar in die USA verlegen, jedoch bleibt Deutschland unsere erste Wahl für Forschung und Entwicklung. Im wissenschaftlichen Bereich ist Deutschland aus unserer Sicht der einzige Standort, an dem wir wirklich effizient, mit hoch qualifizierten Teams und im Vergleich zur USA deutlich kostengünstiger unsere Forschungs- und Entwicklungsprojekte vorantreiben können“, betont Dr. Daniel Vitt, CEO und President von Immunic, Inc.

Immunic hat sich auf die Entwicklung oraler Therapien zur Behandlung chronischer Entzündungs- und Autoimmunerkrankungen konzentriert. Es ist im Jahr 2016 entstanden und erwarb damals zwei Immunologie-Projekte von der Martinsrieder 4SC AG.

Dr. Lena Krzyzak, Senior Investment Manager des HTGF, sieht einen hohen medizinischen Bedarf: „Die momentanen Behandlungsmöglichkeiten in der Lead-Indikation chronisch-inflammatorischer Darmerkrankungen sind begrenzt. Immunic eröffnet neue Therapiemöglichkeiten – Immunmodulatoren, die oral verfügbar sind.“

Bereits über 31 Mio. EUR in Serie A-Finanzierung

Die Investoren LSP, Omega Funds, Fund+, LifeCare Partners, Bayern Kapital, IBG Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt und der High-Tech Gründerfonds investierten nach der erfolgreichen Serie A-Finanzierung in Höhe von insgesamt 31,7 Mio. EUR Euro noch einmal 26,7 Mio. EUR in die Immunic AG. Das reicht nach offizieller Mitteilung aus, um die

Immunic, Inc. (Nasdaq: IMUX) ist ein biopharmazeutisches Unternehmen im klinischen Stadium, das über eine Pipeline von selektiven, oral verfügbaren Immunologie-Therapien zur Behandlung chronischer Entzündungs- und Autoimmunerkrankungen, wie Colitis Ulcerosa, Morbus Crohn, schubförmig remittierende Multiple Sklerose und Psoriasis, verfügt. Das Unternehmen entwickelt derzeit drei Small Molecule-Produkte: IMU-838 ist ein selektiver Immunmodulator, der den intrazellulären Stoffwechsel von aktivierten Immunzellen hemmt, indem er das Enzym DHODH blockiert; IMU-935 ist ein inverser Agonist von RORγt; und IMU-856 zielt auf die Wiederherstellung der intestinalen Barrierefunktion ab. Das am weitesten fortgeschrittenes Entwicklungsprogramm von Immunic, IMU-838, befindet sich in klinischen Phase-2-Studien zur Behandlung von Colitis Ulcerosa und schubförmig remittierender Multipler Sklerose. Eine weitere Phase-2-Studie in Morbus Crohn ist für 2019 geplant. An der Mayo Clinic ist zudem eine Prüfarzt-initiierte, klinische „Proof-of-Concept“-Studie mit IMU-838 in primär sklerosierender Cholangitis geplant.