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Laut neuestem globalen M&A-Marktreport zum Bereich Healthtech des Technologieberaters Hampleton Partners verzeichnete die erste Jahreshälfte 2019 einen Anstieg der Healthtech-M&A-Aktivitäten, mit einer Anzahl von 100 Deals (11% mehr als in der zweiten Jahreshälfte 2018) und einem Transaktionswert von rund 8,3 Mrd. USD während des gesamten Zeitraums. Nach 30 Monaten erreichten die Multiplikatoren der Medianbewertung demnach die höchsten Werte seit Jahren, wobei der EV/EBITDA auf 17,7x nach dem Tiefststand von 13,7x im zweiten Halbjahr 2018 und der EV/S auf 3,4x stieg – ein neuer Rekord für die Medizintechnik.

Healthtech Fundraising bricht weiterhin Rekorde

Der Gesundheitssektor verzeichnete im ersten Halbjahr 2019 eine Rekordzahl an Kapitalbeschaffungen und Wertsteigerungen. Der Betrag, der in Gesundheitsunternehmen weltweit investiert wurde, erreichte 26,9 Mrd. USD, verglichen mit 26,5 Mrd. USD im ersten Halbjahr 2018. Die Anzahl der Deals stieg ebenfalls auf 2.258, verglichen mit 2.223 im ersten Halbjahr 2018. 2019 wird die höchste Transaktionszahl seit Bestehen erreichen, mit mehr als 4.500 Fundraising-Projekten bis zum Jahresende, verglichen mit 4.395 im Jahr 2018.

Inzwischen gibt es weltweit 38 VC-gestützte „Einhörner“ im Digital-Health-Bereich im Wert von insgesamt 90,7 Mrd. USD. Die Gesamtbewertung dieser Gruppe wächst 2019 weiter. Das ist auf anhaltend große Finanzierungsrunden bei Unternehmen wie Tempus, das eine 200 Mio. schwere USD-Runde der Serie F absolvierte, und Doctolib, das 165 Mio. USD in einer Serie-E-Runde unter der Führung des Investors General Atlantic sammelte, zurückzuführen.

Über ein Drittel aller Akquisitionen sind Finanzkäufer

Im ersten Halbjahr 2019 wurden 38% der Akquisitionen von Finanzinvestoren getätigt. Dieser Anteil entspricht dem der vorangegangenen Berichtsperioden, die zwischen 29 und 42% schwankten. Viele dieser Finanzinvestoren tätigten Übernahmen mit einer Präferenz für Patientenakten- und Gesundheitsdatenmanagementsoftware, klinisches Management & Analyse-SaaS sowie Online-Gesundheitsdienste.

Die wichtigsten Trends in der Gesundheitstechnologie sind demnach

  • Lösungen zur Patientenbetreuung, -überwachung und -bindung erregen Aufmerksamkeit. Die vorbeugende Medizin erhält Priorität, um kostspielige spätere Maßnahmen zu vermeiden.
  • Softwarelösungen für Praxismanagement, klinische Analytik und Abrechnung sind nach wie vor beliebt, insbesondere in Nordamerika.
  • Private Equity und Finanzinvestoren investieren und erwerben weiterhin.
  • Die Patientenzufriedenheit wird durch qualitative und quantitative Umfragen genau überwacht, da die langfristige Patientenbeziehung im Mittelpunkt steht.
  • Referenzsoftware und Lösungen zur Zugangskontrolle sowie Datenbanken werden immer beliebter.

Die Zukunft von M&A im Gesundheitswesen

Jonathan Simnett, Direktor und Healthtech-Spezialist von Hampleton Partners, kommentiert die aktuelle Analyse: „Die M&A-Aktivitäten im Gesundheitssektor unterstreichen dringende Notwendigkeiten: Wir brauchen Lösungen für eine bessere und kostengünstigere Gesundheitsversorgung vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung sowie für soliden Datenschutz – und das alles bei großem Druck der Kosteneffizienz. Infolgedessen haben viele Übernahmen Unternehmen ins Visier genommen, die sich auf präventivmedizinische Software und Technologie konzentrieren. Sie können helfen, Anomalien frühzeitig zu erkennen und spätere, kostspielige Notfallbehandlungen zu vermeiden. Ebenso Software, die eine effiziente Personal-, Geräte- und Anlagenzuordnung und eine genaue Zahlungsabwicklung unterstützt, ist im Fokus.“

Smith geht weiter davon aus, dass Healthtech auch in naher Zukunft ein starker Sektor mit anhaltenden M&A-Aktivitäten bleiben wird. Finanz- und strategische Käufer investierten und erwerben demnach, um im Healthtech-Bereich Fuß zu fassen, ihre eigene Produktpalette zu erweitern oder um die Gelegenheit zu nutzen, innovative Healthtech-Lösungen zu entwickeln, die ein breites Spektrum von Gesundheitssystemen und Anbietern ansprechen dürften.