Gemeinsam mit der dänischen Genmab will die Schweizer ADC Therapeutics Sarl neue Krebstherapien auf Basis seiner proprietären Antikörper-Konjugat-Technik aufspüren. Grundlage der innovativen Therapieansätze sind die so genannten Antibody-Drug-Conjugate (ADC).

Seit 2012 haben beide Unternehmen gemeinsam in vitro und in vivo Studien durchgeführt, mit dem Ziel, die optimale Modifizierung des Genmab Antikörpers HuMax-TAC zu evaluieren. Nun ist das Produkt, das bei unterschiedlichen Tumoren zum Einsatz kommen soll, reif für die Präklinik.

ADCs sind modifizierte Antikörper, die ein Toxin tragen und dadurch eine bessere Wirksamkeit im Kampf gegen Krebszellen versprechen. Das Wirkprinzip ist denkbar einfach, die Antikörper binden an Rezeptoren auf den Krebszellen, die so genannnten Antigen. Nach ihrer Aufnahme in die Zelle entlassen die Antikörper das gebundene Toxin, das im Zellkern mit der DNA der Krebszellen wechselwirkt und die Zellteilung unterbindet. Im Rahmen der geplanten Kooperation soll der von Genmab entwickelte HuMax-TAC-Antikörper, der mit einem Pyrollobenzodiazepin-basierten Konjugat und der Linkertechnologie aus dem Hause ADC Therapeutics kombiniert wurde, in präklinischen Studien getestet werden. Der modifizierte HuMac-TAC, ein humaner Antikörper, der auf das auf vielen hämatologischen Tumoren vorkommenden CD25-Oberflächenmolekül zielt, wird in normalem Gewebe nur schwach exprimiert und soll vorerst bei Lymphomen und Leukämien getestet werden.

50 Mio. Euro für die weitere Entwicklung
Geplant ist, die Umsätze eines erfolgreich vermarketeten Krebstherapeutikums zunächst zu gleichen Teilen auf beide Unternehmen zu verteilen. Allerdings hat Genmab nach Eintriff in die klinische Entwicklung die Möglichkeit, sich für eine von zwei Varianten zu entscheiden. Dabei können die Dänen zwischen einer 50%igen und einer 25%igen Beteiligung wählen. Je nach Wahl kann sich die Umsatzverteilung noch verändern. Die Kosten der präklinischen Entwicklung wird ADC Therapeutics tragen, Details zur Kostenverteilung wurden nicht bekannt gegeben. Die Schweizer ADC Therapeutics wurde erst im letzten Jahr gegründet und bündelt die ADC-Produkte des Finanzinvestors Celtic Therapeutics Management L.L.L.P., außerdem sind die britische Spirogen Ltd. und Cancer Research Ltd. an dem mit 50 Mio. Euro ausgestatten Schweizer Unternehmen beteiligt.