Die LifeTime-Technologie von connected-health ermöglicht den einfachen Austausch von Gesundheitsdaten zwischen Arzt und Patient über das Smartphone, auch ohne Internet. Das System besteht aus zwei Komponenten, dem LifeHub für Ärzte und Krankenhäuser und der LifeTime-App für Patienten.

GoingPublic: Herr Jacubeit, bitte erläutern Sie uns das Geschäftsmodell von connected-health. Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal?
Johannes Jacubeit: Patienten können ihre Gesundheitsdaten kostenfrei auf dem Smartphone verwalten. LifeTime hilft dabei, den Überblick über die eigene Gesundheit zu behalten und so beim nächsten Arztbesuch bestmöglich behandelt zu werden. In Zukunft wird der Patient voraussichtlich bezahlte Mehrwertdienste in der App buchen können.
Mittels LifeHub für Ärzte und Krankenhäuser lassen sich Vorbefunde, Röntgenbilder und Informationen direkt und digital mit dem Smartphone des Patienten austauschen. Die kleine Hardware wird in einem Leasing-Model verliehen. Aus eigener Erfahrung kenne ich die Situation, dass Patienten ihre Befunde nicht dabei haben und Ärzte diese dann aufwändig per Fax von Kollegen einsammeln müssen. Der LifeHub ermöglicht einen medienbruchfreien Austausch von Gesundheitsdaten, ohne jedoch die Prozesse zu ändern. Schon wenn einige wenige Patienten ihre Vorbefunde nicht mehr vergessen und diese auf dem Smartphone mitbringen, spart der Arzt wertvolle Zeit.

Warum tun sich viele Ärzte und Mediziner immer noch schwer mit zeitgemäßen digitalen Kommunikationslösungen?
Zum einen gibt es (noch) keine Vergütungsmechanismen, zum anderen ist dies aber auch historisch bedingt. Ärzte handeln primär im Sinne des Patienten. Wenn man als Arzt einen Vorbefund braucht, wird dieser beschafft, egal auf welchem Weg. Per Fax, Post oder Telefon. Das Internet ist hier aus Datenschutzgründen und vor allem Interoperabilitätsgründen noch nicht angekommen. Viele Mediziner nutzen jedoch Smartphones und erkennen zunehmend den Wert direkter und digitaler Kommunikation.

Umgekehrt: Werden solche Lösungen von den Patienten angenommen?
Diese Frage stellt sich eigentlich nicht. Es gibt Apps für jede Situation im Leben. Zunehmend wertvoller werden kontextsensitive Apps. Zum Beispiel mietet man sich direkt vor der Tür ein Auto und öffnet es mit seinem Smartphone. Auf dem Bahnhof kauft man noch schnell ein Ticket und zeigt es dem Schaffner im Zug direkt auf seinem Smartphone. Auch am Flughafen ist dies schon Standard. Nur wenn man zu seinem Arzt geht oder ins Krankenhaus muss, dann gibt es derzeit keine App die einem eine einfache und digitale „Experience“ bietet.

Ende vergangenen Jahres haben Sie eine Seed-Finanzierungsrunde abschließen können, mit dem High-Tech-Gründerfonds, dem Innovationsstarter Fonds Hamburg und einigen Privatinvestoren. Wie wollen Sie das Kapital einsetzen?
Ein Unternehmen lebt von dem Team aus dem es besteht. Somit wird das Kapital in den weiteren Ausbau des Teams investiert.

Was dürfen wir in Zukunft von connected-health erwarten? Werden wir Ihr Unternehmen eines Tages an der Börse sehen?
Spannende Frage! Wir machen jeden Tag kleine Schritte um die Zukunft zu gestalten. Unser Ziel ist ein Produkt, das Patienten und Ärzten Mehrwert bringt. Unser Anspruch ist dabei eine herausragende digitale User-Experience zu generieren. Design spielt dabei eine entscheidende Rolle. Wir sind ein Team von Menschen die etwas schaffen wollen. Ob die Firmierung in weiter Zukunft eine AG sein wird, spielt derzeit eine untergeordnete Rolle. Aktueller Fokus ist die Produktentwicklung und -skalierung des Teams – eine tolle Perspektive ist ein Börsengang natürlich.

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