Werbung

Bildnachweis: SyB – stock.adobe.com.

Die Veröffentlichung von Zwischenberichten der Schweizer BB Biotech sind traditionsgemäß der Kursentwicklung förderlich – das sollte auch mit den Geschäftszahlen für das zweite Quartal nicht anders sein. Von Falko Bozicevic

BB Biotech (CH0038389992) hatte am Freitag ihren Zwischenbericht per 30. Juni vorgelegt, der über die Ergebnisentwicklung für das ersten Halbjahres informiert.

Die Eckdaten in Kürze: Basierend auf den konsolidierten Zahlen weist die BB Biotech AG im Zwischenabschluss einen Gewinn nach Steuern von 349 Mio. CHF aus, nach 422 Mio. CHF in der Vorjahresperiode. Das zweite Quartal für sich allein wiederum erbrachte einen Gewinn von 129 Mio. CHF, nach knapp 1,2 Mrd. CHF vor einem Jahr.

Naturgemäß sind die Zahlen häufig nicht gut eins zu eins vergleichbar: Bei einer Investmentgesellschaft reflektiert das Ergebnis die Aktienkursentwicklung derjenigen Unternehmen, die im Portfolio gehalten werden – dazu kommen noch schwer prognostizierbare realisierte Buchgewinne bzw. -verluste.

Der Zwischenbericht ist auf report.bbbiotech.ch/Q221 resp. www.bbbiotech.com hinterlegt und steht für jedermann einsehbar zum Download bereit.

BB Biotech: Booster-Impfkampagnen als Weg aus der Coronakrise

Allokation in weitere aussichtsreiche Small und Mid Caps

Die Konjunkturerholung zog im zweiten Quartal kurzfristige Inflationssignale nach sich und führte zu temporären Mittelabflüssen aus Wachstumssektoren.

Der Aktienkurs von BB Biotech legte im vergangenen Quartal um 6% in CHF wie auch in EUR zu. Für die erste Jahreshälfte wies die Aktie eine Gesamtrendite einschließlich Dividende von 22% aus.

Die Schweizer nahmen ferner Gewinnmitnahmen in Titeln wie Alexion, Biogen, Moderna und Agios vor, um in jüngere – und zwar schon bestehende – Portfoliopositionen wie Fate Therapeutics, Revolution Medicines, Relay Therapeutics, Essa Pharma und Molecular Templates zu investieren.

Und natürlich wichtig für eine Beteiligungsgesellschaft: So stehen einerseits wichtige regulatorische Entscheidungen für einige der Portfoliofirmen von BB Biotech im zweiten Halbjahr an, andererseits aber auch Börsengänge.

Ausblick auf das Gesamtjahr

Im zweiten Halbjahr wird die Ernennung des neuen FDA-Commissioners durch die US-Regierung erwartet. Ferner wird die Markteinführung von Aduhelm (von Biogen) gegen Alzheimer beobachtet. Aufgrund der umstrittenen Genehmigung durch die FDA sieht sich die Agentur sogar zu einer hauseigenen Untersuchung des eigenen Verhaltens veranlasst – kein guter Start für sowohl Aduhelm als auch die Reputation der Aufsichtsbehörde.

Das laufende Halbjahr werde indes weiterhin im Zeichen von Covid stehen, so BB Biotech vor dem Wochenende in ihrer Einschätzung. Noch sei unklar, welche Auswirkungen sowohl die CoV-Mutanten als auch eng damit verknüpft die Notwendigkeit für Anpassungen der Impfsera bzw. Auffrischungsimpfungen haben werden.

! Zum Vergrößern bitte anklicken !

Fazit

Anfang des Jahres notierten die BB-Papiere bei 83,40 EUR, ihrem bisherigen Allzeithoch. Schon vor Publikation der Halbjahreszahlen pirschte sich der Kurs wieder an und steht aktuell zwischen 80 und 81 EUR. Wenn das Gesamtbörsenumfeld keinen Strich durch die Rechnung macht – wie eben im zweiten Quartal ein wenig –, sollte im laufenden Halbjahr ein neues Alltime High gebucht sein. Traditionell rund um die Bekanntgabe von Zwischenberichten. Der nächste steht Ende Oktober an.

Zum Chart: Der (natürlich logarithmische) Chart / plus Trendfolgeindikator MACD von BB Biotech zeigt höchst anschaulich, dass eine trendfolgende Strategie mindestens mal in den vergangenen fünf Jahren überaus erfolgreich gewesen wäre. Natürlich ist klar, dass dies eine Rückspiegelbetrachtung ist. Der Autor empfiehlt, ein Handelssignal nur dann abzuleiten, wenn die MACD-Nulllinie signifikant geschnitten wird – andernfalls entstehen zu viele und v.a. zu viele Fehlsignale. Die aber braucht niemand. Das letzte Signal, ein Kauf, wurde Anfang Juni bei ca. 74 EUR generiert.

Über den Autor

Falko Bozicevic ist Mitglied des Redaktionsteams des GoingPublic Magazins sowie verantwortlich für das Portal BondGuide (www.bondguide.de)