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Die B.A.U.M. AG (WKN 508 310) plant voraussichtlich Anfang Dezember die Notierung im Geregelten Markt nach Abschluß einer drei Wochen dauernden Zeichnungsfrist vom 9. bis zum 30. November. Bis 23. November läuft dabei die Phase für Frühzeichner. In dieser können die Aktien zu 3 Euro statt 3,15 Euro rund 5 % günstiger bezogen werden. Der Tag der Erstnotiz steht noch nicht fest, wird aber wohl in der ersten Dezemberwoche liegen. Insgesamt werden bis zu 3 Mio. Namensstückaktien ausgegeben, die sämtlich aus einer Kapitalerhöhung stammen. vem Virtuelles Emissionshaus und die DAB bank bilden das Konsortium. Der Free Float soll nach dem IPO bei über 50 % liegen.

Das Geschäftsmodell von B.A.U.M. beinhaltet zwei Felder. Unter dem Stichwort „Nachhaltige Entwicklung“ werden Unternehmen und Einrichtungen der Öffentlichen Hand bei der Gestaltung ihrer Produkte und Geschäftsprozesse in ökologischer und ethisch-sozialer Hinsicht beraten. Neben der individuellen Beratung bietet B.A.U.M. standardisierte Beratungsprogramme, die durch Software und Internetanwendungen unterstützt werden. Als Beispiel sei das Beratungsmodell ÖKOPROFIT genannt, das Wege zu einem ökologisch nachhaltigen Wirtschaften aufzeigen soll, ohne dabei Wirtschaftlichkeitserwägungen vernachlässigen zu müssen. Weiterhin führt B.A.U.M. mit der Kampagne „Solar – na klar“ eine bundesweite Informationsaktion für die Nutzung von Solarwärme durch. Das Geschäftsfeld Nachhaltige Entwicklung ist bei B.A.U.M. in fünf einzelne Gesellschaften gegliedert.

Das zweite Standbein bilden die Medienaktivitäten des Unternehmens. Im Juli 2000 erwarb die B.A.U.M. AG, die damals noch unter A.U.G.E. Umwelt-Holding firmierte, ein umfassendes Paket von Lizenz- und Werkrechten des Autors und Künstlers Janosch von diversen Rechteinhabern zu einem Kaufpreis von 37 Mio. Euro. Zur Auswertung dieser Rechte wurde im September 2000 die Janosch film und medien AG als 100 %ige Tochter der B.A.U.M. AG gegründet. Die gesicherten Lizenzerlöse aus bestehenden Verträgen mit Verlags- und Medienunternehmen belaufen sich gegenwärtig auf 3,7 Mio. Euro pro Jahr. Weitere Einnahmen erzielt die Janosch film und medien AG-Tochter Papa Löwe Filmproduktion GmbH, mit der Produktion der Janosch-Zeichentrickfilme für den „Tigerenten-Club“ der ARD. Die bereits angelaufene Produktion aufwendigerer Zeichentrickfilme und die Vermarktung vor allem von Janosch-Merchandisingartikeln im Ausland, insbesondere in den USA, Japan und Korea, sollen ab dem Jahr 2003 zu deutlichen Umsatzzuwächsen führen.

Der Emissionserlös wird nach den Vorstellungen des Unternehmens die Finanzierung der Janosch-Rechte sichern und den Aufbau beider Geschäftsbereiche vorantreiben. Synergieeffekte zwischen den beiden Geschäftsbereichen erhofft man sich z.B. durch die Verwendung von Janosch-Figuren bei der Konzeption von Kampagnen und Veranstaltungen.

Im Jahrs 2000 erzielte die B.A.U.M.-Gruppe einen Als-ob-Umsatz von 5,6 Mio. Euro, das EBIT belief sich auf -2,1 Mio. Euro. Einnahmen aus dem Janosch-Geschäft waren im letzten Jahr noch nicht vorhanden. Für dieses Jahr wird mit einem Gesamtumsatz von 8,7 Mio. Euro gerechnet, wozu der Bereich Nachhaltige Entwicklung 3,3 Mio. und der Bereich Medien 5,4 Mio. Euro beitragen soll. Im Ergebnis wird von einem Netto-Verlust von knapp 5 Mio. Euro ausgegangen. Der Durchbruch soll im Jahr 2003 mit einem Gesamtumsatz von 30,8 Mio. Euro gelingen, wobei 21,7 Mio. Euro auf den Bereich Medien entfallen würden. In 2003 soll dann erstmals ein Gewinn nach Steuern von 2,5 Mio. Euro übrig bleiben.

 

2000

2001e

2002e

2003e

Umsatz (Mio.)

5,6

8,2

10,7

26,8

EPS*

-0,59

-0,37

0,20

(Quelle: GoingPublic Research, alle Angaben in Euro; *auf Basis des Festpreises von 3,15 Euro)


Chancen und Risiken

Das Geschäftsmodell von B.A.U.M. wirkt auf den ersten Blick etwas unübersichtlich, mögliche Synergieeffekte zwischen den beiden Bereichen Medien und Nachhaltige Entwicklung lassen sich nur in begrenztem Maße ausmachen. Beide Geschäftsfelder bergen eine gewisses Wachstumspotential in sich, sind aber auch mit Risiken behaftet. Das Beratungsgeschäft ist bisher in vergleichsweise hohem Maße von öffentlichen Geldern abhängig, was bei klammen Haushaltslagen zu einer drastischen Verschlechterung der Auftragslage führen kann. Der Umsatzeinbruch in diesem Jahr und die geplante beinahe Verdoppelung des Umsatzes im nächsten Jahr müssen in diesem Zusammenhang bedenklich stimmen. Mit der Vermarktung der Janosch-Rechte und der eigenen Produktion von Zeichentrickfilmen werden sicherlich wachsende Umsätze generiert werden können, ob in dem erwarteten Ausmaß, ist allerdings fraglich. Insbesondere die geplante Auslandsexpansion der Marke Janosch ist mit Unwägbarkeiten verbunden. Bezüglich des Gesamtunternehmens ist kritisch anzumerken, daß umfassendes Controlling sich erst noch im Aufbau befindet. Auf Basis des für 2003 geplanten Gewinns von 2,5 Mio. Euro ergibt sich ein KGV von 12. Eine passende Peer Group für B.A.U.M. zu finden ist schwierig, am ehesten kommen noch Medienunternehmen wie RTV Family Entertainment und United Labels in Frage. Verglichen mit diesen ist B.A.U.M. nicht gerade niedrig bewertet, dasselbe Bild ergibt sich für das KUV. Insgesamt ist ein Zeichnen der Aktie nicht zu empfehlen.