Die zunehmende Digitalisierung hat längst auch am Kapitalmarkt, der sich aufgrund der immer größer werdenden Anzahl an Datenmengen zusehends neuen Herausforderungen stellen muss, Einzug erhalten. Grund genug, diese Thematik mit Branchenexperten einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Deutsche Börse lud deshalb zum SAP-Roundtable ein, bei dem der Einsatz von Big Data am Aktienmarkt heiß diskutiert wurde.

Zum Expertenkreis des von Finanzjournalist Roland Klaus moderierten Gesprächs zählten Stephan Brand (Vice President for SAP HANA Product & Develepoment, SAP), Dr. Michael Adam (Global Head Risk & Compliance for Banking, SAP), „Mister Dax“ Dirk Müller (Finanzexperte und Buchautor) und Robert Abend (Mitbegründer und Vorstand von BörseGo). Aufhänger der Diskussionsrunde war das derzeit von SAP in der Entwicklung stehende Webprodukt „Sentinel“ – eine nach eigenen Angaben auf Big Data basierte Anwendung, die Investoren helfen soll, ihre Aktieninvestments einfacherer und übersichtlicher zu gestalten. Ziel von SAP sei es dabei, Privatanlegern tiefe Einblicke in den Börsenhandel zu gewähren.

Stephan Brand (Mitte), Vice President von SAP Hana, stellt das auf Big Data basierende, neue SAP Produkt Sentinel vor
Stephan Brand (Mitte), Vice President von SAP Hana, stellt das auf Big Data basierende, neue SAP Produkt Sentinel vor

Bislang verfügen Privatanleger über keine professionelle Software, die Daten aus den verschiedenen Informationsquellen effizient sammelt und auswertet – so wie sie Banken, professionelle Broker und Makler nutzen. Deshalb müssen sie bei ihren Aktiengeschäften nicht selten auf Dritte, wie Bankberater, vertrauen. Durch „Sentinel“ wird dem Privatanleger laut Unternehmensangaben nun versprochen, per Echtzeitanalyse am Kapitalmarkt genauso erfolgreich wie Finanzprofis traden zu können. So kann das Watchlist-Tool beispielsweise auswerten, mit welchen besonderen Risiken ein Investment verbunden ist. Weiterhin verfügt das Tool über die Möglichkeit, soziale Netzwerke dahingehend zu durchforsten, ob über ein Unternehmen positiv oder negativ berichtet wurde.

Finanzexperte Dirk Müller zeigte sich in der Diskussionsrunde hellauf begeistert von dem neuen Produkt und betrachte dies als weiteren Meilenstein in der „Demokratisierung der Finanzmärkte.“ Für den BörseGo-Mitbegründer Robert Abend liegen die Vorteile der neuen SAP-Anwendung vor allem darin, dass die Komplexität des Aktienmarkts reduziert werde und sich dadurch der Einstieg in Investments für die breite Masse erleichtere. „Das Tool ist dabei wie ein Experte, der einem zur Seite steht“, so Abend weiter.

Jedoch solle dem Privatanleger damit auch nicht das Denken abgenommen werden, sondern er solle sich vielmehr fundiertes Börsenwissen aneignen, um unabhängig von Bankberatern zu agieren und eigenständig Entscheidungen zu treffen. „Es macht Sinn, den Bürger mit Waffen für den Kapitalmarkt auszustatten“, betont Müller schließlich in dem Zusammenhang.

Schlussendlich waren sich alle Diskussionsteilnehmer einig, dass sich die Welt angesichts der fortschreitenden Digitalisierung immer mehr verändert und darauf müsse eben auch der Kapitalmarkt reagieren.

 

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