Kristina_Bauer_webIn den Fokus von Investoren zu kommen und nachhaltig zu bleiben, ist aufgrund der Vielzahl von Investmentmöglichkeiten am Kapitalmarkt keine leichte Aufgabe. Um diese Kommunikationsbeziehung geht es bei der Investor-Relations-Arbeit. Gerade für mittelständische börsennotierte Unternehmen, deren Bekanntheitsgrad i.d.R. deutlich geringer ist als der von Großunternehmen, ist die Investor-Relations-Arbeit von essenzieller Bedeutung im Rahmen einer erfolgreichen Kapitalmarktstrategie.

Seit 2007 befragen wir deshalb jährlich den deutschen börsennotierten Mittelstand zu seiner Investor-Relations-Arbeit. Die diesjährige Umfrage, die im Zeitraum von Februar bis März 2013 vorgenommen wurde, aktualisiert die Befragungen aus den Jahren 2007 bis 2012.

Abb 1
IR-Arbeit weiterhin im eigenen Haus

Wie bereits im Jahr 2012 wird die IR-Arbeit weiterhin vorwiegend intern gesteuert. Bei 59% der Unternehmen liegt die Zuständigkeit bei einem hauseigenen IR-Mitarbeiter oder einer IR-Abteilung (Vorjahr 69%). Über die Hälfte der Vorstände (57%) gibt diese wichtige Aufgabe nicht aus der Hand oder entscheidet zusammen mit den IR-Mitarbeitern (Vorjahr 63%). Knapp 14% der mittelständischen Unternehmen nutzen das Know-how eines externen IR-Dienstleisters (Vorjahr 12%).

IR-Budgets sind zuletzt leicht zurückgegangen und bleiben konstant

Im vergangenen Jahr 2012 waren die IR-Budgets auf Rekordniveau angestiegen. Damit scheint der Zenit aber zunächst erreicht worden zu sein. Denn gemäß aktueller Umfrage 2013 bewegen sich diese zwar weiterhin auf hohem Niveau, sind aber zuletzt wieder leicht zurückgegangen. Im Abb 2Moment verfügen 43% der Unternehmen über ein Budget von mehr als 75.000 EUR (exkl. Personalkosten), im Vorjahr waren dies 54%.

Mit Blick auf die weitere Entwicklung bleiben die Budgets für die Anlegerbetreuung relativ stabil, steigen aber kaum mehr an. 78% geben an, die Ausgaben konstant halten zu wollen, nur 16% der befragten Unternehmen planen steigende Budgets und damit höhere IR-Ausgaben (siehe Abb. 3). Fallende Budgets hingegen erwarten nur 5% der Unternehmen (im Vorjahr 3%).

Analysten und institutionelle Investoren im Mittelpunkt der IR-Arbeit

Analysten und Institutionelle Investoren stehen gemäß unserer Umfrage weiterhin im Zentrum der IR-Arbeit. Die Zielgruppen Analysten und institutionelle Investoren wurden dabei von 78% der Befragten als wichtig eingestuft. Damit befinden sich beide Zielgruppen weiter auf hohem Abb 3Niveau, auch wenn die Werte im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig waren.

Die privaten Investoren konnten den Wert des Vorjahres nahezu halten, haben sich auf hohem Niveau stabilisiert und werden in ihrer Bedeutung derzeit als gleichwertig zu Institutionellen Investoren eingestuft.

Bedeutung von Journalisten weiter rückläufig

berraschend verlieren die Journalisten gemäß den Ergebnissen unserer Umfrage weiter stark an Bedeutung. Im Jahr 2010 waren die Journalisten laut unseren Umfragen zunächst stark in den Fokus der IR-Verantwortlichen gerückt. Seither ist ihre Bedeutung in den Umfragen sukzessive wieder auf das tiefe Niveau von 2009 gefallen.

Konferenzen und 1-on-1-Meetings auf Konferenzen beliebt

Investoren- bzw. Analystenkonferenzen sowie organisierte 1-on-1-Meetings auf Konferenzen haben auch in der IR-Umfrage 2013 ihre hohe AbbBedeutung gehalten und sind auch in diesem Jahr die beliebtesten IR-Instrumente des deutschen Mittelstands. Diese IR-Instrumente wurden von 86% (Vorjahr 85%) bzw. 84% (Vorjahr 85%) der IR-Verantwortlichen als „wichtig“ eingestuft.

Roadshows stark rückläufig zugunsten Telefonkonferenzen und Webpräsentationen

Großer Verlierer der diesjährigen Umfrage sind die Roadshows in Deutschland, welche nur noch von 59% der Befragten als wichtig eingestuft wurden. Zum Vorjahr (79%) ist dies ein deutlicher Rückgang um 20%. Massiv zugelegt haben Abb 5hingegen die Webpräsentationen mit 57% (Vorjahr 45%) sowie die Telefonkonferenzen mit 54% (Vorjahr 34%). So scheint sich im Jahr 2013 die Investorenpflege verstärkt von der Roadshow weg zurück ins Büro verlagert zu haben.

Fazit

Nach den Rekordbudgets für die Investor-Relations-Arbeit im Jahr 2012 scheinen die mittelständischen börsennotierten Unternehmen wieder sparsamer zu werden. 78% der Befragten lassen ihre Budgets konstant. IR-Arbeit ist weiterhin Vorstandsaufgabe bzw. eine wichtige Funktion im Unternehmen.

Analysten und institutionelle Investoren stehen im Zentrum der Investor-Relations-Arbeit. Journalisten als eigentlich sehr wichtige Zielgruppe sind überraschenderweise weiter aus dem Fokus der Investor-Relations-Entscheider gerückt. Die Bedeutung von Privatinvestoren hat sich nachhaltig stabilisiert.

Bei der Wahl der IR-Instrumente werden auch 2013 erneut Investoren- bzw. Analystenkonferenzen favorisiert. Zudem sind auch die organisierten 1-on-1-Meetings auf den Konferenzen ein sehr beliebtes IR-Instrument des deutschen Mittelstands. Eine Renaissance erfahren Telefonkonferenzen und Webpräsentationen.