Sebastian Walker, Geschäftsführer, SlidePresenter GmbH

HV Magazin: Herr Walker, in Ihrem Auftrag sind oft Kameraleute auf Konferenzen im Einsatz, die jeden Vortrag filmen. Was hat es damit auf sich?

Sebastian Walker: Wir sind als Dienstleister für die Dokumentation von Präsentationen tätig. Das bedeutet, dass Vorträge auf diversen Veranstaltungen und Versammlungen im Nachgang online im SlidePresenter-Format zugänglich gemacht werden.

HV Magazin: Was bedeutet das?

Walker: Die Vorträge stehen originalgetreu – also das Sprechervideo mit synchroner Präsentation – zur Verfügung. Darüber hinaus hat der Nutzer aber auch die Möglichkeiten, in den Präsentationen über ein Inhaltsverzeichnis zu navigieren. So kann man Themenbereiche, die weniger interessant sind, überspringen. Zudem besteht die Möglichkeit, die Folien näher heranzuzoomen.

HV Magazin: Welche Leistungen erbringt dabei SlidePresenter?

Walker: Bei vielen Konferenzen übernehmen wir den gesamten Service von A bis Z: Wir stellen die Kameraleute, überarbeiten das Material und stellen es online bereit. Der Kunde erhält dann im Endeffekt das fertige Ergebnis. Es funktioniert aber natürlich genauso, wenn der Kunde bestimmte Leistungen wie die Kameraaufnahmen selbst übernimmt. Das Besondere bei vielen Konferenzen im Finanzumfeld ist, dass die jeweiligen Vortragenden die Möglichkeit haben, optional ihre Präsentation selbst zu erwerben, um sie z.B. für die eigene Website verwerten zu können. Ansonsten werden Vorträge entweder auf der Website des Veranstalters im geschlossenen Bereich für angemeldete Konferenzteilnehmer hinterlegt oder öffentlich bereitgestellt. SlidePresenter ist im Kern eine Anwendung, mit der man solche Inhalte einfach produzieren kann. Besonders ist dabei auch, dass Kunden solche Präsentationen auch einfach mit wenigen Mausklicks selbst erstellen können. Als Ausgangsmaterial benötigt man lediglich eine Videoaufnahme und eine Präsentation – beides nicht an bestimmte Dateiformate gebunden. Der kleinste gemeinsame Nenner ist ein PDF. Das Endprodukt kann dann sowohl öffentlich als auch geschützt oder etwa in sozialen Netzwerken zugänglich gemacht werden.

HV Magazin: Das ist also ein Service für Konferenzveranstalter. Wie können auch Emittenten von der Anwendung profitieren?

Walker: Emittenten haben einen großen Kommunikationsbedarf. Sie präsentieren häufig etwas, z.B. gegenüber Investoren. Dabei sind sie aber limitiert, was die Anzahl der Zuhörer und die eigene Reisetätigkeit angeht. Diese Limits heben wir mit SlidePresenter auf. Die Präsentationen können jederzeit abgerufen werden, sind also anders als etwa Webinare nicht an bestimmte Zeitfenster gebunden und laufen auch reibungslos. Es besteht auch die Möglichkeit, mehrere Sprachspuren oder Untertitel einzubinden.

HV Magazin: Das geschieht alles on-Demand. Hauptversammlungen werden auch live im Internet übertragen. Welche Möglichkeiten gibt es hier?

Walker: SlidePresenter ist zwar noch kein Liveübertragungs-Tool. Das soll sich aber in Zukunft ändern. Liveübertragungen bieten wir zudem bereits heute an mit dem Zusatz, dass wir sie für on-Demand aufbereiten. Gerade bei Hauptversammlungen sind ja nicht immer alle Aspekte der Reden interessant. In der Aufzeichnung im Internet besteht dann die Möglichkeit, zu den spannenden Stellen zu navigieren. Auch lassen sich ohne großen technischen Aufwand Links, etwa auf bestimmte Seiten im Geschäftsbericht, einfügen.

HV Magazin: Worauf sollte bei einer Präsentation oder Hauptversammlung geachtet werden, die live und on-Demand im Internet übertragen wird?

Walker: Zwei Aspekte sind besonders wichtig. Das ist zum einen die Beleuchtung, die bei einer Hauptversammlung ohnehin im Allgemeinen gegeben ist. Ansonsten kann das aber auch eine professionelle Kamera bieten. Zum anderen sollte der Referent von Kopf bis Brust gezeigt und die Kamera möglichst frontal auf ihn gerichtet werden. Darüber hinaus gelten die allgemeinen Regeln der Präsentationstechnik für Internetübertragungen natürlich genauso.

HV Magazin: Welche Kosten fallen für Liveübertragungen und on-Demand-Bereitstellung an?

Walker: Liveübertragungen sind wesentlich teurer. Die on-Demand-Bereitstellung kann schon kurz nach der Veranstaltung passieren. Dabei ist die Qualität im Allgemeinen deutlich höher als bei einer Liveübertragung – auch bei eher geringen Bandbreiten. Der Preis richtet sich bei on-Demand nach der Länge des Materials, das online gestellt werden soll, und nach der Sicherheit. Auf Letzteres kann verzichtet werden, wenn die Präsentation komplett öffentlich zugänglich ist. Dann kostet bei uns ein Paket für drei Stunden Inhalte 69 EUR im Monat – wenn bereits ein Video vorliegt. Wenn keines vorliegt, kann man das Video aufzeichnen. Unsere Kameraleute kosten 850 EUR am Tag und sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz flächendeckend verfügbar.

HV Magazin: Herr Walker, vielen Dank für die interessanten Einblicke!

Das Interview führten Daniela Gebauer und Oliver Bönig am Rande der DIRK-Konferenz in Frankfurt.