Weniger ist oft mehr
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass in den Prognoseberichten insgesamt weniger geschrieben wurde: Durchschnittlich verringerte sich der Umfang im Vergleich zum Vorjahr von 6,4 Seiten auf 5,8 Seiten. Aber auch ein kurzer Prognosebericht kann eine hohe Transparenz und einen dichten Informationsgehalt aufweisen: Wie schon im letzten Jahr legte die Linde Group mit drei Seiten einen sehr transparenten Prognosebericht vor. Die kürzesten Berichte lieferten Beiersdorf und Henkel mit je zwei Seiten, wobei Letzterer sich mit einer quantifizierten Ergebnisprognose innerhalb des Mittelfelds stark verbessert hat. Der längste Bericht kommt von HeidelbergCement – mit einer Länge von elf Seiten fällt der Baustoffkonzern allerdings unter die Kategorie „niedrige Transparenz“.

Abb. 3: Analyse der Prognosegenauigkeit als Abgleich zu den Aussagen des Vorjahres
Abb. 3: Analyse der Prognosegenauigkeit als Abgleich zu den Aussagen des Vorjahres

Auffällig ist, dass kein Unternehmen alle Anforderungen an eine transparente Berichterstattung erfüllt. An der Spitze befinden sich die Deutsche Telekom und die Linde Group, wobei die Deutsche Telekom auf eine quantifizierte Umsatzprognose verzichtete und die Linde Group keinen Ausblick zur Liquidität abgab. Prognosekorridore sind und bleiben die beliebteste Art, um quantitativ zu prognostizieren. Acht Mal wurden ausschließlich qualitative Tendenzen angegeben. Die Deutsche Telekom gab als einziges Unternehmen eine Punktprognose ab.

Verbessert hat sich die Zuverlässigkeit der Prognosen: Von den 20 DAX-Unternehmen, die für das Jahr 2015 quantitative Prognosen abgegeben hatten, konnten 18 ihre Ergebnisprognosen einhalten oder übertreffen. Im vergangenen Jahr waren es lediglich 14 von 19 untersuchten Gesellschaften.

Die diesjährige Prognosestudie steht hier zum Download bereit.

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