Bildnachweis: ISA.

Für die Aktien der privaten Schule International School Augsburg (ISA) beginnt heute die Zeichnungsfrist für das am 18. März geplante IPO in München. Wenn alles klappt, findet die erste Bildungsaktie Deutschlands ihren Weg an die Börse.

Börsengang

Die Frist für die öffentliche Zeichnung von insgesamt 639.580 neuen Aktien der ISA ist gestartet. Die Papiere können bis zum 9. März gezeichnet werden. Damit kann die ISA ihr bisheriges Grundkapital, bestehend aus 326.090 Aktien (Nennwert 10 EUR) auf insgesamt 9,7 Mio. EUR erhöhen. Altaktionäre haben ein Bezugsrecht im Verhältnis von 1 zu 2 (1 Alt für 2 Neu), ihre Bezugsfrist hat bereits einen Tag zuvor begonnen.

Der Emissionspreis ist auf 12,50 EUR festgelegt, woraus ein maximaler Bruttoemissionserlös von 8 Mio. EUR resultiert. Die Marktkapitalisierung läge bei 12 Mio. EUR. Der Handelsstart der Aktien im m:access der Börse München ist für den 18. März vorgesehen. Der Orderbuchmanager ist die mwb fairtrade Wertpapierhandelsbank AG, die BankM fungiert als Lead Manager. Vorstand Marcus Wagner: „Mit dem Börsengang wollen wir finanzielle Mittel einwerben und die Öffentlichkeit sensibilisieren. In Deutschland ist verstärkt privates Kapital für hochwertige Bildung und Bildungseinrichtungen notwendig. Wir nehmen unsere Zukunft selbst in die Hand und gehen neue Wege.“

Mittelverwendung

Das frische Kapital soll in einen neuen Schulcampus inkl. Internat und Kita auf einer Grundfläche von 35.000m² fließen. Dorthin soll der gesamte Schul- und Verwaltungsbetrieb verlegt werden. Außerdem soll die Schülerzahl steigen: von gegenwärtig 325 bis 2025 auf 500 Schüler, nach einem später geplanten Ausbau auf 600.

Die Erlöse aus dem Nettoemissionsvolumen (max. 7,1 Mio. EUR) stellen ca. 22% der gesamten Baukosten einer ersten Ausbaustufe von 32 Mio. EUR. Die weiteren Finanzierungsbausteine sollen sich aus staatlichen Zuschüssen des Freistaats Bayern (16 Mio. EUR), aus Fremdkapital in Form eines Darlehens oder einer Schuldverschreibung (6 Mio. EUR) sowie aus Eigenmitteln (3 Mio. EUR) zusammensetzen.

Über die International School Augsburg

Die 2005 gegründete ISA ist eine englischsprachige private Ganztagsschule für Schüler im Alter von drei bis 18 Jahren. Als „IB World School“ ist sie Teil eines Netzwerks von internationalen koedukativen Schulen. Die ISA bietet den international anerkannten Abschluss des IB Diploma (International Baccalaureate/ allgemeine Hochschulreife) und des IGCSE (International Certificate of Secondary Education/ Mittlere Reife) an.

Die Schule ist unterteilt in Lower School mit Kindergarten und Vorschule (3 bis 5 Jahre) und Grundschule (Klassen 1 bis 5) sowie Upper School, mit den Segmenten Middle School (Klassen 6 bis 8) und High School mit den IGCSE-Klassen 9 bis 10 und den IB Diploma-Klassen 11 und 12. Die Abschlüsse sind vom bayerischen Gesetz über das Erziehungs- und Unterrichtswesen anerkannt und durch die bayerische Kultusministerkonferenz zertifiziert.

Das Bildungsangebot richtet sich insbesondere an international mobile Familien, an Fach- & Führungskräfte, die im Wirtschaftsraum Augsburg ansässig sind. Die ISA im „Wettbewerb der TOP-100 der innovativsten deutschen Mittelständler“ ausgezeichnet – als bundesweit erste Schule überhaupt.

Geschäftsmodell

In dem im August zu Ende gegangenen Geschäftsjahr 2019/20 hat die ISA ihren Umsatz geringfügig auf 6,2 Mio. EUR (Vorjahr: 6,1 Mio. EUR) gesteigert. Das EBITDA betrug 0,44 Mio. EUR (Vorjahr: 0,42 Mio. EUR), der Nettoverlust belief sich auf 0,16 Mio. EUR (Vorjahr: + 0,11 Mio. EUR).

Die Umsätze speisen sich im Wesentlichen aus dem eingenommenen Schulgeld zzgl. einmaliger Einschreibe- und Aufnahmegebühren, die im abgelaufenen Jahr für knapp 80% der Umsätze verantwortlich waren. Hinzu kommen gut 20% aus der staatlichen Förderung und 1% aus Spenden. Insgesamt hat die ISA 2019/20 Schulgeld in Höhe von 4,9 Mio. EUR eingenommen. Das bedeutet dass die Eltern je nach Klassenstufe zwischen 13.400 und 16.300 EUR jährlich bezahlen – monatlich also durchschnittlich 1.200 EUR.

Da die ISA eine gemeinnützige Einrichtung ist, darf sie keine Gewinne etwa als Dividende ausschütten. Die Gewinne müssen zweckgebunden in den Schulbetrieb reinvestiert werden. Die Schule ist zudem angewiesen, die Verwaltung schlank zu halten. Dafür ist sie von der Körperschaft- und Gewerbesteuer befreit (sowie von der Umsatzsteuer für Leistungen, die direkt dem Bildungsbetrieb dienen). Die ISA unterliegt der staatlichen Förderung, die sie als Eigenkapitalanteil ausweisen kann. Der jährliche Nettogewinn als Kennziffer hat also geringere Bedeutung.