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Der Personaldienstleister und Weiterbildungsanbieter Amadeus Fire (WKN: 509310) hat gestern Abend (3. August 2026) seine Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt und die Prognose für das laufende Jahr nach unten korrigiert. „Das erste Halbjahr 2026 verlief für die Amadeus Fire Group in einem weiterhin schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. Nach einem planmäßigen Jahresauftakt führte die im zweiten Quartal nochmals gestiegene Unsicherheit in Folge des Iran-Krieges sowie den damit verbundenen wirtschaftlichen Auswirkungen zu einer spürbaren Zurückhaltung vieler Unternehmen bei Personalentscheidungen“, teilte das Unternehmen mit. Im Juli hatte sich die Aktie auf rund 25 EUR erholt. Nach der Verkündung der neuen Geschäftszahlen gab der Aktienkurs heute (4. August 2026) um rund 4 % nach. Von Gian Hessami


Die wirtschaftlichen Auswirkungen machten sich laut Amadeus Fire deutlich in der Nachfrage und in den Umsätzen für Personalvermittlungen im Personaldienstleistungssegment bemerkbar. Damit wurden die Planungen im zweiten Quartal in den Personaldienstleistungen verfehlt, trotz einer Auftrags- und Umsatzentwicklung der Dienstleistungen Zeitarbeit und Interim Management im Rahmen der Erwartungen. „Die neue Prognose antizipiert keine Verbesserung der Situation im weiteren Jahresverlauf. Das Segment Weiterbildung erreichte auch im zweiten Quartal die gesteckten Umsatz- und Ergebnisziele“, so das Unternehmen.

Über Amadeus Fire

Amadeus Fire ist ein spezialisierter Personaldienstleister und Weiterbildungsanbieter mit Sitz in Frankfurt am Main. Das Segment Personaldienstleistungen ist auf den kaufmännischen und IT-Bereich ausgerichtet und bündelt die Besetzung von Fach- und Führungskräften in den Divisionen Accounting, Office, Legal, Financial Services und IT-Services. Zum Kerngeschäft zählen Zeitarbeit, Personalvermittlung, IT-Freelancing sowie Interim- und Projektmanagement. Im Segment Weiterbildung stehen fünf Marken – Masterplan, eduBITES, Steuer-Fachschule Dr. Endriss, Comcave und GFN – für ein breites Qualifizierungsangebot. Inhaltliche Schwerpunkte liegen unter anderem auf Künstlicher Intelligenz, Steuern, Rechnungswesen/Controlling, Internationaler Rechnungslegung, Human Resources, Arbeitsrecht und IT sowie weiteren kaufmännischen Weiterbildungsfeldern in den Bereichen B2B, B2C, B2G. Das Unternehmen, bei dem mehr als 3.000 Mitarbeiter beschäftigt sind, ist an etwa 20 Standorten in Deutschland tätig. An der Börse ist das Unternehmen aktuell bei einem Aktienkurs von 21,35 EUR rund 123 Mio. EUR wert.

Umsatz und Gewinn sinken

Die Amadeus Fire Group erzielte auf Basis der vorläufigen Finanzkennzahlen im ersten Halbjahr 2026 einen Konzernumsatz von 171,7 Mio. EUR (Halbjahr 2025: 186,6 Mio. EUR) sowie ein operatives Konzern-EBITA von rund 3,5 Mio. EUR (Halbjahr 2025: 6,4 Mio. EUR). Daraus resultiert eine operative EBITA-Marge für das erste Halbjahr 2026 von 2 % (H1/2025: 3,4 %). Nach einem Rückgang im ersten Quartal dieses Jahres um 1,3 Mio. EUR, sank das operative EBITA im zweiten Quartal 2026 verglichen mit dem Vorjahresquartal um 1,7 Mio. EUR. Für den weiteren Verlauf des Jahres 2026 prognostiziert Amadeus Fire von Quartal zu Quartal, unterstützt durch eine deutlich höhere Anzahl von Arbeitstagen, eine stabilisierte Umsatzentwicklung und eine verbesserte Ergebniskraft gegenüber dem ersten Halbjahr 2026.

Das Eigenkapital des Konzerns lag zum 30. Juni 2026 mit 127,3 Mio. EUR um rund 2,8 % leicht unter dem Niveau des 31. Dezember 2025 von 130,9 Mio. EUR. Die Abnahme ergibt sich ausschließlich aus dem zum 30. Juni 2026 erwirtschafteten Periodenfehlbetrag von -3,6 Mio. EUR. Daraus resultiert, aufgrund der um rund 1 % geringeren Bilanzsumme gegenüber dem Jahresultimo 2025, eine leicht geringere Eigenkapitalquote von 35,8 % (31. Dezember 2025: 36,5 %).

Aussichten: Gemischtes Bild

Der Vorstand legt seinen neuen Erwartungskorridor an das untere Ende der im Geschäftsbericht 2025 veröffentlichten Prognose für das Geschäftsjahr 2026. Die Amadeus Fire Group erwartet nunmehr Umsatzerlöse in einer Bandbreite von 350 bis 365 Mio. EUR (bisher 362 bis 394 Mio. EUR) und läge damit etwa auf Vorjahresniveau. Dabei wird unverändert unterstellt, dass die angespannte Lage im Bereich der Unternehmenskunden anhalten wird. Vor diesem Hintergrund erwartet der Vorstand ein Umsatz- und Ergebniswachstum nur im Weiterbildungssegment, während das Segment der Personaldienstleistungen zurückgehen sollte. Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet der Vorstand nunmehr mit einem operativen EBITA in einer Bandbreite von 17 bis 23 Mio. EUR. Zuvor (Ende März 2026) hatte das Unternehmen eine Spanne von 20 bis 31 Mio. EUR erwartet. „Dies entspräche gleichwohl einem Wachstum gegenüber dem durch Restrukturierung beeinflussten Geschäftsjahr 2025 von rund 24 bis 68 %“, resümiert Amadeus Fire.

Quelle: © www.stock3.com – Aktienkurs Amadeus Fire, 4. August 2026, 17:46

Fazit

Nach einem planmäßigen Jahresauftakt führte im zweiten Quartal das schwierige wirtschaftliche Umfeld zu einer steigenden Unsicherheit und spürbaren Zurückhaltung vieler Unternehmen bei Personalentscheidungen. Davon war besonders die Personalvermittlung von Amadeus Fire betroffen, während sich das Weiterbildungssegment insgesamt im Rahmen der Erwartungen des Unternehmens entwickelte. Die Anpassung des Jahresergebnisses nach unten hinterließ auch an der Börse Spuren, die Aktie verlor deutlich an Wert. Auf Sicht der vergangenen vier Wochen liegt der Titel aber noch leicht im Plus, die Prognosekorrektur scheint bereits eingepreist. Das Unternehmen geht für den weiteren Verlauf des Jahres von einer stabilisierten Umsatzentwicklung und einem verbesserten Ergebnis gegenüber dem ersten Halbjahr aus. Langfristige Treiber des Geschäfts wie Fachkräftemangel, demografischer Wandel und der steigende Bedarf an Qualifizierung scheinen weiter intakt.

Autor/Autorin

Gian Hessami
Finanzjournalist at  | Website

Gian Hessami gehört zum Redaktionsteam der Kapitalmarkt-Plattform GoingPublic (GoingPublic, HV Magazin, www.goingpublic.de). Als Finanzjournalist beleuchtet er regelmäßig aktuelle Entwicklungen an der Börse und ist Autor von Beiträgen und Aktienanalysen. Mit den Finanzmärkten beschäftigt sich der gelernte Zeitungsredakteur bereits seit 2004.