Aus Jena kommt die InflaRx GmbH, ein biopharmazeutisches Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von Therapeutika zur Kontrolle von durch Komplementaktivierung hervorgerufenen Entzündungsreaktionen spezialisiert hat. Jüngst konnte eine Serie C-Finanzierungsrunde erfolgreich abgeschlossen werden.

Herr Riedemann, bitte erklären Sie uns das Geschäftsmodell der Inflarx GmbH. Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal?
InflaRx entwickelt „first-in-class“ Therapeutika zur Bekämpfung lebensbedrohlicher Entzündungsreaktionen, die durch unser eigenes Immunsystem hervorgerufen werden. Der Fokus liegt dabei auf der Kontrolle von Molekülen im terminalen Komplementsystem, einem Teil des unspezifischen humoralen Immunsystems. InflaRx führt hierbei die internationale Entwicklung von monoklonalen Antikörpern an, welche spezifisch das humane Protein C5a binden und in seiner Wirkung komplett hemmen. Dies war in der Vergangenheit eine große Herausforderung für pharmazeutische Entwickler. Dank der von uns entwickelten Technologie ist uns als erster Firma hier ein Durchbruch gelungen. C5a spielt eine zentrale Rolle bei der Verstärkung fast aller Entzündungsprozesse. Nach unseren Erfahrungen und Daten gibt es bisher keine Ansätze, die dieses Protein effektiv blockieren.

Vor wenigen Tagen haben Sie den Abschluss einer Serie C-Finanzierungsrunde über rund 31 Mio. EUR bekanntgegeben. Welche Investoren haben sich beteiligt und was haben Sie mit dieser Summe vor?
An der Finanzierung beteiligten sich neben bisherigen Kapitalanlegern auch neue Investoren wie Staidson Hongkong Investment Company (“STS”), internationale industrielle Investoren und Family Offices. Die finanziellen Mittel werden im Wesentlichen für mehrere klinische Phase-II Studien unseres „Lead Drug“ Kandidaten IFX-1 ausgegeben, einem hoch potenten anti-C5a Antikörper. Zudem haben wir äußerst spannende weitere Moleküle in der prä-klinischen Entwicklung. Auch diese sollen mit den eingeworbenen Geldern weiterentwickelt werden.

Welches Marktpotenzial sehen Sie für Ihren Lead-Kandidaten IFX-1 und wann dürfen wir mit einer Markteinführung rechnen?
Entsprechend der oben beschriebenen wissenschaftlich seit langem gut untersuchten zentralen Rolle des Moleküls C5a für wesentliche akute- und auch chronische Entzündungsprozesse sehen wir ein großes Potential für unsere Technologie in verschiedenen Entzündungserkrankungen. Wir werden IFX-1 in mehreren Phase-II-Studien in unterschiedlichen Indikationen entwickeln und rechnen mit einem Übergang in erste Phase-III-Studien in den kommenden zwei bis drei Jahren. Ein verbindlicher Ausblick für eine Markteinführung hängt von vielen Faktoren ab, insbesondere von dem erfolgreichen Ausgang der Phase III-Studien.

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