Active Biotech: So macht das Fusionsprotein ABR217620 das Immunsystem scharf. Quelle: Active Biotech
Active Biotech: So macht das Fusionsprotein ABR217620 das Immunsystem scharf. Quelle: Active Biotech

Die auf dem diesjährigen ASCO Treffen in Chicago vorgestellten Daten der ANYARA-Studie zeigten eine Verdoppelung des Überlebens einer Patienten-Untergruppe bei der Kombination des Fusionsproteins ABR-217620 mit Interferon-alpha.

Anstelle von nur 31,1 Monaten, solange betrug das mittelere Überleben des Placebo Arms der Studie in Patienten mit Nierenzellkrebs (NCC), überlebten Patienten unter der Kombinationstherapie 63,3 Monate. Der Wirkstoffkandidat, ein Immunotoxin mit der wissenschaftlichen Bezeichnung ABR-217620 hört auf den schönen Namen Naptumomab Estafenatox und ist biochemisch gesehen ein Fusionsprotein – bestehend aus einem FAB Fragment eines Antikörpers und dem Superantigen Staphylokokken-Enterotoxin. Während das FAB Fragment ganz spezifisch an das 5T4 Antigen auf den Tumorzellen andockt, induziert das Staphylokokken-Enterotoxin eine Tumor-spezifische T-Zellen-Immunantwort. So markiert, werden Tumorzellen von der Immunabwehr erkannt und im besten Falle zerstört. Auch wenn eine statistische Signifikanz hinsichtlich Gesamtüberleben (OS: Overall Survival) und Progressions-freiem Überleben (PFS: Progression Free Survival) lediglich in einer Patientensubgruppe erzielt werden konnte, das Ergebnis ist vielversprechend. Immerhin zeigten 25 Prozent der Studienteilnehmer mit niedrigen oder normalen IL-6 Konzentrationen im Blut einen statistisch signifikanten Behandlungsvorteil. Das OS stieg von 31,1 Monaten in der Placebo-Gruppe auf 63,3 Monate in der Wirkstoffgruppe. Auch das PFS nahm signifikant zu, von 5,8 (Placebo) auf 13,7 (Wirkstoff) Monate.

Partner gesucht!
Active Biotech, das in Schweden beheimatet ist, sucht nun einen Partner für die geplante Phase-III-Entwicklung seiner gezielt wirkenden Krebstherapie gegen das Nierenzellkarzinom. Weltweit sind jährlich etwa 180.000 Menschen von der Diagnose Nierenzellkrebs betroffen, bei 50 Prozent liegen bereits Metastasen vor. Bei einer Metastasierung liegt das durchschnittliche Überleben bei nur etwa 2 Jahren. Entsprechend schlecht sehen die Statistiken aus, die zeigen, dass fünf Jahre nach Diagnosestellung nur noch etwa 5 bis 15 Prozent der Patienten am Leben sind. Auch wenn die Anzahl der Neuerkrankungen überschau bar ist, der Markt für Therapeutika gegen das Nierenzellkarzinom liegt schätzungsweise bei 2,7 Milliarden US-Dollar. Das erklärt auch die Vielzahl der bereits zugelassenen Medikamente. Als First-Line-Therapeutika sind Sutent, Avastin in Kombination mit IFN, Torisel und Votrient auf dem Markt. Als Zweitlinien-Therapie beim Nierenzellkarzinom besitzen Nexavar und Everolismus eine Zulassung.