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In den Fokus von Investoren zu kommen und zu bleiben ist aufgrund der Vielzahl von Investmentmöglichkeiten am Kapitalmarkt eine nachhaltige Herausforderung für börsennotierte Unternehmen. Gerade für mittelständische börsennotierte Unternehmen ist die Investor-Relations-Arbeit deshalb von essenzieller Bedeutung, um eine erfolgreiche Kapitalmarktstrategie umzusetzen. Seit 2007 befragen wir deshalb jährlich den deutschen börsennotierten Mittelstand zu seiner Investor-Relations-Arbeit und den verwendeten IR-Instrumenten. Die diesjährige Umfrage, die im Zeitraum von April bis Juni 2014 vorgenommen wurde, aktualisiert die Befragungen aus den Jahren 2007 bis 2013.

IR-Arbeit bleibt meist im Haus

Wie bereits in den Vorjahren wird die IR-Arbeit vorwiegend intern gesteuert. Bei 74% der Unternehmen liegt die Zuständigkeit bei einem hauseigenen IR-Mitarbeiter oder einer IR-Abteilung (Vorjahr: 59%). Über die Hälfte der Vorstände (55%) nimmt diese wichtige Aufgabe selbst wahr (Vorjahr: 57%). Nur ca. 7% der befragten mittelständischen Unternehmen nutzen das Know-how eines externen IR-Dienstleisters (Vorjahr: 14%).

 

IR Arbeit Zuständigkeit
IR Arbeit Zuständigkeit

IR-Budgets sind überraschend angestiegen

Die IR-Budgets sind überraschend auf Rekordniveau angestiegen, obwohl im vergangenen Jahr der Zenit erreicht schien. Gemäß aktueller Umfrage 2014 verfügen 60% der Unternehmen über ein Budget von mehr als 75.000 EUR (exkl. Personalkosten), im Vorjahr waren dies 43%.

Mit Blick auf die weitere Entwicklung bleiben die Budgets für die Anlegerbetreuung relativ stabil. 69% geben an, die Ausgaben konstant halten zu wollen, 16% der befragten Unternehmen planen weiter steigende Budgets und damit höhere IR-Ausgaben (siehe Abb. 3). Fallende Budgets erwarten nach dem starken Anstieg wieder mehr Unternehmen, und zwar 14% der Befragten – im Vorjahr waren es nur 5%.

Private Investoren verlieren an Bedeutung

Analysten und Institutionelle Investoren stehen gemäß unserer Umfrage weiterhin im Zentrum der IR-Arbeit. Die Zielgruppen Analysten und Institutionelle Investoren wurden dabei von 74% bzw. 83% der Befragten als wichtig eingestuft. Damit befinden sich beide Zielgruppen weiter auf hohem Niveau.

Eine neue Tendenz hat sich hingegen bei der Zielgruppe „Private Investoren“ hinsichtlich der Bedeutungseinschätzung ergeben. Hier ist der Umfragewert deutlich abgestürzt auf nur noch 67% nach 78% im Vorjahr. In den Vorjahren lagen die Privaten mit den Institutionellen nahezu gleichauf.

Die IR-Zielgruppe „Journalisten“ hat sich nach starken Verlusten in den vergangenen Jahren in der aktuellen Umfrage auf niedrigem Niveau stabilisiert.

Bedeutung der IR InstrumenteComeback der Roadshows

Investoren- bzw. Analystenkonferenzen sowie organisierte 1-on-1-Meetings auf Konferenzen haben auch in unserer IR-Umfrage 2014 ihre Top-Position behauptet und sind auch in diesem Jahr wieder die beliebtesten IR-Instrumente des deutschen Mittelstands. Diese wurden beide von 86% (Vorjahr 86% bzw. 84%) der IR-Verantwortlichen als „wichtig“ eingestuft.

Stark zugelegt bei der diesjährigen Umfrage haben die Roadshows national, also in Deutschland, welche nun wieder von 71% der Befragten als wichtig eingestuft wurden. Zum Vorjahr (59%) ist dies wieder ein deutlicher Anstieg, und auch internationale Roadshows sind mit 67% (Vorjahr: 57%) wieder im Kommen. Zulegen konnten des Weiteren erneut die Telefonkonferenzen – die Webpräsentationen waren dagegen nahezu unverändert. Innovative Online-Geschäftsberichte werden von etwa einem Drittel der Befragten als wichtig eingestuft und haben sich in diesem Bereich in den letzten Jahren recht stabil eingependelt.

Budgets im MittelstandFazit

Die Budgets haben ein weiteres Rekordniveau erklommen und ein deutlicher Rückgang wird auch weiterhin nicht wirklich erwartet. Dabei bleibt die IR-Arbeit weiterhin Vorstandsaufgabe bzw. wird „in-house“ von spezialisierten Mitarbeitern betreut. Während Analysten und Institutionelle Investoren weiterhin im Kernfokus der Investor-Relations-Arbeit stehen, ist die Bedeutung von Privatinvestoren deutlich eingebrochen.

Bei der Wahl der IR-Instrumente werden auch 2014 erneut Investoren- bzw. Analystenkonferenzen sowie dortige 1-on-1-Meetings favorisiert. Ein klares Comeback erleben laut Umfrage Roadshows sowohl im In- als auch im Ausland.

 

 

 

 

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