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Die Schweizer Privatbank EFG International kauft die etwa gleich große Tessiner Bank BSI für etwa 1,3 Mrd. CHF, womit die beiden Institute ein verwaltetes Vermögen von rund 170 Mrd. CHF aufweisen können. Damit steigen sie zur Nummer fünf auf dem umkämpften Schweizer Finanzmarkt auf und spielen künftig in einer Liga wie Pictet oder Safra Sarasin. „Wir dringen auf die nächste Stufe vor“, erklärte EFG-CEO Joachim Straehle am Montag in der Schweizer Presse.

Weniger positiv kamen die Fusions-Pläne hingegen bei den EFG-Anlegern an: So verlor die Aktie im Tagesverlauf knapp 7%.

Grund dafür könnte die 500 Mio. CHF schwere Kapitalerhöhung sein, mit der EFG den Kauf finanzieren will – so spekuliert man zumindest in Insiderkreisen. Zudem plant EFG Ergänzungskapital (Additional Tier 1) im Umfang von 250 Mio. CHF, um die geplante Barzahlung von 975 Mio. CHF zu finanzieren.

Den Rest der Übernahme soll EFG mit der Ausgabe eigener Aktien finanzieren: Die brasilianische BTG Pactual wird im Zuge dessen zum EFG-Großaktionär mit einem Anteil rund 20%. Wichtigster Aktionär bleibt jedoch die griechisch-schweizerische Reeder-Familie Latsis mit künftig rund 35%.

Erst im September letzten Jahres hatte die brasilianische Bank BTG um den umstrittenen Andre Esteves die Schweizer Privatbank BSI von der Generali abgekauft.

Für den Fall, dass EFG angesichts des schwierigen Börsenumfelds nicht genügend frisches Kapital aufnehmen könnte, haben die Familie Latsis und BTG weitere Geldspritzen in Aussicht gestellt.

 

Mit dem Zusammenschluss hoffen die beiden Banken, sich im internationalen Wettbewerb um die zumeist vermögende Kundschaft künftig besser behaupten zu können. Läuft alles nach Plan, soll der Deal bis zum Jahresende über die Bühne gehen.

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