Zwei Drittel der europäischen Unternehmenslenker geht von einer zunehmenden und 11% sogar von einer deutlich zunehmenden M&A-Aktivität aus. Im Vorjahr waren es 47% beziehungsweise 1%.

Das befindet eine Studie, für welche die internationalen Anwaltssozietät CMS zusammen mit der M&A-Onlinepublikation Mergermarket 225 in Europa ansässige Führungskräfte befragte.

 „Ukraine-Konflikt kann M&A-Aktivität ausbremsen“

„Die Befragung spiegelt das zunehmende Marktvertrauen wider, das auch durch die hohe Anzahl an M&A-Deals in diesem Jahr und jüngst von europäischen Unternehmen angekündigten größeren Transaktionen belegt wird“, kommentierte Peter Huber, Partner von CMS in Wien und Leiter des Corporate Transactions-Teams. „Die anhaltenden finanziellen und politischen Unsicherheiten rund um den Ukraine-Konflikt könnten die europäische M&A-Aktivität jedoch noch einbremsen.“

Rund 41% der befragten Unternehmenschefs denken, dass die Krise zu Beeinträchtigungen für den Markt führen konnte.

Branchenkonsolidierung treibt das Geschäft

Die wichtigsten Impulse für die ansteigende Transaktionsaktivität sehen die Unternehmer auf der Käuferseite vor allem bei der Branchenkonsolidierung mit 59%, dem vermehrten Interesse ausländischer Käufer mit 56%  und besonders kaufkräftigen Akteuren mit 55%.

Die Branchenkonsolidierung betrifft laut CMS vor allem den Technologie-, Medien- und Telekommunikationssektor stark: Gegenüber dem Vorjahreszeitraum nahm die Zahl der entsprechenden Deals im ersten Halbjahr 2014 um 10% zu – das Transaktionsvolumen stieg in derselben Zeit um etwa ein Drittel auf 66 Mrd. EUR. Für keinen Sektor rechnen die Befragten mit mehr Deals in den nächsten zwölf Monaten.

Distressed M&A nimmt ab

Auf der Verkäuferseite wird die M&A-Aktivität laut der Vorstände hauptsächlich durch die Kapitalbeschaffung für Expansion in wachstumsstarke Bereiche, Fusionen und Übernahmen aus Zwangslagen heraus sowie die Trennung von nicht zum Kerngeschäft gehörenden Vermögenswerten bei größeren Unternehmen getrieben. „Distressed M&A“ nahm gegenüber dem Vorjahr jedoch um 9% ab, so CMS. Als Haupthindernis von M&A-Deals sehen die europäischen Unternehmer regulatorische Aspekte, gefolgt von Finanzierungsschwierigkeiten und wirtschaftlicher Unsicherheit.

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