Laut aktuellem M&A-Insights von Allen & Overy zeigte sich der deutsche M&A-Markt im ersten Quartal 2016 trotz herausfordernder geopolitischer und makroökonomischer Lage robust. Vor allem chinesische Investoren waren besonders aktiv in Deutschland.

So haben sich gleich mehrere Investoren aus China am Erwerbsverfahren des Müllverwertungsunternehmen EEW Energy from Waste beteiligt. Letztlich setzte sich Beijing Enterprises im Bieterwettkampf durch und übernahm EEW für rund 1,4 Mrd. EUR von der Private-Equity-Gruppe EQT. Die Transaktion war das bislang größte Direktinvestment eines chinesischen Unternehmens in Deutschland.

Auch ChemChina sorgte für Schlagzeilen: So erwarb der chinesische Staatskonzern sowohl in Deutschland den Maschinenbauer KraussMaffei für rund 1 Mrd. EUR als auch in der Schweiz den Chemieriesen Syngenta für umgerechnet 43 Mrd. USD.

Das erste Quartal zeige laut Studie deutlich, welche Entwicklung chinesische Investoren in Deutschland genommen haben. „Nachdem sie sich vor wenigen Jahren noch auf den Erwerb krisengeschüttelter Automobilzulieferer und Unternehmen aus der Solarbranche konzentrierten, hat sich der Branchenfokus geöffnet und sich vor allem in Richtung Technologie verschoben. Auch die Transaktionsvolumina sind signifikant gestiegen, und Transaktionsstrukturen wurden deutlich komplexer“, betont Dr. Michael J. Ulmer, Corporate/M&A-Partner bei Allen & Overy.

Doch auch ohne chinesische Beteiligung scheint der M&A-Markt in Deutschland weiter anzuziehen. So sorgte im ersten Quartal der angekündigte Zusammenschluss von Deutsche Börse und London Stock Exchange für Aufsehen. Dabei wird die Deutsche Börse mit rund 15 Mrd. EUR und die London Stock Exchange mit etwa 11 Mrd. EUR bewertet. Unmittelbar nach dieser Ankündigung gab die Deutsche Börse den Verkauf ihrer US-Tochter ISE für rund 1 Mrd. USD an die Nasdaq bekannt.

Weniger stark zeige sich jedoch der Kapitalmarkt: So gelangen mit dem IPO des Biotechnologie-Unternehmens Brain und dem „Börsengang Light“ des Herstellers von Windanlagen Senvion im ersten Quartal 2016 nur zwei  Emissionen. Der deutsche Kapitalmarkt folgt damit seinem US-amerikanischen Vorbild.

„Entscheidend wird nun sein, wie sich der M&A-Markt im zweiten Quartal 2016 entwickelt. Eine weitere Zinserhöhung in den USA könnte das Vertrauen der Marktteilnehmer stützen und dabei helfen, bis zur Sommerpause den Grundstein für ein zufriedenstellendes M&A-Jahr 2016 zu legen“, so Ulmer.

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