Im März wurde bekannt, dass das hessische Pharmazeutik-Unternehmen Biotest vom chinesischen Investor Creat übernommen werden soll. Nun gerät die Übernahme durch US-Behörden ins Stocken – der Fall erinnert stark an Aixtron im letzten Jahr.

Der zuständige Ausschuss der US-Regierung zur Kontrolle von Auslandsinvestitionen (CFIUS) habe angekündigt, den Deal zwischen Biotest und Creat nicht abschließend freigegeben zu können, teilten beide Unternehmen diese Woche mit. Nun suche man weitere Gespräche mit der Behörde, um Bedenken auszuräumen, hieß es weiter.

Biotest, die sich auf die Herstellung von Arzneimitteln aus Blutplasma spezialisiert haben, und Creat hatten sich bereits im Frühjahr auf eine Übernahme geeinigt. Creat ist laut eigenen Aussagen Chinas größte börsennotierte Gesellschaft für Plasmaprodukte. Die Transaktion hat einen Wert von rund 940 Mio. EUR. Dabei wollen die Chinesen 19 EUR je Vorzugspapier und 28,50 EUR je Stammaktie den Biotest-Aktionären bezahlen.

Aktienkurs leidet

Kurz nach Bekanntgabe der vorerst auf Eis gelegten Übernahme durch Creat, ging der Biotest-Aktienkurs rund 10% nach unten – erholte sich am Mittwochvormittag aber wieder etwas. Aktuell liegt der Kurs bei rund 19,50 EUR.

Die Dreieicher wären nicht das erste deutsche Unternehmen, deren Übernahme durch die US-Behörden gestoppt würde: Im vergangenen Herbst platzte der Deal zwischen Aixtron und dem chinesischen Investor Fujian Grand Chip Investment, nachdem CFIUS Sicherheitsbedenken äußerte. Daraufhin gab die Behörde den Fall an den damaligen US-Präsident Barack Obama weiter, der durch sein Veto den Verkauf für die US-Niederlassung verhinderte. Fujian zog in Folge dessen das Übernahmeangebot zurück.

 

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