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Bildnachweis: ©theevening – stock.adobe.com, Euronext Corporate Services.

Die Rollen von Shareholdern und Stakeholdern gleichen sich zunehmend. Das intensiviert den Dialog zwischen Management und Aktionären weiter. Die Transparenz der Unternehmensbeteiligungen erhöht sich – und damit auch die Anreize für eine verantwortungsvollere Form des Kapitalismus.

Shareholder-Transparenz: Eckpfeiler der Investor Relations

Zu wissen, wer genau Anteile an einem Unternehmen hält, ist, neben detaillierten und aktuellen Erkenntnissen über die Aktionärsstruktur, der Schlüssel zu einer erfolgreichen Investor-Relations-Strategie. Dazu gehört auch die Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung durch das Unternehmen.

Die Zusammensetzung des Aktionariats eines Unternehmens und die Kommunikation mit den Aktionären haben jeweils großen Einfluss darauf, wie die Märkte auf Ankündigungen und Pläne reagieren. Zudem wirken sich beide Faktoren wesentlich auf die Fähigkeit zur Finanzierungssicherung und zur Aufrechterhaltung langfristiger Partnerschaften bei der Verfolgung der Unternehmensstrategie aus.

Neue Transparenzregeln und die Digitalisierung der Shareholder Relations haben zwei wichtige Impulse gegeben, die dem dringend benötigten Sparen auf Aktienbasis neuen Auftrieb verleihen: zum einen Souveränität in Bezug auf die Finanzierung der Unternehmen, zum anderen Aktienmärkte, die für breitere Bevölkerungsschichten offenstehen.

Marktreaktionen auf Unternehmensankündigungen und -pläne werden durch die Zusammensetzung des Aktionariats beeinflusst

Die Reaktion der europäischen Märkte auf den Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 sagt viel darüber aus, wie unterschiedlich die Marktteilnehmer mit diesem plötzlichen Schock umgegangen sind.

Während die Marktwerte passiver Instrumente und alternativer Anlagen zu Beginn der Krise abgestürzt sind – was zu einer Marktvolatilität führte, wie sie seit einem Jahrzehnt nicht mehr zu beobachten war –, bestand die Hauptpriorität von Long-Only-Vermögensverwaltern darin, auf plötzliche Marktbewegungen nicht zu heftig zu reagieren. Die Anpassung der Liquiditätspositionen und Portfolio-Risikoprofile durfte ohne wesentliche Veränderung der langfristigen Unternehmensperspektiven keine übereilten Entscheidungen nach sich ziehen.

An den Aktienmärkten waren zu dieser Zeit auch verstärkte Aktivitäten von Privataktionären zu beobachten.

Was ist aus diesen Entwicklungen zu schließen? Zweifelsohne, dass ein diversifizierter Aktienbesitz maßgeblichen Einfluss auf die Börsen-Performance der Unternehmen hat. Die Aufnahme in Benchmark-Indizes bietet Sichtbarkeit und Liquidität, zieht aber auch eine höhere Anzahl von passiven Aktionären und Long- sowie Short-Fonds an. Börsennotierte Unternehmen sollten daher eine Aktionärsstruktur anstreben, die sowohl „Stockpicker“ (also Vermögensverwalter, die ihre Entscheidungen auf Basis von Fundamentaldaten, langfristigen Prognosen und ihrem Vertrauen in das Management treffen) als auch Privataktionäre (die dank digitaler Kommunikation immer besser erreichbar sind und den Unternehmen eine stabile Aktionärsbasis bieten) umfasst.

Vom Shareholder zum Stakeholder: besserer Dialog zwischen Unternehmen und Aktionären

Der Austausch mit Aktionären ist ein fortlaufender Prozess. Daher sollten börsennotierte Unternehmen darin kein Hindernis sehen, sondern vielmehr Interesse haben, in diesem Punkt besser zu werden.

Hier finden Sie unsere IPO News.

Während die Rechenschaftspflicht eine Belastung darstellen kann, erleichtern Fortschritte in der digitalen Kommunikationstechnologie und Investor-Relations-Plattformen eine effektive Aktionärsvertretung sowie den Zugang für Privatinvestoren. Dies kann an der wachsenden Zahl virtueller Hauptversammlungen während des Lockdowns nachvollzogen werden. Aktionäre können nun online Präsentationen, Diskussionen und Abstimmungen verfolgen und daran teilnehmen, wodurch ein Forum für den Dialog zwischen dem Unternehmen und seinen Aktionären entstanden ist.

Der Dialog zwischen börsennotierten Unternehmen und Aktionären wird sich intensivieren – zwei grundlegende Trends unterstützen diese Entwicklung:

Das für Shareholder-Aktivismus und feindliche Übernahmen vorteilhafte wirtschaftliche Klima.

Kurzfristig und angesichts der durch die Pandemie verursachten Marktturbulenzen und des damit verbundenen wirtschaftlichen Abschwungs werden einige Unternehmen anfällig für Angriffe sein. Die Ursachen dafür liegen in den Veränderungen ihrer Fundamentaldaten und ihrer Bewertung sowie in den Herausforderungen, die sich durch die Krise für die Führung dieser Unternehmen ergeben haben. Diesen Entwicklungen kann nur durch transparenten Dialog und ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Unternehmen und Aktionären erfolgreich begegnet werden. Das Verantwortungsbewusstsein der Aktionäre wird hingegen daran gemessen, wie sie mit Änderungen der Dividendenausschüttungen der Unternehmen umgehen.

Struktureller Trend durch das rasche Wachstum der ESG-Fonds.

ESG-Fonds haben Mittelzuflüsse auf Rekordniveau verzeichnet und sich zudem über mehrere Wochen trotz der jüngst ungünstigen Marktbedingungen als widerstandsfähig erwiesen. Zudem haben Untersuchungen gezeigt, dass Unternehmen mit, im Vergleich zu ihren Mitbewerbern niedrigeren ESG-Bewertungen, stärkere Prognosesenkungen beim Gewinn pro Aktie für das laufende Jahr hinnehmen mussten. Das rasche Wachstum der ESG-Fonds ist ein unausweichlicher Trend, der weitreichende Veränderungen in der Vermögensverwaltungsbranche mit sich bringt und infolge dessen auch die Anforderungen an börsennotierte Unternehmen in Bezug auf Nichtfinanz-Reporting, Governance und Dialog mit den Aktionären nach oben schraubt.

Wie werden Shareholder identifiziert und kategorisiert?

In Anbetracht dieser Anforderungen müssen die Unternehmen ihre Investor-Relations-Arbeit professionalisieren und die notwendigen Ressourcen bereitstellen, um dieser Aufgabe effektiv gerecht zu werden. Dazu gehört auch die Identifikation der einzelnen Aktionäre.

Glücklicherweise haben die europäischen Regulierungsbehörden Reformen eingeführt, die einen besseren Austausch mit den Aktionären ermöglichen. Dazu gehört insbesondere die SRD II-Richtlinie der EU, die derzeit in allen Mitgliedstaaten in nationales Recht umgesetzt wird. Mehr zur SRD II-Richtlinie, und wie Unternehmen davon profitieren können, kann in dem E-Book „How to benefit from the Shareholder Rights Directive (SRD II)“ nachgelesen werden.

Die Richtlinie, die darauf abzielt, den Austausch zwischen Aktionären und Unternehmen dauerhaft zu verbessern, wird in der Praxis sicherstellen, dass börsennotierte Unternehmen Entscheidungen mit Blick auf ihre langfristige Stabilität treffen:

• Emittenten erhalten erweiterte Rechte zur Identifizierung ihrer Aktionäre, mit erhöhter Transparenz darüber, wer letztendlich Eigentümer ihrer Aktien ist (nicht mehr länger limitiert auf die Identifizierung der Vermögensverwaltungsgesellschaft oder der ausländischen Depotbank).

• Es wurden neue Kommunikationsstandards eingeführt, um den Informationsaustausch zwischen Unternehmen und ihren Aktionären zu erleichtern, einschließlich der Verfahren für die Abhaltung von Hauptversammlungen und dem Versand der entsprechenden Einladungen.
Diese Reform ist eine echte Chance für die Aktionäre, ihre Rechte wahrzunehmen und als engagierte Stakeholder aufzutreten. Auch die börsennotierten Unternehmen haben nun die Gelegenheit, mehr über ihre Aktionäre zu erfahren und mit ihnen in den Dialog zu treten. Es liegt an uns, dafür zu sorgen, dass die kommenden wirtschaftlichen Entwicklungen alle Beteiligten zu einem offenen und verantwortungsvollen Dialog bewegen.

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Effektive Investor-Relations-Strategien setzen also eine genaue Kenntnis der Shareholder voraus. Mit dem Shareholder Analysis-Service der Euroenext Corporate Services erhalten Verantwortliche eine umfassende, dynamische und klare Sicht auf ihre Kapitalstruktur sowie eine Datenanalyse mit mehreren Funktionen zur aussagekräftigen Darstellung der Anlegerstruktur. Nutzer profitieren von den Vorteilen einer präzisen Identifikation, einer mehrdimensionalen Analyse sowie einer mit Zusatzinformationen angereicherten und detaillierten Auswertung der vom Zentralverwahrer (Central Securities Depository, CSD) zur Verfügung gestellten Daten. Alle relevanten Infos zur Shareholder Analysis bringt Euronext Corporate Services gerne in einem Demo-Termin näher.

Wolfgang GüssgenZum Autor:
Wolfgang Güssgen verfügt über langjährige Investor Relations-Erfahrung, die er branchenübergreifend gesammelt hat. Seit Februar diesen Jahres macht er Organisationen im deutschsprachigen Raum mit der kompletten Palette an IR-Lösungen, Webcasting-Diensten, Sitzungs-Management-Software und digitalen Compliance-Tools der Euronext Corporate Services vertraut.