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Bildnachweis: rubarb.

Fabian Scholz hat das Fintech rubarb mitgegründet. Ziel des Start-ups ist es, der breiten Masse Zugang zum Sparen und Investieren am Kapitalmarkt zu bieten. Nun kann Scholz nichts dafür, dass er der Neffe des Bundesfinanzministers ist, der gerne mal erklärt, sein Geld am liebsten unangetastet auf „der Bank“ liegen zu haben. Dennoch muss sich Fabian Scholz die Frage gefallen lassen, wie er denn die breite Öffentlichkeit vom Aktiensparen überzeugen will, wenn er am lieben Onkel Olaf Scholz bislang scheitert. Spoiler: Es liegt nicht an rubarb, sondern am Finanzminister.

GoingPublic: Sie haben mit rubarb ein Start-up gegründet, das beim Vermögensaufbau helfen soll.

Fabian Scholz: 85% der Bevölkerung haben keinen Zugang zum Finanzmarkt. Das hat sich selbst im vergangenen Jahr nicht geändert, als Neobroker geboomt haben. Diese vielen Menschen möchten wir abholen und ihnen eine Möglichkeit bieten, am Ende des Monats mehr Geld übrig zu haben.

Wie funktioniert Ihre Lösung?

rubarb ist eine App, in der die Nutzer Sparziele definieren können – völlig flexibel und mehrere Ziele parallel: den nächsten Urlaub oder das neue Smartphone, aber auch das Eigenheim in vielen Jahren.

Sparen kann man über drei Wege: Einmalzahlungen, Sparpläne oder das Aufrunden.

Was muss ich mir unter Aufrunden vorstellen?

Aufrunden heißt, dass Nutzer ihre Girokonten, Kreditkarten oder den PayPal-Account für eines der vorher definierten Sparziele mit der App verbinden. Bei jedem Einkauf wird dann auf den nächsten vollen Euro aufgerundet.

Wie wird das Aufrunden angenommen?

Sehr gut – 85% der Nutzer aktivieren das Angebot. Das war unser Ziel: die Menschen an das Thema Geld heranzuführen und sie regelmäßig ans Sparen zu erinnern. Im Idealfall ist das Aufrunden der Trigger, weitere Einmalzahlungen zu veranlassen und so mehr für sich zu sparen. Mit dem komplett automatisierten Prozess zeigen wir, dass Sparen nicht unbedingt anstrengend sein muss.

Nur das Sparen ist jetzt aber noch keine Weltneuheit.

Es gibt eine Kehrseite der Medaille: Natürlich können unsere User auch investieren – und das maximal einfach. Es hat für uns keinen Sinn gemacht, den hundertsten Neobroker auf den Markt zu werfen, der zahlreiche ETFs anbietet. Wenn der Nutzer nicht weiß, was ein ETF ist, wird er nicht investieren, egal wie groß das Angebot ist.

Bei rubarb wählen die Kunden unter Optionen aus, über die wir das Investieren übersichtlich und verständlich strukturiert haben: Es gibt lediglich drei global diversifizierte Portfolios, die sich nach den vorherrschenden Risikoprofilen richten – 100% Aktien, 100% Anleihen oder eine 50/50-Lösung.

Lesen Sie hier unser erstes Interview mit Fabian Scholz.

Das könnte wiederum Nutzer abschrecken, die besonderen Wert auf Nachhaltigkeit legen – sie haben keinen Einfluss auf die Zusammensetzung des Portfolios nach ESG-Kriterien.

Nachhaltigkeit ist uns wichtig – alle drei Optionen sind schon heute an SRI-Kriterien ausgerichtet, also mehr als nur ESG, und noch in diesem Jahr werden wir gemeinsam mit einem Asset Manager eigene Fonds auflegen, die an den 17 Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen ausgerichtet sind.

Was kostet mich rubarb?

Unsere App ist kostenfrei.

Aber Sie müssen doch auch Geld verdienen.

Wir können langfristig eher kein Charity-Verein sein, das stimmt. Daher arbeiten wir gerade an einer dritten Säule des Geschäftsmodells, die im Spätsommer live gehen wird.

Es gibt sehr viele Dienstleistungen, bei denen der Konsument absolut nicht emotional ist, die er aber benötigt: Strom, Gas und Internet zum Beispiel. Unsere Nutzer erhalten bald das Angebot, über rubarb ihre Strom-, Gas und DSL-Verträge verwalten zu lassen. Wir organisieren dann im Auftrag jedes Jahr den Wechsel in den besten Tarif – nach der Präferenz des Nutzers. Es entsteht ein großes Sparpotenzial für den Kunden und wir schließen in unserer App den Kreis aus Geld sparen, Geld investieren und Geld ausgeben.

Ich weiß aber noch immer nicht, an welcher Stelle Sie verdienen.

20% der Ersparnisse behalten wir als Provision. Das ist fair, wenn man bedenkt, dass ein verbummelter Vertragswechsel durchaus direkt mal hunderte Euro ausmachen kann.

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