Bildnachweis: SFC Energy AG.
Mit seinen vorläufigen Geschäftszahlen für 2025 hat SFC Energy (ISIN: DE0007568578) ein positives Signal an die Märkte gesendet. Die im SDAX gelistete Aktie des Herstellers von Brennstoffzellen baut im Tagesverlauf ihre Gewinne auf rund 10% aus. Der aktuelle Börsenwert liegt bei knapp 250 Mio. EUR. Nach einem starken Schlussquartal sieht sich das Unternehmen bei Wachstum und Profitabilität nach der überraschenden Prognosekorrektur vom Sommer 2025 wieder auf dem richtigen Weg. Von Stefan Riedel
Das Unternehmen aus Brunnthal im Münchner Umland hat dank eines starken vierten Quartals 143,3 Mio. EUR Jahresumsatz eingefahren. Das ist immer noch ein leichtes Minus gegenüber den 144,8 Mio. EUR vom Vorjahr. Eine solche Entwicklung hatten die Investoren allerdings bereits nach der drastischen Korrektur der Jahresprognose im August 2025 erwartet.
Positive Trendwende
Ergebnisseitig hat das Unternehmen dagegen besser als erwartet abgeschnitten. Das um Sondereffekte bereinigte EBITDA in Höhe von 16,7 Mio. EUR liegt über dem unteren Ende des Korridors von 13 bis 19 Mio. EUR, den SFC Energy im November als Zielgröße angekündigt hatte. Auch beim bereinigten EBIT toppte das Unternehmen mit 8,9 Mio. EUR die Prognose des Managements, die ein Ergebnis am unteren Ende der Zielvorgabe von 5 bis 11 Mio. EUR erwartet hatte.

Eine schwache Konjunktur, von Handelszöllen herrührende Unsicherheiten, negative Währungseffekt und dazu höhere Kosten – alle diese Faktoren haben die Gewinne 2025 deutlich gedrückt. Im laufenden Geschäftsjahr erwartet Vorstandchef Peter Podesser fünf bis zwölf Prozent Umsatzwachstum auf 150 bis 160 Mio. EUR. Der Umsatzanteil mit den Kunden aus den Endmärkten soll dabei überproportional auf 15% bis 20% wachsen.
Fokus Verteidigung
Den Zielmarkt militärische Anwendungen adressiert SFC Energy mit mobilen und fest installierbaren Energiegeräten für Fahrzeuge und mobile Einheiten. Die Bordelektronik, etwa für Funk- oder Nachtsichtgeräte, kann damit ohne laufende Motoren betrieben werden. Für seine Endkunden aus dem Militär hat SFC Energy ein spezielles auf Methanol-Brennstoffzellen basierendes System entwickelt. Als neue marktreife Produkte hat das Unternehmen eine Plattform zum Energiemanagement für tragbare Lasersysteme zur Drohnenabwehr und die Brennstoffzellentechnologie EFOY Pro Shelter als arktische Lösung für die Energieversorgung entwickelt.
Beim bereinigten EBITDA erwartet SFC Energy 2026 einen Zuwachs auf 20 bis 24 Mio. EUR, getrieben durch Effizienzsteigerungen und das anziehende Wachstum in höherpreisigen Märkten. Das bereinigte EBIT 2026 soll zwischen 11 und 15 Mio. EUR liegen. Die operative Marge würde sich somit leicht erhöhen. Auffallend an der Ergebnisprognose ist, dass die Korridore dafür weniger weit gefasst sind als beim Ausblick, den das Unternehmen vor Jahresfrist für 2025 abgab. Das könnte ein Indiz für die aktuell höhere Planungssicherheit im operativen Geschäft sein. Das endgültige Zahlenwerk und den Geschäftsbericht wird SFC Energy am 25. März veröffentlichen.
Expansion der Zielmärkte
Weiter vorantreiben will SFC Energy den strukturellen Wandel des Geschäfts in Richtung Anwendungen in der Verteidigung und bei öffentlichen und zivilen Sicherheitsanwendungen zu einer „tragenden Wachstumssäule des Unternehmens.“ Geografisch liegt der Fokus immer stärker auf den USA und Indien. In diesen beiden Märkten baut SFC Energy seine Produktionskapazitäten aus. In Indien verspricht sich SFC Energy in diesem Jahr Wachstumsimpulse unter anderem durch die Wiederaufnahme der 2025 verschobenen Programme. Darüber hinaus hat die Gesellschaft in Dänemark ein profitables Wasserstoff-Brennstoffzellengeschäft aufgebaut.

In Nordamerika sieht CEO Podesser eine anziehende Nachfrage für Methanol-Brennstoffzellen: „In den USA erwarten wir durch die Erweiterung und Diversifizierung unserer Kundenbasis ein spürbares Neugeschäft. Das Wachstum in Kanada wird zurzeit vor allem durch die weitere Expansion im zivilen Sicherheitsgeschäft getragen. Darüber hinaus sehen wir erste Skalierungseffekte im Verteidigungsbereich, die perspektivisch weiteres Potenzial eröffnen.“
Für 2026 erwarten die Konsensschätzungen der Analysten ein Umsatzwachstum im unteren zweistelligen Bereich, das EBIT soll sich nahezu verdoppeln. Schafft SFC Energy diese Vorgaben, bietet das 2026er-KGV spekulative Einstiegskurse. Das Management selbst ist von der günstigen Bewertung überzeugt. Vorstandschef Podesser und Chief Operating Officer Hans Pol haben im August und November eigene Aktien gekauft.
Fazit
SFC Energy hat 2025 mit seiner plötzlichen Korrektur der Jahresprognose die Anleger auf dem falschen Fuß erwischt. Wer jetzt spekulativ erste Positionen aufbaut, setzt darauf, dass das Unternehmen mit dem Schlussquartal das Comeback in die Wachstumsspur eingeleitet hat. Dafür müsste SFC Energy in den nächsten Quartalen neue größere Aufträge an Land ziehen. Von seiner starken Marktposition mit Brennstoffzellen für umweltfreundliche stationäre und mobile Hybrid-Stromversorgung bringt das Unternehmen alle Voraussetzungen für eine langfristige Erfolgsstory mit.
Autor/Autorin

Stefan Riedel
Stefan Riedel ist in den internationalen Finanzmärkten unterwegs. Seit 20 Jahren schreibt der passionierte Börsianer für die Plattformen und Publikationen von GoingPublic Media, unter anderem GoingPublic und die Plattform Life Sciences.




