Bildnachweis: CSG Group.

Der tschechische Rüstungskonzern Czechoslovak Group (CSG, WKN: A420X0), der zu Jahresbeginn ein erfolgreiches Börsendebüt feierte, hat am 26. März starke Geschäftszahlen für 2025 vorgelegt. Der Umsatz wurde gegenüber dem Vorjahr um rund 72 % auf 6,7 Mrd. EUR gesteigert – getrieben durch die hohe Nachfrage im Bereich Defence Systems und der Integration von The Kinetic Group, wie das Unternehmen mitteilte. Der Nettogewinn kletterte 2025 gegenüber 2024 um 35,5 % auf 872 Mio. EUR. Der Auftragsbestand erreichte 15 Mrd. EUR und unterstreicht laut dem Unternehmen „die hohe mehrjährige Planbarkeit“. Von Gian Hessami


CSG ist einer der am schnellsten wachsenden Rüstungskonzerne rund um den Globus. Das Unternehmen stellt Munition, Radarsysteme und schwere Militärfahrzeuge her und expandiert in das Geschäft mit Flugzeugtriebwerken.

Auf Expansionskurs

„2025 war ein richtungsweisendes Jahr für die Gruppe“, kommentierte CEO Michal Strnad die jüngsten Geschäftszahlen. „Wir haben starke finanzielle Ergebnisse erzielt, die im Einklang mit den im Rahmen unseres Börsengangs gesetzten Erwartungen lagen oder diese übertroffen, und gleichzeitig unser Geschäft konsequent weiterentwickelt. Wir haben bedeutende langfristige Verträge gesichert, unsere Produktionsbasis erweitert und unsere Strategie der vertikalen Integration vorangetrieben.“

Die Geschäftsentwicklung steht im Kontext einer anhaltend hohen Nachfrage im Verteidigungsbereich, insbesondere infolge des Ukraine-Kriegs sowie der Wiederauffüllung von Beständen und langfristiger Beschaffungsprogramme innerhalb der NATO. Im vergangenen Jahr baute CSG parallel seine industrielle Präsenz in Deutschland gezielt aus: Mit der Übernahme des Industrieparks MSM Walsrode entstehen Kapazitäten für die Produktion von Nitrocellulose, einem zentralen Vorprodukt für Munition. Zudem hat das Unternehmen eine Kooperation mit KNDS Deutschland zur Fertigung von Komponenten für den Kampfpanzer Leopard 2A8 vereinbart und ist damit in ein zentrales europäisches Rüstungsprogramm eingebunden.

IPO-Boom im Verteidigungs-Sektor

Das Börsenumfeld könnte derzeit für Unternehmen aus dem Defense-Sektor im Zuge der geopolitischen Spannungen und Eskalationen kaum besser sein. Im März feierten die beiden deutschen Rüstungszulieferer Gabler Group und Vincorion ebenfalls ein erfolgreiches Börsendebüt. Der U-Boot-Zulieferer Gabler Group ging am 9. März an die Börse. Zum Handelsstart notierte die Aktie bei rund 47 EUR; am heutigen Handelstag (30. März) steht der Kurs bei 43,60 EUR, womit sich ein Börsenwert von 268,32 Mio. EUR ergibt. Der Rüstungszulieferer Vincorion startete am 20. März mit einem Kurs von 19,30 EUR, heute notiert der Titel bei 17,12 EUR, entsprechend einem aktuellen Börsenwert von 863,80 Mio. EUR.

Darüber hinaus will der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS noch in diesem Jahr den Sprung aufs Parkett wagen. Die Gesamtbewertung des Konzerns, der unter anderem den Kampfpanzer „Leopard 2“ produziert, wird auf beachtliche 20 Mrd. EUR geschätzt.

3 Monatschart Czechoslovak Group Stand 30.03.2026 11:42 Uhr || stock3.com

Fazit

Die Defense-Branche brummt. Immer mehr Unternehmen aus diesem Sektor zieht es an die Börse, um weiter zu expandieren und noch profitabler zu werden. Gleichwohl bedeutet ein Engagement für Anleger nicht unbedingt automatisch, dass sie – zumindest auf die Schnelle – viel Geld verdienen. So ging die CSG-Aktie am 23. Januar mit rund 32 EUR an den Börsenstart. Heute (30.03.2026) notiert das Papier etwas unter dem Niveau des Ausgabepreises (25 EUR) bei 23,07 EUR. Damit ist CSG aktuell an der Börse knapp 24 Mrd. EUR wert. Legt man den Nettogewinn aus 2025 von 872 Mio. EUR zugrunde, ergibt sich daraus ein 2025er Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 27. Das für 2026 erwartete KGV liegt bei 25. Angesichts der derzeit übermäßig hohen Bewertungen von börsennotierten Unternehmen aus der Rüstungsbranche sind solche KGVs durchaus als moderat anzusehen. Zum Vergleich: Das 2025er KGV bei Rheinmetall liegt bei 102 und das 2026er KGV bei 41.

 

Autor/Autorin

Gian Hessami
Finanzjournalist at  | Website

Gian Hessami gehört zum Redaktionsteam der Kapitalmarkt-Plattform GoingPublic (GoingPublic, HV Magazin, www.goingpublic.de). Als Finanzjournalist beleuchtet er regelmäßig aktuelle Entwicklungen an der Börse und ist Autor von Beiträgen und Aktienanalysen. Mit den Finanzmärkten beschäftigt sich der gelernte Zeitungsredakteur bereits seit 2004.