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Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat vergangene Woche erstmals eine neue Art der Krebsbehandlung in Europa positiv beurteilt. Durch den positiven Bescheid für zwei CAR-T-Therapien zur Behandlung von Blutkrebs wird nach Zustimmung der EU-Kommission der Weg in Europa frei, um schwer erkrankte Krebspatienten mit T-Zelltherapien zu behandeln. In den USA haben diese Immuntherapien 2017 die Zulassung erhalten.

T-Zell-Therapien mobilisieren das patienteneigene Immunsystem, indem sie körpereigene Immunzellen mit Erkennungsstrukturen beziehungsweise Rezeptoren für Tumorzellen ausrüsten, um diese zu erkennen und effizient zu zerstören. Bei den nun zugelassenen CAR-T-Therapien werden hierfür künstliche Antikörper-Rezeptor-Konstrukte verwendet (chimeric antigen receptor, CAR).

T-Zell-Rezeptoren: Breiter einsetzbar, weniger Nebenwirkungen

Die Münchener Medigene AG gehört zu den wenigen Unternehmen weltweit und ist das erste in Deutschland, das eine T-Zell-Rezeptor-basierte Krebstherapie klinisch entwickelt. Hierbei verwendet das Unternehmen natürliche T-Zell-Rezeptoren (TCRs) als Erkennungsstrukturen gegen Krebszellen. Die TCR-Ts werden als nächste Generation von Zell-Therapien angesehen, da sie nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen noch breiter einsetzbar und möglicherweise mit geringeren Nebenwirkungen verbunden sein könnten als die gerade zugelassenen CAR-Ts. Dies muss in klinischen Studien getestet werden.

Personalisierte Krebsmedizin

Dolores Schendel, Vorstandsvorsitzende und Wissenschaftsvorstand der Medigene AG, erklärte dazu: „Die Zulassung von T-Zell-Therapien in Europa ist ein sehr wichtiger Schritt für die Zukunft der personalisierten Krebsmedizin. Sie stützt unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten an der zweiten Welle der adoptiven Zelltherapien, die auf T-Zellrezeptor-modifizierten Zellen basieren. Diese immuntherapeutischen Ansätze bieten einen völlig neuen Behandlungsansatz, der die körpereigenen Abwehrkräfte im Kampf gegen Krebs aktiviert.“

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