Eine interdisziplinäre Fachjury hat im Rahmen des Kongresses „Vernetzte Gesundheit“ in Kiel erstmals die Sieger des Medical App Awards und der Medical App Idea gekürt. Im Herbst 2015 hatten das norddeutsche Branchennetzwerk Life Science Nord und die FUSE GmbH bundesweit Anbieter und Entwickler von medizinischen Apps dazu aufgerufen, sich zu bewerben.

Predictable heißt die Sieger-App, die von dem Unternehmen Therapy Box entwickelt wurde. Die Anwendung basiert auf einer schriftsprachbasierten Technologie mit Sprachausgabe. Sie dient dazu, Menschen eine Stimme zu geben, die ihre eigene, natürliche Stimme nicht nutzen können. Dazu zählen beispielsweise ALS-Patienten und Menschen mit zerebralen Lähmungen aufgrund von Schlaganfällen oder Kopfverletzungen.

Auch die zweitplatzierte App vereinfacht die Kommunikation für Patienten. Mit der iSign-IT-App von Urs Vito Albrecht können medizinische Fachtexte in Gebärdensprache übersetzt werden. Für schwerhörige oder gehörlose Patienten bietet die App somit Unterstützung, wenn gerade kein Gebärdensprachendolmetscher verfügbar ist.

Mit dem dritten Platz wurde die App Infoskop der Synmedico GmbH ausgezeichnet. Sie bietet eine Lösung für die mobile Patientenaufklärung und Dokumentation und verbindet die verständliche Patientenkommunikation am Point-of-Care mit der mobilen Abbildung aller erfassten Patientendaten.

Neben bereits entwickelten und anwendungsbereiten Apps wurden auch drei Sieger in der Kategorie Medical App Idea ausgezeichnet. Mit dieser Kategorie sollten vor allem Start-ups und Studierende die Chance erhalten, ihre Konzepte für medizinische Apps zu präsentieren. Hier belegte das Konzept für die App Patchie der Birds and Trees UG den ersten Platz. Patchie begleitet chronisch kranke Kinder mit Mukoviszidose sowie deren Eltern und Betreuer spielerisch auf dem Therapieweg.

Platz zwei ging an das Konzept der App HEAT, die eine Differenzierung zwischen Vorhofflimmern und Vorhofflattern bietet und somit die Anzahl korrekter Diagnosen und Therapien im Bereich der Herzrhythmusstörungen erhöht. Die Idee stammt von Fabian Müller, der sich als Gründer des Start-Ups mathe.medical GmbH beworben hatte.

Den dritten Platz belegt Marlon End von der HULT International Business School in Cambridge mit der Idee DiAs – Diabetes Assistent, die Diabetiker des Typ 1 und 2 sowie ihre behandelnden Ärzte bei der Insulin-Selbsttherapie und der Kommunikation unterstützt.

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