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Eine neutrale Geldanlage gibt es nicht! Anleger beeinflussen mit ihren Entscheidungen die Finanzmärkte und entfalten dadurch Wirkung – sei es direkt oder indirekt. Tatsächlich beabsichtigen die meisten Anleger heutzutage bewusst Wirkung zu erzielen. Sie möchten nicht nur wissen, wo ihr Geld angelegt ist, sondern auch, was es bewirkt. Von Dr. Jan Amrit Poser

So suchen sie neben finanziellen Gewinnen zunehmend die Erfüllung von Zielen jenseits der finanziellen Sphäre. Im Vordergrund steht dabei meistens die Verbesserung von sozialen und ökologischen Rahmenbedingungen zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung. Dies ist die Essenz des wirkungsorientierten Anlegens, das auch als „Impact Investing“ in den Sprachgebrauch eingegangen ist.

Mit einem Reigen an UNO-Konferenzen und G20-Gipfeln hat die Weltgemeinschaft in den letzten zwei Jahren die nachhaltige Entwicklung auf die globale Agenda gesetzt. Inzwischen haben sich nahezu 200 Staaten zu ambitionierten Klimazielen im Vertrag von Paris verpflichtet. Die 17 übergeordneten nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) betreffen alle Bereiche der menschlichen Wohlfahrt und die Unterziele formulieren konkret den Fahrplan der globalen politischen Entscheidungsträger und ihrer Lenkungsmaßnahmen für die nächsten 15 Jahre.

Damit stecken diese neuen Ziele gleichzeitig auch den gesteigerten Raum der Opportunitäten ab, der sich der Menschheit, der Wirtschaft und den Investoren bietet. Um die gesetzten Ziele zu erreichen, müssen effiziente Arten der Energiegewinnung und -speicherung erschlossen und energiesparende Verfahren entwickelt werden. Die Notwendigkeit, ausreichend sauberes Wasser bereitzustellen, wird Wasserversorger, Hersteller von Wasseraufbereitungsanlagen und von Wassermessgeräten gleichermaßen auf den Plan bringen. Ressourcensparendes Wachstum wird in Zukunft gefragt sein, und Unternehmen, die sich hier engagieren, werden zu den Gewinnern von morgen zählen.

Nachhaltigkeitstrends früh identifizieren

Solche Opportunitäten aufzuspüren ist das Prinzip des thematischen Investierens. Diese Anlagedisziplin baut darauf auf, frühzeitig Tendenzen und Trends zu identifizieren, die über die nächsten Jahre Kapital und Nachfrage anziehen werden und damit ein erhebliches Wachstum versprechen. Untersuchungen zeigen, dass die Finanzmärkte systematisch das disruptive Potenzial neuer Technologien und das daraus folgende Wachstum von Unternehmen und den damit verbundenen Zinseszinseffekt unterschätzen – daher ist es für Anleger essenziell, die richtigen nachhaltigen Themen zu identifizieren, die das Wachstum von Unternehmen und Branchen treiben.

Die nachhaltigen Entwicklungsziele bieten dabei einen Rahmen, um die Wirkung von Anlagen zu analysieren und den Fortschritt in Richtung nachhaltiger Entwicklung zu messen. Viele institutionelle Investoren und multinationale Firmen stellen sich inzwischen die strategische Frage, was sie als Institutionen zu den SDGs beitragen können. Einige multinationale Firmen wie zum Beispiel Unilever und Novo Nordisk haben ausführliche Informationen zu ihren Aktivitäten zur Erreichung der SDGs etabliert. Novo Nordisk hat sich quantitative strategische Ziele zur Förderung der Gesundheit (SDG #3) und zum aktiven Beitrag zum Klimaziel (SDG #13) gesteckt. In den Niederlanden und Schweden haben sich große Pensionskassen zu einer Koalition zusammengeschlossen, um einen wachsenden Portfolioanteil in Richtung der SDGs zu investieren. Die niederländische Kasse PGGM hat seit Längerem eine ausführliche Impact-Berichterstattung eingeführt.