Das GoingPublic Magazin im Gespräch mit Falk Raudies: Seit dem 19. Februar läuft eine Kapitalerhöhung um bis zu knapp 10 Mio. EUR mit öffentlichem Angebot. Wozu soll der Emissionserlös dienen und wie stellt sich der Immobilienmarkt, in dem die Münchner aktiv sind, derzeit dar?

GoingPublic: Herr Raudies, FCR Immobilien führt eine Kapitalerhöhung durch, sowohl mit Bezugsrecht als auch öffentlichem Angebot. Wie sehen Ihre Planungen aus?
Raudies: Das jetzige öffentliche Angebot (ISIN DE000A2TSSV4/WKN A2TSSV) läuft noch bis zum 6. März über das Zeichnungstool DirectPlace der Frankfurter Börse. Vorrangiges Ziel ist es, die Aktionärsbasis noch einmal zu stärken und den Freefloat weiter zu erhöhen. Wir befinden uns seit Jahren auf einem dynamischen Wachstumskurs. Das zeigt sich sowohl im signifikanten Ausbau unseres Immobilienportfolios aber auch in der äußerst positiven Ergebnisentwicklung. Laut Prognose von November planen wir, den Umsatz 2018 auf 33,5 Mio. EUR zu verdoppeln. Beim operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, also EBITDA, streben wir ebenfalls eine Verdoppelung auf
9,9 Mio. EUR an. 2017 lag das EBITDA noch bei 4,9 Mio. EUR.

GoingPublic: FCR Immobilien ist sowohl in Toplagen aktiv, aber auch etwas ‚nischigeren‘ B-Städten. Wie stellt sich dieser Markt aus Ihrer Sicht dar?
Raudies: Da muss ich Sie etwas korrigieren. Wir investieren bewusst mit Fokus auf B-Städte. Toplagen an Primärstandorten, davon sind wir überzeugt, sind deutlich schwankungsanfälliger hinsichtlich Konjunkturzyklen als Sekundärstandorte. Unserer Meinung nach weisen Immobilien in Zweit- und Drittlagen dagegen langfristig stabilere Wertentwicklungen auf als Objekte an Primärstandorten. Wie man ja auch gut an unserem jüngsten Verkauf in Niedersachsen sehen kann: Hier haben wir die Stadtpassage Salzgitter zu einem zweistelligen Millionenbetrag erfolgreich veräußert. Und was, wie ich finde, noch wichtiger ist: Der Gewinn liegt dabei in einem mittleren einstelligen Millionenbereich. Die Mittel aus dem Verkauf werden wir in vielversprechende neue Objekte reinvestieren. Unsere Pipeline ist hier mit attraktiven Immobilien mehr als gefüllt. So beläuft sich das Volumen in unserer direkten Pipeline auf ca. 50 Mio. EUR, in der erweiterten Pipeline sind es etwa 150 Mio. EUR. Nach wie vor ist unser Ziel für 2019, den Immobilienbestand um mindestens 150 Mio. EUR auszubauen.

FCR Immobilien AG

GoingPublic: Diesen Fokus hört man allerdings auch von anderen Immobiliengesellschaften – wie stark ist die Konkurrenz da mittlerweile?
Raudies: Wir fokussieren uns ja mit unserem Geschäftsmodell auf den An- und Verkauf von Immobilien und sind nicht einfach „nur“ Bestandshalter. Das unterscheidet uns schon einmal von anderen Unternehmen am Markt. Wir sind in einer Nische unterwegs, die für viele institutionelle Investoren und Privatpersonen unattraktiv ist. Das kann ich auch erklären: Für große Investoren sind die Objekte volumenstechnisch meist zu klein, für private Personen hingegen zu groß. Wir investieren bei Portfolios auch mal bis zu 50 Mio. EUR. Was uns ebenfalls in die Hände spielt, sind unsere langjährige Immobilienexpertise und unser exzellentes Netzwerk, wodurch wir Immobilien oft angeboten bekommen und dann auch kaufen, bevor sie überhaupt offiziell auf dem Markt sind.

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