Bildnachweis: ©Wiener Börse.

Mit der AUSTRIACARD HOLDINGS AG gab es im März Zuwachs im Top-Segment prime market der Wiener Börse (www.wienerborse.at), in dem aktuell 41 Werte notieren. Einige österreichische Unternehmen nutzten den Kapitalmarkt im ersten Halbjahr erfolgreich als Finanzierungsquelle und platzierten Kapitalerhöhungen, darunter Wolford AG (17,6 Mio. EUR), BKS Bank AG (37,8 Mio. EUR) und Lenzing AG, (400 Mio. EUR). Die Marktkapitalisierung aller in Wien gelisteten Unternehmen betrug zur Jahresmitte 2023 117,61 Mrd. EUR.

Aktienumsätze mit 2019 vergleichbar

Die COVID-19-Pandemie und der russische Angriffskrieg führten in den vergangenen drei Jahren zu einer außergewöhnlich hohen Handelsaktivität. Im ersten Halbjahr 2023 haben sich die Aktienumsätze mit 29,95 Mrd. EUR in einem Bereich konsolidiert, der mit der präpandemischen Situation vergleichbar ist (1. HJ 2019: 31,64 Mrd. EUR).

Der Großteil des Umsatzes (86,4%) entfiel auf internationale Handelsteilnehmer. Die umsatzstärksten österreichischen Aktien waren Erste Group Bank AG (5,33 Mrd. EUR), OMV AG (4,46 Mrd. EUR) und voestalpine AG (2,88 Mrd. EUR).

Mit einem Kursanstieg von 48,22% war die Aktie der Flughafen Wien AG der Top-Performer im ersten Halbjahr, gefolgt von Immofinanz AG (+46,30 %) und DO & CO AG (+41,31 %).

Österreichische Aktien bleiben für internationale Großanleger hochinteressant, wie die jüngste S&P Global Market Intelligence Studie zur Eigentümerstruktur des institutionellen Streubesitzes im Jahr 2022 verdeutlicht. So halten weltweit agierende Institutionelle wie etwa Fondsgesellschaften oder Staatsfonds 90,9% (22,1 Mrd. EUR) des institutionellen Streubesitzes. Mit einem Anteil von 32,7% am Gesamtvolumen führen US-Investoren hier das Feld an, gefolgt von britischen Investoren mit 19,8%. Auf Platz drei liegen mit 9,1% österreichische Großanleger, 2020 lag deren Anteil noch bei 16,6%.

CEO Christoph Boschan: „Die multiplen Krisen haben in den letzten drei Jahren für sehr viel Bewegung an den Märkten gesorgt, doch mittlerweile kehrt wieder Beruhigung ein, wie die heurige Entwicklung der Aktienumsätze zeigt. Bei Börsengängen gibt es zwar europaweit noch Zurückhaltung, aber die Pipeline füllt sich. Das bemerken wir auch am gesteigerten Interesse an unseren IPO-Workshops. Die Unternehmen warten noch auf die idealen konjunkturellen Rahmenbedingungen, aber im Herbst könnten Börsendebüts folgen“.

Anleihen-Wachstum weiter auf hohem Niveau

Der Anleihen-Bereich setzte seinen starken Wachstumskurs fort: Im ersten Halbjahr 2023 kamen mehr als 3.300 neue Listings im Vienna MTF hinzu – im börsenregulierten Segment hat sich die Wiener Börse als Anleihen-Listingplatz Nummer eins in Europa klar etabliert.

Deutlichen Zuwachs gab es etwa im Bereich der grünen Anleihen: Die Republik Österreich begab mit einem Volumen von 3 Mrd. EUR ihren zweiten Green Bond im „Vienna ESG Segment“, die Banca Comercială Română (BCR) emittierte als erste rumänische Bank einen grünen Eurobond mit einem Emissionsvolumen von 700 Mio. EUR im gleichen Segment. Zudem notiert mit dem Galápagos Marine Bond des Staates Ecuador (656 Mio. USD) die weltgrößte debt-for-nature Transaktion im Vienna MTF.

In Summe sind über 14.300 Anleihen (1. HJ 2022: 12.300) mit einem Gesamtvolumen von 737 Mrd. EUR von über 800 aktiven Emittenten aus 38 Ländern an der Wiener Börse gelistet.

Autor/Autorin

Ike Nünchert ist Mitglied des GoingPublic-Redaktionsteams und verantwortet u.a. die regelmäßigen Berichte zum IPO-Markt USA sowie die Serie „Familienunternehmen an der Börse“.