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„Patientenorientierung“ ist zu einem Schlagwort in der Gesundheitsversorgung geworden. Woran – außer am Patienten – soll sich die Medizin denn sonst orientieren, wird sich vor allem jeder Patient fragen. Doch ist die Ausrichtung unseres Gesundheitssystems am Patientennutzen keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Tatsächlich spielen viele andere Faktoren, vor allem ökonomische und organisatorische, mitunter eine sehr große Rolle. Von Dr. Roland Wandeler

 

Es ist jedoch heute ein Umdenken im Gange. Auch in Deutschland ist die Diskussion um eine stärkere Orientierung am Patientenwohl angestoßen worden. Sie spiegelt sich auch im aktuellen Koalitionsvertrag wider, der das hehre Ziel der Patientenorientierung festgeschrieben hat.

 

Es ist richtig, dass wir uns gerade heute neu besinnen. Unser Gesundheitssystem steht vor immensen Herausforderungen, hervorgerufen durch die alternde Gesellschaft und den zunehmenden Kostendruck. Zu bewältigen sind diese Herausforderungen nur durch eine Wertediskussion, die zur Fokussierung auf den Patientennutzen – und das über die gesamte Wertschöpfungskette der Gesundheitsversorgung hinweg – anregt. Der Nutzen für den individuellen Patienten muss (wieder) zum wesentlichen Maßstab einer medizinischen Behandlung werden, die humane und hochwertige Versorgung das Ziel sein.

 

Patientenorientierung ist eine Gemeinschaftsaufgabe

Soll Patientenorientierung nicht nur ein Lippenbekenntnis bleiben, sondern als wesentliche Prägung unser Gesundheitssystem zukünftig bestimmen, so ist das eine Gemeinschaftsaufgabe, die alle Akteure bindet. Nur gemeinsam und im Bewusstsein unserer Verantwortung lässt sich diese große Aufgabe bewältigen. Patientennutzen defi nieren und messbar machen, gilt es über Behandlungsgrenzen hinweg anzustreben.

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