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PantherMedia A6003153Im Rahmen eines EU-Forschungsprojektes, das 6 Mio. EUR zur Verfügung stellen wird, soll eine personalisierte Therapie gegen Hirntumore entwickelt und in einer Phase-I-Studie an Patienten getestet werden.

Glioblastome zählen zu den aggressivsten Formen des Hirntumors, mit einer sehr schlechten Prognose für die betroffenen Patienten. Bisher gibt es keinen Therapieansatz, der beim Glioblastom eine nennenswerte Lebensverlängerung bewirken könnte. Die 5-Jahresüberlebensrate liegt bei weniger als 6% und lässt eine Menge Raum für Verbesserungen. Ein Forschungskonsortium, unter Leitung der deutschen Immatics Biotechnologies GmbH, will nun individuelle und damit wirksamere

Therapiemöglichkeiten gegen das Glioblastom entwickeln. Insgesamt 14 Partner aus sieben europäischen Ländern und den USA, die sich Glioma Actively Personalized Vaccine Consortium – kurz GAPVAC – nennen, sind an der Entwicklung eines personalisierten Therapieansatzes beteiligt. Laut Immatics beläuft sich das Gesamtbudget auf 8 Mio. EUR, wobei der größte Anteil, nämlich 6 Mio. EUR, von der Europäischen Union kommen, die dieses Geld im Rahmen des 7. Rahmenprogramms zur Verfügung stellt.

Im Rahmen von GAPVAC sollen personalisierte Krebsimpfstoffe, die Tumorcharakteristika und das Immunsystem eines jeden Patienten berücksichtigen, entwickelt werden. Darüber hinaus soll ein Herstellungsprozess etabliert und standardisiert werden. Dabei setzen die Forscher aus aller Welt auf die neuesten Entwicklungen in der Molekularbiologie – von Next-Generation-Sequenzierung über hochempfindliche Massenspektrometrie bis zu innovativen Ansätzen im Immunmonitoring. Kern der Entwicklungen wird eine Phase-I-Studie sein, die bis zu 30 neu diagnostizierte Glioblastom-Patienten einschließen wird und voraussichtlich 2014 an den Start gehen wird. Als Medikation dient eine speziell an jeden Patienten angepasste Krebsimpfung, die die Charakteristika der individuellen Tumorzellen berücksichtigt und im Studienverlauf mehrfach verabreicht werden soll.

Neben der Impfstoffentwicklung und der Etablierung eines Herstellungsprozesses wird im Rahmen der Studie ein ausgedehntes Biomarker-Programm mitlaufen. Die Untersuchung verschiedener Biomarker soll den Wirkmechanismus bestätigen und bestimmte Biomarker ausfindig machen, die als prognostische Faktoren für ein Ansprechen der Impfung dienen können. Der Ansatz der weltweiten Zusammenarbeit soll die Entwicklung gezielt wirkender Wirkstoffe, gegen bisher nur unzureichend behandelbare Krankheiten wie Krebs, beschleunigen und schneller zu effektiven Medikamenten führen. Im Gegensatz zur konventionellen Wirkstoffentwicklung, die von der Entschlüsselung eines Zielmoleküls bis zur ersten Prüfung im Menschen mehrere Jahre dauert, lassen sich personalisierte Medikamente heute bereits innerhalb von drei Monaten fertig stellen. Zudem stehen die Chancen auf eine Wirkung, bei gleichzeitig geringeren unerwünschten Wirkungen, bei personalisieren Behandlungsverfahren deutlich besser als bei konventionellen Massenmedikamenten.

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